Schöne Tage in Oeiras und Lissabon. . .

In Oeiras vergingen die Tage wie im Fluge. Morgens holte man die im Cockpit liegende Brötchentüte unter Deck, ging dann zum Duschen und später gabs Frühstück im Cockpit. Dazu schien die Sonne bereits so stark, dass es angenehm war im Schatten zu sitzen. Meist überlegten wir uns dann, was wir an dem Tag außer den notwendigen Erledigungen noch machen wollten. Wenn nichts Größeres anstand, gingen wir nachmittags ins Schwimmbad und fühlten uns für einige Stunden wie Pauschalurlauber, die morgens am Pool erfolgreich eine Liege ergattert hatten. 

Nachdem am 18.09. im Bad die Winterpause begann, haben wir gern mal einen der Sandstrände aufgesucht. Am Besten gefiel uns der Strand Praia de Carcavelos mit dem Italiener darüber. Hier gabs nicht nur gute und preiswerte Pizzen, sondern auch eine nette Eisdiele mit angeschlossener Bar. Badetechnisch war es wegen der Wellenbildung etwas anspruchsvoller.

Baden am Strand. . .
Sonnenuntergang am Praia de Carcavelos. . .

Hier trafen wir uns auch gern mit den anderen Crews zum gemeinsamen Pizzaessen.
Mit voran schreitender Zeit wurden die Planungen fürs Auswintern immer detaillierter. 

Darüber hinaus wollten wir noch einige Tage in Lissabon verbringen. Der 21. und 22. war für Lissabon geplant. Die Fahrt mit der S-Bahn war wieder ein Abenteuer: 

Am Bahnsteig waren beide Fahrkartenautomaten im Service. Einen menschlichen Fahrkartenverkauf gab es nicht. Die Bahn kam und wir rein. Nach 6 Stationen hatte das Herzklopfen ein Ende. Dachten wir. Aber die Bahnsteige haben hier Sperren, die sich nur öffnen, wenn man seine Fahrkarte drauflegt. Hinter den Sperren standen 2 Wachleute und unterhielten sich. Wir haben dann versucht, mit anderen Fahrgästen zusammen durch die Sperren zu gehen. Das klappte nicht beim 1. Versuch. Schließlich waren wir durch, die Wachleute interessierten sich erfreulicherweise nicht für uns. . .

Wir haben uns dann erstmal ein Bus-Rundfahrt-Ticket gekauft. Hop on hop off. Damit haben wir uns zunächst auf die bequeme Art Teile der Stadt angesehen.

Baixa Pombalina, das Rathaus von Lissabon. .
Die Brücke des 25. April mit Christus Statue. . .

Lissabon ist die größte Stadt Portugals, hier leben etwa 3 Mio. Menschen. Die Stadt hat eine wechselvolle Geschichte, die in den Anfängen bis 1000 vor Christus zurück reicht. Geprägt durch verschiedene Eroberungen hat die Stadt auf den 7 Hügeln sehr verschiedene Gesichter.

Ende des 15. Jahrhunderts entwickelte sich Lissabon zu einem Zentrum des Welthandels durch die Entdeckung des Seeweges nach Indien (Vasco da Gama) und die nachfolgende Ausbeutung der Kolonien in Afrika, Asien und Südamerika.

Verschiedene Erdbeben und Epedemien setzten dieser Entwicklung immer wieder ein Ende. Besonders das große Beben von 1755, wo 2/3 der Stadt zerstört wurden und in ganz Portugal bis zu 100000 Opfer zu beklagen waren.

In dieser Situation hat sich der Markgraf von Pombal mit seinem berühmt gewordenen Ausspruch ( Wir müssen die Toten begraben und uns um die Lebenden kümmern) und seinem Organisationgeschick große Verdienste erworben. Die besonders betroffenen Stadtteile wurden erdbebensicher neu aufgebaut. Noch heute ist die Unterstadt, die Baixa, mit ihren rechtwinklig angelegten Straßen Ergebnis dieser Planungen. Hier sind wir dann zu Fuß durch die Stadt geschlendert. Nach einem Abendessen in der Altstadt hatten wir wieder Kräfte gesammelt, um noch weiter zu gucken. 

Die Statue des Marques de Pombal. . .
Der Elevador de Santa Justa, verbindet die Baixa mit dem höher gelegenen Chiado. .

Am Elevador de Santa Justa, einem der Fahrstühle in der Stadt, standen die Menschen in einer langen Schlange an. Nicht unser Ding. Wir sind den Weg in die Oberstadt zu Fuß gegangen und hatten den Eindruck, hier schon einmal bei unserem Lissabonbesuch vor 6 Jahren gewesen zu sein. Nach 10 Minuten waren wir am oberen Ausgang des Fahrstuhls und konnten die Aussicht genauso genießen. Unser weiterer Weg führte uns bis zum Cais do Sodre, der S-Bahn-Station, von wo wir mit ordentlichen Tickets zurück fuhren.

Am nächsten Tag sind wir auf der Hinfahrt bereits in Belem aus der S-Bahn ausgestiegen. Mit dem Torre de Belem und dem Seefahrerdenkmal zur Erinnerung an die Entdeckungsfahrten waren hier 2 der am häufigsten besuchten Attraktionen anzusehen. Von hier sind einige der Entdeckungsreisen gestartet. 

Der Torre de Belem, eine der am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten. . .

Mit dem Bus sind wir dann zum Praca da Figuera gefahren, sind in eine andere Linie umgestiegen und sind u.a. am Tejo entlang zum Parque das Nacoes gefahren, wo 1998 die Weltausstellung stattfand. Hier gab es einige interessante Beispiele moderner Baukunst zu sehen.

Der Vasco-da-Gama-Turm. .
Der Bahnhof Lissabon Oriente, Ostbahnhof. . .

Später sind wir zu Fuß zum Castelo de Sao Jorge und hatten von dort einen tollen Blick über die Stadt, zur Brücke vom 25. April, der Golden Gate Bridge von Lissabon, sowie der Christusstatue Cristo-Rei gegenüber von Lissabon, die als Erinnerung an die Neutralität Portugals im 2. Weltkrieg errichtet wurde.

Die Igreja de Santa Maria Maior, davor die berühmte Strassenbahnlinie 28 . . .
Auf dem Castelo de Sao Jorge. . .
Blick über Lissabon zur Brücke des 25. April. . .

Nach 2 Tagen Lissabon taten uns schließlich die Füße weh und wir fuhren etwas früher zurück.

Am Freitag wollten wir unter Segeln den Tejo hinauf fahren. Das Ganze wurde eine etwas nervige Tour. Zunächst liefen wir unter Maschine aus dem Hafen. Kurz nachdem wir die Mole verlassen hatten und im mit 2 kn auslaufenden Tejo waren, blieb der Diesel stehen. Felix vermutete Luft in der Leitung. Also zunächst das Vorsegel ausgerollt um steuerfähig zu bleiben. Mit kleiner Fahrt über Grund fuhr Dörte den Tejo hinauf, während Felix die Dieselleitung entlüftete. Nach kurzer Zeit bemerkte Felix den wahren Grund für das Problem, ein Ventil in der Dieselzuleitung war geschlossen (war wegen der Undichtigkeit in der Tagestankzuleitung geschlossen worden).

Gleich beim ersten Startversuch sprang der Diesel an und lief danach ohne Probleme. 

Nun war Zeit das Groß zu setzen und anständig zu segeln. Kurze Zeit liefen wir gute Geschwindigkeit, dann wurde der Wind sehr unstet, sodaß wir Motorunterstützung benötigten. Diese Situation schien sich auch nicht ändern zu wollen, als wir uns der Brücke näherten. Da wir noch eine Stunde bis Niedrigwasser hatten drehten wir um, um nicht auch die Rückfahrt im Gegenstrom fahren zu müssen. Wir waren knapp am Torre de Belem vorbei, da drehte der Wind auf 5 Bft auf. Reffen von Groß und Genua war angesagt. Nun wussten wir, wieso die Entdecker von hier los gefahren waren. . .

Mit gerefften Segeln den Tejo flussabwärts. .
In Oeiras wurden die Segel dann abgeschlagen und nun begann der weniger erfreuliche Teil der Reise, das Vorbereiten fürs Winterlager. Und das bei schönstem Sommerwetter. . .
Der Aussenborder wird mit einfachsten Mitteln gespült. . .

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