Bonjour Frankreich und Au Revoir . . .

Die 77 sm von St. Peter Port nach Roscoff verliefen wie so oft. Das Wetter hatte den Wetterbericht nicht gehört. Die Windstärke und Richtung stimmte einmal wieder nicht so recht. Es war von allem etwas dabei. Mal mit Maschine, mal Vollzeug und zwischenzeitlich auch mal ein Reff und eine Kreuz.

Jetzt hatten wir also die Bretagne erreicht und hier sah es ein bisschen aus, wie in den schwedischen Schären. Nur die Felsen waren noch viel schroffer und dann natürlich der enorme Tidenhub. Die starken Strömungen, der Tidenhub und die felsige Küste flößten uns großen Respekt ein.

Hafenanlage von Roscoff, alles Behinderten gerecht mit Fahrstuhl

In Roscoff besichtigten wir die sehr schöne, gepflegte Altstadt. Es gab Crêpes und Eis.

Im Watt fand bei Niedrigwasser ein Volkshindernislauf statt, eigentlich nur etwas für die ganz Harten. Schon etwas brutal, teilweise bis zu den Knien im Watt einzusinken und sich immer wieder über hohe Kletterwände quälen zu müssen.

Wir warten auf die ersten Crepes in Frankreich. .
Miniaturenmaler in der Altstadt
Volkshindernislauf mit Netzschikane. .
Hier sinken die Läufer knietief ein. . .

Nördlich von Roscoff liegt ein kleine Insel, die Ile de Batz. Bei Hochwasser kann man da durch fahren, bei Niedrigwasser fast trockenen Fußes rüber gehen. Die Durchfahrt ist genau markiert, also wollten wir uns dadurch wagen . .

Am nächsten Morgen vorm Auslaufen ging es noch schnell zum Einkaufen und dann hieß es Leinen los. Wir wollten nach L‘ Aber Wrach.

Die erste Anspannung des Tages. . .

Landschaftlich ganz schön gelegen in einem Fluss. Das Örtchen selber ist klein und verlassen. Nach einem kleinen Spaziergang und einem sehr schlechten Essen im „Restaurant am Hafen“ ging es bald zurück an Bord. Wir wollten hier nicht länger bleiben und bereiteten die Weiterfahrt vor.

L’Aber Wrach in Sicht. .
Idyllisch gelegener Yachthafen. . .

6.55 Uhr Leinen los. Zu Hochwasser Brest wollten wir am Anfang des Chenal du Four sein. Klappte nicht ganz, aber kein Problem. Wir konnten den Kanal mit 3 – 4 Knoten mitlaufendem Strom passieren. Jetzt waren wir in der Bucht von Brest und freuten uns, die ersten Delfine zu sehen.

Hier strudelt es ähnlich wie bei den Kanalinseln. .
Um diese Zeit müssen die Augen noch etwas geschont werden. . .
Camaret s Mer bei Niedrigwasser. . .

Am frühen Nachmittag machten wir in Cameret-Sur-Mer die Leinen fest. Wir hatten die Biscaya erreicht und wollten die nächsten Tage nutzen, uns auf die Biscaya-Überquerung vorzubereiten. Einkaufen, Essen vorkochen, Wäsche waschen, Wasser und Diesel bunkern. Das Satellitentelefon einrichten und noch einmal richtig ausschlafen. Felix suchte noch den Zahnarzt auf und ließ seine Zahnbeschwerden abklären. Dabei lernte er gleich das französische Gesundheitssystem kennen. Alles lief relativ spartanisch ab, keine großen Praxen, der Arzt machte alles selber. Bei uns würde so kein Arzt arbeiten. . .

Der Ort gefiel uns sehr, klein und überschaubar. Um das Hafenbecken reihte sich Restaurant an Restaurant. Hier konnten wir die bretonische Küche testen. Wir waren sehr angetan davon. Unter „Vimeo Sensation Bretagne – Camaret-sur-Mer“ gibt’s ein schönes Drohnenvideo zu sehen. .

Fischplatte und Muscheln, bretonische Art. . .

 

Im Hafen lagen viele Boote, ausgerüstet für die Langfahrt. Die Spannung wuchs jeden Tag ein wenig mehr. Wir trafen einige Boote wieder, die wie wir auf Südkurs waren: SY Goodtimes, SY NOWORRIES und SY Richard Parker, eine Breehorn 41.

Jeden Tag wurden die Wetterprognosen verglichen, bis wir uns entschieden am 30.07. sollte es morgens losgehen, um noch das ablaufende Wasser zu nutzen. Letzte Sicherheit gab uns dann der Kontakt mit Sebastian Wache aus dem SCB mit recht präzisen Vorhersagen.

Die Wettervorhersagen mit NW-N um 4-5 ließen einen bequemen Törn erwarten, soweit man für so eine Strecke von 340sm quer über die offene Biskaya mit 2 durchsegelten Nächten von bequem sprechen kann.

Aus Gesprächen mit anderen Seglern wissen wir, es geht den meisten so:

Man schläft die Nacht vorher schlecht, manchmal träumt man nicht gut.

Es ist eine Herausforderung für alle an Bord.

Sie begann morgens um 5.15 mit dem klingeln des Weckers. . .

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s