Porto. . .und mehr

Viano do Castelo erreichten wir gegen 18.00 Uhr. Wir hatten uns nicht beim Hafenmeister angemeldet. Das führte auch gleich zu einem Missverständnis: Wir wollten am Aussensteg bei Richard Parker längsseits gehen, während der Hafenmeister uns in den Innenhafen bugsieren wollte und dazu die Schwingbrücke öffnete. Er war etwas böse über das Missverständnis, später haben wir uns wieder vertragen. . .
Bei der Erledigung der Formalitäten sagte er auch gleich, dass die Portugiesen im Gegensatz zu den Spaniern viel Englisch sprechen, was das Leben für uns Ausländer deutlich erleichtert.

Abends sind wir in der Stadt noch gemeinsam mit Vera und Dominique essen gegangen. Der Restauranttip war wirklich gut:

Cozinha das Malheiras, Rua Gago Coutinho 19, Viano do Castelo 

In der Altstadt von Viano do Castelo. .

Am nächsten Tag trennten sich unsere Wege wieder und wir haben den Ort angesehen. Der Rundgang führte durch die schöne Altstadt und mit dem Elevator zur Kathedrale Santa Lucia auf dem Berg. Dort erlebten wir eine portugiesische Hochzeit. Die schöne Braut und der dandyhaft gekleidete Bräutigam hoben sich von einem Teil der Hochzeitsgäste deutlich ab. Gegenüber einer deutschen Hochzeit fielen die vielen Kinder auf. Der Fotograf scheute keinen Aufwand, sogar eine Drohne schwirrte über den Gästen und filmte das Ganze.

Von der Kathedrale hatten wir einen tollen Ausblick auf die Mündung des Rio Lima, die Stadt und den angrenzenden Küstenstreifen.

Blick auf den Rio Lima flussaufwärts. . .
Viana do Castelo und die Flussmündung. .
Kathedrale Santa Lucia. . .
Das frisch verheiratete Paar. . .
Der Bahnhof erinnert mich irgendwie an meine Märklin-Eisenbahn. . .
 

Am 28.08. haben wir uns kurzfristig entschlossen weiter zu fahren. NNW5 und Sonnenschein verhießen einen schnellen Segeltörn. So war es dann auch. Eine Atlantikdünung von 2m und ein frischer (kühler) Wind von achtern ließen von den Rias träumen. Aber wenigstens ging es gut voran. Auf die Einfahrt nach Porto haben wir verzichtet, da uns bei dem Seegang die flache Einfahrt vor Porto nicht ungefährlich erschien.

So macht das Segeln Spass. . .
Bei Niedrigwasser und Seegang wollten wir da lieber nicht hinein fahren. . .
 

Erfreulicherweise liegt Leixoes 5 sm vorher mit einer bei allen Wetterlagen nutzbaren Einfahrt. Außerdem hatten wir gehört, dass die Hafengebühren nur halb so hoch wie in Porto sein sollten. Der Hafen war etwas einfacher gehalten und wir hatten nach Porto eine knappe Stunde Anreise.

Am Strand von Leixoes. . .

Die Anfahrt mit der S-Bahn begann gleich mit einem Problem: Am Fahrkartenautomaten steckte Felix 2×2,- EUR in den Schlitz ( 3,60 waren zu zahlen) und nichts passierte. Keine Tickets und kein Geld zurück. Dann kam schon die Bahn. Wir hinein. Felix wartete schon auf Kontrolleure und wollte sie bitten, das Wechselgeld auszuzahlen. . .

Gottseidank kam niemand. Später trafen wir unsere dänischen Liegeplatznachbarn, sie hatten Ähnliches erlebt.

In Porto war es richtig warm. Die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel, wir waren über jeden Luftzug froh. So ging unser Weg vorbei an der Igreja da Trindade, am Gebäude der Stadtverwaltung, am Bahnhof S.Bento (Soll der Schönste in Europa sein) und weiter zur Kathedrale. Auf Schritt und Tritt boten sich immer neue atemberaubende Anblicke. Die Stadt liegt am Hang, sodass viele Treppenstufen überwunden werden mussten. Nach einer kleinen Mittagspause gingen wir zur Ponte de D. Luis I. Für mich ist sie die Schönste der Brücken über den Douro. Der Blick über den Fluss in beide Richtungen, sowie die vielen Altstadtbauten sind unvergesslich. Felix fühlte sich dort oben nicht so recht wohl, mit jeder vorbei fahrenden S-Bahn geriet die alte Stahlbrücke in Schwingungen.

Igreja da Trindade. .
Die Stadtverwaltung und ein Kunstwerk gegen den Plastikmüll in den Meeren. . .
Der alte Bahnhof Porto Sao Bento in der Nachmittagssonne. . .
Teilansicht der Azulejos im Bahnhof. . .
Die Kathedrale von Porto , Baubeginn Anfang des 12. Jahrhunderts. . .
Die Ponte de D. Luis I . . .
Gut die Hälfte der Brücke hatten wir überquert, da beobachteten wir, wie eine Frau, ca. 60 Jahre alt, versucht das Brückengeländer zu übersteigen. Es war klar, was hier geschehen sollte. Felix läuft die wenigen Schritte zu ihr hin, ergreift ihre Oberarme und ruft “ No, no, no“.

Dörte und ein weiteres junges Paar kommen hinzu und versuchen die Frau zu beruhigen. Sobald sie losgelassen wurde, versuchte sie erneut über das Geländer zu steigen.

Dann hat Felix am Brückenende einige Portugiesen um Hilfe gebeten. Die Polizei kam auch nach wenigen Minuten im Laufschritt auf die Brücke und nahm sich der Frau an.

Wir hoffen das sie notwendige Hilfe auf diesem Wege bekam. . .
Wir haben unseren Rundgang fortgesetzt, konnten uns gedanklich aber nur schwer von der Frau trennen. Immerhin hatte sie unser Alter. . .

An diesem Ufer des Douro sind die Portweinkellereien beheimatet. Hier werden den Touristen Besichtigungen und Weinproben für teuer Geld verkauft.

Die Jugendlichen machen an der Brücke auch ein Geschäft mit den Touristen. Sie springen von der unteren Brückenkonstruktion in den reißenden Douro. Vorher gehen die Freunde bei den Touris rum und sammeln. In der 1/4 Stunde, wo wir auf den Sprung warteten, kamen sage und schreibe 5 Freunde und wollten Geld sammeln. Wir haben später im Brückencafe auf der anderen Seite die letzten Sonnenstrahlen bei einem Glas Sangria genossen. 

Danach hatten wir keine Lust den steilen Aufstieg zur Oberstadt zu Fuß zu gehen. Dörte ließ sich leicht überreden die Schrägseilbahn zu nehmen. Das war portugiesische Hightech: Da die Schienen kein konstantes Gefälle hatten, wurde die Gondel variabel immer in der Waage gehalten!

In der zunehmenden Dämmerung war der Rückweg zum Bahnhof auch interessant, da wir auch hier auf weitere Sehenswürdigkeiten stießen.

Den nächsten Tag ließen wir es etwas ruhiger angehen. Die bisher nicht erreichten Sehenswürdigkeiten standen auf dem Programm: Der Bahnhof nochmal von innen mit seinen schönen Wandfliesen, einige Altstadtstrassen, der Torre dos Clerigos und die alte Straßenbahn.

Für den Torre, Turm, mussten wir 6,- Eur bezahlen. Nach dem wir gezahlt hatten, rückte die Dame mit der Info heraus, eine halbe Stunde am Turm warten zu müssen. Die Schlange war aber so lang, dass wir bald merkten, es würde mindestens 1 Stunde dauern. Wir schauten uns an und waren uns einig, so geht’s nicht. Zurück an der Kasse, wollte die Dame wohl keine Unruhe haben: Sie zahlte das Geld ohne viel Aufhebens zurück! 

Der Torre dos Clerigos nur von aussen. . .
Die Strassenbahn erinnert an Lissabon. . .
Portwein und Bolinhos de Bacalhau (Appetithäppchen). . .

Wir sind dann zum Douro runter und haben eine Flussfahrt zu den 5 Brücken gebucht. Geld hatten wir ja wieder. Die 45 Minuten gingen schnell rum und wir bekamen noch eine neue Perspektive zu sehen.

Zurück am Douro-Ufer hatten wir etwas Hunger und bestellten 1 Francesinha (Portugiesisch kleine Französin, Sandwich mit Käse, Beefsteak, Kochschinken, Würstchen und viel Käse überbacken und dickflüssiger Tomatensoße). Typisch für Portugal, ursprünglich aus Porto.

Die Brücken sind eine weitere Sehenswürdigkeit am Douro. .
Selbstgegrillte Chorizowurst. . .

Danach hatten wir noch weiteren Appetit. Eine gegrillte Chorizo-Wurst und Oliven rundeten das Mahl ab. Derweil hatte ein junges Tanzpaar in Ufernähe eine Musikbox aufgebaut und begonnen, heiße Rythmen zu tanzen. Auch wir ließen uns begeistern und blieben noch. Es wurde schon dunkel, als wir uns auf den Rückweg machten und diesen schönen Tag beendeten.

Das sind richtige Profis. . .

Den Mittwoch nutzten wir zum relaxen und planen, das Wetter war anfangs bewölkt und dunstig, die Sonne wollte erst nachmittags durchkommen.

Für uns war Porto ein richtiges Highlight an das wir uns gern erinnern. . .

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