Zur Ria de Muros mit Notmanöver. . .

 Wegen Seenebels blieben wir noch einen Tag länger in Corme. Inzwischen war die Luft und auch das Wasser so kalt geworden, das mehr als 2 Schwimmzüge nicht drin waren. Die lauwarme Borddusche war da eine angenehme Erleichterung.

Ankerfeld vor Corme mit Festina lente, Goodtimes und weiteren Booten. . .

Wir nutzten den Tag für etwas Langfrist-Planung. Dabei wurde klar, die Algarve werden wir wohl bis Ende September nicht mehr erreichen. Wir haben nicht vor, an den vor uns liegenden schönen Rias vorbei zu fahren.

Abends, nach leckerem Essen an Bord, wird die Sonne stärker und es klart etwas auf. Wir machen einen kleinen Landausflug mit dem Beiboot. Beim Anlanden am Strand kommt gleich ein netter Spanier und hilft das Schlauchi auf den Strand zu tragen. 

Der Spaziergang dauerte nicht lange, da zog der Nebel wieder über die Ankerbucht. In kürzester Zeit war von den Booten nichts mehr zu sehen. Im Eilgang ging es zurück zum Strand, Beiboot ins Wasser gehoben und ab in den Nebel. Glücklicherweise konnten wir nach kurzer Blindfahrt unsere Festina lente erreichen.

Lecker Fisch- und Gemüsepfanne an Bord
Corme, Strandpromenade
Igrexa de Santa Maria da Atalaia aus dem 15. Jahrhundert
Im Nebel erreichen wir am Strand das Beiboot

Der nächste Tag brachte deutlich bessere Sichtverhältnisse. So fuhren wir teils unter Maschine, teils mit Segeln nach Camarinas. Diese Bucht liegt sehr schön geschützt gegen alle Winde.

Hafen von Camarinas. .

Hier trafen wir auch die SY Goodtimes wieder.

Ein kurzer Halt am Aussensteg des Yachthafens wurde zum Wasser bunkern und Decksreinigung
genutzt. Bei einem kleinen Gang durch den Ort, wegen Mariä Himmelfahrt waren die Geschäfte geschlossen, ließen wir uns von den Düften der auf dem Gehweg gegrillten Sardinen verführen.
Zwei freie Plätze an einem Tisch mit einem spanischen Paar waren schnell ausgemacht.
Es gab sehr leckeres Brot und 2×5 Sardinen. Nachdem die Bedienung kein Besteck brachte, fragte Dörte nochmal nach. Und wir bekamen, was uns fehlte. Das spanische Paar sprach ganz gut Englisch und erklärte uns dann, wie man Sardinen in Galizien isst: Die Sardine wird auf das Brot gelegt und dann ohne Besteck verspeist. Wir haben das versucht, fanden aber das es mit Besteck besser geht.

Sardinen auf galicische Art. .

Wir haben den Hafen dann verlassen und wieder den Anker geworfen. So konnten wir die Abendsonne noch genießen und etwas schwimmen. Das Wasser war in dieser geschützten Bucht auch wärmer. Es war eine tolle Atmosphäre.

Abendstimmung vor Anker in Camarinas- Bucht. . .

Am 15.08. haben wir gegen Mittag die Bucht verlassen um das Cabo Fisterra zu umrunden.

Bei leichten Winden um SSW wurde es wieder eine gemischte Motor- und Segelfahrt. Da freut man sich über ein Boot, das Hoch am Wind gut läuft.
Kurz vor Cabo Fisterra wären wir beinahe versenkt worden!
Schräg von achtern kam ein Fischerboot vermutlich unter Selbststeuerung auf. Wir liefen auch unter Selbststeuerung mit konstantem Kurs. Bei Näherkommen des Bootes machte Felix vom Steuerstand aus demonstrativ einige Fotos vom Fischerboot. Aber ohne Ergebnis. Die Jungs wollten auf kürzestem Weg zum Heimathafen. Als der Abstand noch eine Bootslänge betrug, gab es nur noch eines: Automat aus und ein Manöver des letzten Augenblicks. Die Jungs freuten sich noch, als sie an uns vorbei fuhren. Das war knapp.

Fishermen auf dem Heimweg. . .
Nach unserem Notkringel. . .

Als wir wenig später an Cabo Fisterra vorbei kamen, lichtete sich der Dunst für kurze Zeit, sodaß wir die Bergspitze mit dem Leuchtturm sehen konnten. Bald danach konnten wir endlich segeln ohne Motorhilfe. 

Cabo Fisterra

Gegen 20.00 Uhr waren wir in Muros fest. Im Hafen hatte Pedro sein Revier. Er ist ein besonders netter Hafenmeister, wenn man sich bei ihm anmeldet. Er spurtet dann vom Büro zum Steg, weist einen Liegeplatz zu und nimmt die Leinen an. Danach wurden wir noch mit Handschlag begrüßt. Dominique von SY Richard Parker begrüßte uns freudig, wir hatten uns seit Camaret sur Mer nicht mehr gesehen. Da gab es viel zu erzählen.

Dominique und Pedro, der Hafenmeister. .

In Muros konnten wir endlich neu Proviant einkaufen. Der Supermarkt war nur einige 100m vom Hafen entfernt. Ein Spaziergang am nächsten Tag in die Altstadt war beeindruckend. Der Ort ist für seine Häuser in den unterschiedlichsten Baustilen bekannt. Bereits 1286 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Die versteckte Lage hinter dem Monte Louro bot etwas Schutz gegen Piraten und andere Angreifer. Heute ist die unter Denkmalschutz stehende Altstadt ein touristischer Anziehungspunkt in Galizien. Die meisten Häuser sind schön renoviert. Ihre weißen verglasten Holzbalkone und der Blumenschmuck bilden einen schönen Kontrast zum Blau von Himmel und Meer. Die Fischer von Muros betreiben eine der größten Muschelzuchten in Galizien.

Muros Strandpromenade. . .
Eine der vielen Altstadtgassen. . .
Horreos, alte Kornspeicher findet man hier oft. . .
Kirche Santa Maria do Campo aus dem 13. Jahrhundert. . .

Abends sind wir mit Vera und Dominique, SY Richard Parker und Johanna u Stefan, SY Goodtimes am Praza do Curro Essen gegangen. Es wurde ein kurzweiliger Abend. . .

Am nächsten Tag fuhren Vera und Dominique weiter.

In gemütlicher Runde gab es viel zu erzählen. . .

Wir blieben noch, da wir unser Winterlager klären und einen möglichen Besuch, auf einer der unter Naturschutz stehenden Inseln weiter südlich, genehmigen lassen mussten.

Abends saßen wir noch mit Ute und Hermann vom Katamaran Thetis, Emden bei einem Gläschen Wein zusammen. Am anderen Morgen sind sie auch weiter gefahren. . .

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2 Gedanken zu “Zur Ria de Muros mit Notmanöver. . .

  1. Hallo ihr 2,

    habe in den letzten Tagen öfters in euren Blog geschaut. Ist immer wieder schön.
    Die schönen Fotos und die interssanten Berichte dazu. Zusammen mit der Karte, die immer Zeigt wo ihr gerade seit, macht es große Freude euren Super-Törn aus der Heimat zu verfolgen.
    Viel Freude noch und gutes Gelingen für all eure Vorhaben.

    Gefällt mir

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