Über Peniche zur Mündung des Rio Tejo. . .

Das Cabo Carvoeira mit Leuchtturm. . .
Die Touristenboote bieten ihren Gästen auf der Rückfahrt von den Islas da Berlenga gern mal eine SY in Nahaufnahme. . .

Schnell hatten wir die 25 Seemeilen nach Peniche zurückgelegt. Wir rundeten das Cabo Carvoeira, sahen die Islas da Berlenga von weitem und legten uns am Gästesteg in Peniche längsseits neben einer deutschen Reinke ( Stahlschiff ), die ziemlich runtergekommen aussah.

Später erfuhren wir vom Hafenmeister, dass das Schiff nördlich von Peniche gestrandet war. Der Eigner, 72 Jahre, war auf Nordkurs und an allen Felsen schon vorbei, als er eingeschlafen war. Ob unsere Festina lente das wohl auch so überstanden hätte???

Die Reinke schwimmt trotz Strandung. . .

Peniche ist mehr Fischereihafen als Yachthafen. Portugals zweitgrößter Umschlagsplatz für Sardinen. Ansonsten hatte der Ort nicht sehr viel zu bieten. Er war klein, hatte natürlich wieder eine Festung, die wir uns anschauten. Wir spazierten durch einige hübsche Gässchen mit vielen Azulejos ( bemalte Wandfliesen ) und genossen ein Prato to dia, ein preisgünstiges Tagesgericht, Rabalo (Wolfsbarsch) und Sardinen.

Sonnenaufgang in Peniche. . .

Unsere Reise sollte am nächsten Tag eigentlich weiter gehen. Der Hafenmeister riet aber davon ab. Bei dem angesagten Wind, ca. 6 -7 Windstärken, bilden sich hinter dem Cabo da Roca hohe Kreuzseen und die Windstärke soll auch schnell kräftig zunehmen. Also hielten wir es an unserem Liegeplatz lieber noch einen weiteren Tag aus. Durch die Berufsschifffahrt und durch die Atlantikwelle gab es ständig hohen Schwell.

Am 9.9. starteten wir zeitig. Wir hatten uns mit Johanna und Stefan von der SY Good Times verabredet. Auf dem Weg nach Cascais wollten wir gegenseitig Fotos von unseren Schiffen machen. Leider verließ uns der Wind zwischenzeitlich wieder und auch auf die angesagten Windstärken mussten wir vergeblich warten. Dann kam er aber der Wind, hinter dem Cabo da Roca, wie versprochen!

Festina lente in leichter Atlantikdünung. . .

Wir sausten Richtung Cascais mit tollem Wind, ohne Kreuzseen und ohne Nebel.

Zum Cabo da Roca schauten wir hoch und suchten die Plattform, auf der wir vor einigen Jahren schon gestanden haben und über den großen Ozean schauten. Jetzt segelten wir hier mit unserem Boot vorbei, am westlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Ein schönes Gefühl!

Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlandes. . .

Hinter dem Cabo da Roca liegt das Sintragebirge. Von See aus konnten wir auch das Neuschwanstein von Portugal entdecken. Den Palast von Dena.

Cascais liegt ca 25 km vor Lissabon. An der Mündung des Rio Tejo und am Rande des Atlantiks.

Hier gab es einen Anmeldeponton. Felix kam vom Einklarieren mit einer Flasche Wein zurück. Eine Marina vom Feinsten, für alle Bedürfnisse, die das Herz begehrt. Wir haben nach den letzten, einfachen Häfen diesen Luxus auch ein bisschen genossen. Auch wenn jeder Steg seine eigene Chipkarte hatte. Sodass das Besuchen von anderen uns bekannten Schiffen nicht ganz einfach war. Es nervte! Über das Bezahlen reden wir nicht.😀

Gepflegte Häuser und Strassen in Cascais. . .
Unser neuer Trolley, geländegängig. . .

Es gab ein Wiedersehen mit Vera und Dominique. Auf der Richard Parker lernten wir dann auch noch Sabina und Michael mit ihrer Anyway kennen. Zusammen mit der Good Times hatten wir 8 einen einen sehr schönen Abend.

Megayachten in Cascais. . .
Der Leuchtturm von Cascais mit nächtlicher Beleuchtung. . .

Nachdem wir uns Cascais ein wenig angeguckt hatten, ein wirklich schöner Ort, legten wir uns in der Bucht draußen vor Anker. Hier hatten wir die richtige Distanz, um einen der Lieblingsplätze der Schönen und Reichen von Lissabon und anderen Teilen Europas zu genießen. Wir hatten es hier richtig gut, genossen das Wasser. Hier war es merklich wärmer, als draußen am freien Atlantik. Zum Einkaufen und Bummeln führen wir mit dem Schlauchboot an Land. Vor Anker gab es nette Gespräche und Besuche mit und von anderen Ankerliegern.

Ankerbucht bei Cascais. . .
Es gibt immer etwas zu tun, hier wird die Beiboothubeinrichtung ausprobiert. . .

Nach 2 Nächten gingen wir Anker auf und segelten die 6 sm bis Oeiras. Hier hatten wir uns einen Platz reserviert.

Oeiras war für uns sicher einer der schönsten Häfen unserer Reise. Viel kleiner als Cascais, deshalb fanden wir hier keine Megayachten. Das ganze Personal sehr nett und hilfsbereit und jeden Morgen gab es frische Brötchen ins Cockpit. Die Waschmaschine kostete 2€ pro Ladung. Mit der Bahn fuhren wir 15 Min. nach Lissabon hinein. Am Yachthafen befand sich ein Schwimmbad, welches wir kostenlos mit benutzen durften.

Blick Richtung Lissabon mit Tejo-Brücke. . .
Das Schwimmbad am Hafen. . .

Hier war jetzt auch unsere kleine Segelcommunity vereint. Die Einen bereiteten sich auf den großen Schlag nach Madeira vor und wir beschäftigten uns mit den Vorbereitungen für unser Winterlager. Schon vor etlichen Wochen hatten wir dieses in Seixal/Lissabon gebucht. Felix beseitigte letzte Undichtigkeiten an der Leitung des Tagestanks.

Edelstahlteile, insbesondere der Geräteträger wurden geputzt. Gefühlte 20 Waschmaschinenladungen trockneten an unserer Wäscheleine. Alles, was wir zu Hause nach der Segelsaison waschen, wurde auch hier in die Maschine gestopft. Alles trocknete im Nu. Der gesamte Schuhschrank wurde durchforstet , Seestiefel und Ölzeug gewaschen und gepflegt. Wir konnten schon einige Arbeiten auf unserer Liste abhaken.

Oeiras, nächtlicher Spaziergang. . .

Am 18.09. war es dann soweit. Wir mussten Abschied nehmen. Vera und Dominique, SY Richard Parker, machten sich zusammen mit der Anyway auf den Weg nach Madeira. Viele Wochen waren wir auf der selben Route. Wir haben uns immer wieder auf ein Treffen gefreut und viele schöne Stunden gemeinsam verbracht. Haben Erfahrungen ausgetauscht, zusammen gegessen und getrunken, viel Spaß gehabt und viel gelacht. Schön, dass wir euch kennenlernen durften, wir werden euch weiter begleiten und wünschen euch eine glückliche Reise.

Gute Reise Vera und Dominique. . .
Gute Fahrt Sabina und Michael. . .

Abschiede sind nicht schön. So sehr wir uns auf die Reise gefreut hatten, der erste Abschied war zu Hause.

Wir sagten unserer Familie und unseren Freunden für Monate Tschüss. Neue Bekanntschaften zu knüpfen bringt Freude. Es ist schön, wenn man sich etwas zu erzählen hat und sich freut, sich wiederzusehen.

Aber dann gibt es wieder Trennungen. Ja, Abschiede gehören wohl zum Fahrtensegeln dazu. . .

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