Abenteuer Costa da Morte, die Todesküste. . .

Am 11.8. hatten wir den Eindruck es würde sich ein Wetterfenster zur Weiterfahrt Richtung WSW auftun. Wir hatten in den letzten Tagen kräftigen NO Wind gehabt und ab Freitag sollte umlaufende Flaute den ganzen Bereich erfassen. Um 50 sm Motorfahrt zu vermeiden hatten wir die Bucht vom Ria de Corme y Laxe ausgewählt. Der Wetterbericht hatte zuletzt Wind bis 6 Bft weiter westlich vorhergesagt. Vor Corme kann man auch bei stärkeren NO Winden sicher ankern.

Die für Mittag geplante Abfahrt verzögerte sich noch, da der Hafenmeister Probleme mit dem Kreditkartenlesegerät hatte. So kamen wir erst kurz nach 13.30 Uhr los.

Obwohl der Plan war, bei den raumen Winden nur unter Vorsegel zu fahren, haben wir bald außerhalb von A Coruna das 2fach gereffte Groß gehisst. Das Vergnügen sollte nicht lange dauern. Nach einer halben Stunde frischte der Wind auf 6-7 Bft auf und wir kämpften in den nun hohen Wellen gegen Sonnenschüsse. Das Groß musste weg. So haben wir das Groß Stück für Stück runter gezogen, ohne den Kurs zu ändern. Danach lief es viel besser, obwohl Wind und Wellen weiter zu nahmen. Für die Delfine hatten wir zu dieser Zeit wenig Sinn.

Bei den Illas Sisargas
Die Wellenberge lassen die Illas verschwinden. . .

 Bei 16-17m/s und Böen bis 20 m/s (8 Bft) war Sicherheit oberstes Gebot. Jeder trug nicht nur die Schwimmweste, sondern war auch angeleint. Gegen möglicherweise von achtern einsteigende Wellen wurde das Steckschott eingesteckt. Die ca. 3m hohen Wellen waren schon beeindruckend. Dank dem weiter verkleinerten Vorsegel hatten wir alles im Griff, bei Geschwindigkeiten von 8-8,5 kn.

Bei diesen Wellen darf nichts passieren. . .

Später mussten wir wegen einer Kursänderung das Vorsegel nach Stb holen und dieses dazu wegen des Kutterstages komplett eindrehen und an Stb wieder ausrollen.

Das Einlaufen in die Bucht bei kräftigem über den Bergrücken wehendem Wind war spannend, da wir nicht wussten, was uns erwartete. Einige Ankerlieger lagen hier schon. Nach einer Runde durch das Ankerliegerfeld warfen wir den Anker. Es dauerte nicht lange, da kam ein holländischer Nachbar mit dem Beiboot und klärte uns auf, das er von diesem Platz am Nachmittag schon weg geschickt wurde, da er zu nah an einer Felsenuntiefe liege. Also Anker auf, und einen anderen Platz suchen. Die Kette kam steif und nichts ging mehr. Der Anker war fest, wahrscheinlich in einer Felsspalte verklemmt. Alle Versuche wieder frei zu kommen schlugen fehl. Nun war guter Rat teuer. 

Wir entschlossen uns mit dem Beiboot den Zweitanker V förmig aus zu bringen, um ein Treiben auf die Untiefe während der Nacht zu verhindern. Ankerwache wollten wir nicht gehen:

Also Schlauchboot aufpumpen, Aussenborder klar machen, er wollte nicht anspringen, und Zweitanker und Ankerleine vorbereiten. Der Wind war recht kühl, aber Felix hatte genug Adrenalin, um das alles im T-Shirt zu machen. Bei 5-6 Bft war es kein Kinderspiel, Fehler durften wir nicht machen. Es gelang schließlich den zusätzlichen Anker zum Halten zu bringen. Damit stand einer ruhigen Nacht nichts mehr im Wege. Mit einbrechender Dunkelheit ließ der Wind nach, sodaß wir in Ruhe zu Abend essen(ca. 23.00 Uhr) konnten und den Tag mit einigen Drinks beschließen konnten.

Corme bei Nacht. . .

Endlich hatten wir Zeit den Blick auf die Seeseite von Corme zu genießen.

Palmen an der Strandstrasse, eine kleine Kirche und schöne Sandstrände.

Der nächste Tag begann mit umlaufender Flaute. Die Sonne erwärmte den Tag auf Temperaturen um 27-28 Grad. Ein kleines Paradies. Das Wasser war noch sehr frisch, geschätzt 16-17 Grad.
Aber da war noch unser Problem. Nach nochmaligen, vergeblichen Befreiungsversuchen musste ein Taucher her. Felix fuhr mit dem Beiboot zum Fischersteg und traf dort einen Mann, der im Taucheranzug mit einem Motorboot gerade anlegte. Obwohl er nur spanisch verstand, konnte Felix ihm unser Problem verklickern. Er war sofort bereit uns zu helfen. Zusammen mit einem Freund und Felix fuhren sie zur fest liegenden Festina lente. Die Männer hatten einen Luftkompressor an Bord und viele Meter Pressluftschlauch. Der Taucher nahm sich den Schlauch mit Mundstück und verschwand in der Tiefe. Nach kurzer Zeit kam er wieder hoch und wollte uns etwas erklären.

Tauchen mit einfachsten Mitteln. . .
Muchas gracias . .

Leider verstanden wir uns nicht. Während wir noch versuchten mit einem Übersetzungsprogramm Klarheit zu schaffen, kam ein anderer Ankernachbar mit dem Schlauchboot. Dieser sprach spanisch und nach wenigen Sätzen erfuhren wir, wir sind frei. Wir konnten es zunächst nicht glauben. . .

Aber die Ankerwinsch holte den Anker bis an die Oberfläche. Wir fuhren an einen anderen Ankerplatz und ankerten erneut. Da die beiden weder Geschenke noch Geld wollten, haben wir in aller Eile einige Dinge zusammen gepackt und ihnen mitgegeben.

Nun konnten wir endlich baden und relaxen an diesem wunderschönen Ort. . .

Ankern bei 28 Grad Lufttemperatur. . .

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