Heiße Tage auf dem Hochsitz. . 

Die letzten Tage in Oeiras gingen eigentlich zu schnell rum. Unsere Liste der zu erledigenden Arbeiten wurde nur sehr langsam kürzer. Manche Arbeiten brauchten ohne die gewohnten Hilfsmittel auch einfach viel länger, z.B. das Außerbetriebsetzen des Aussenborders mit Tank entleeren, Vergaser leer fahren und mit Frischwasser spülen.
Samstagabend saßen wir ein letztes Mal mit den anderen Crews zusammen, die dann auch, nach und nach, ihre Weiterfahrt planten (Johanna und Stefan, SY Goodtimes; Niko und Laurids, SY Lisa; Jens, SY Punctulum).

Für Montag sagte der Wetterbericht 6 Bft um N an. Wir bereiteten deshalb unsere Sturmfock am Kutterstag vor, denn ganz ohne Segel wollten wir den Hafen nicht verlassen.

Ein letzter Abschied von Allen, dann verließen wir den Hafen und mit anfangs 2 kn Strom gings stromaufwärts. Dabei konnte die alte Sturmfock von der Melody das jahrelange Dasein im Sack gegen frische Luft und Sonne tauschen. Jenseits von Belem und der Brücke nahm der Wind ab und bald liefen wir nur noch unter Maschine mit dem guten Gefühl das Thema Sturmfock erledigt zu haben.

Unter Maschine, Sturmfock und mitlaufendem Strom den Tejo hinauf. .

Die Zufahrt nach Seixal führte durch ein betonntes Fahrwasser, danach mussten wir durch ein

 Bojenfeld mit kleineren und größeren Booten. Einige Yachten waren auch bewohnt, ein idyllisches Plätzchen. Obwohl wir die Durchfahrt vorher intensiv recherchiert hatten, machte sich doch leichte Anspannung breit. Die letzte Meile nach Amora zur Tagus-Werft war dann wieder betonnt, was wir vorher nicht wussten. Diese Zufahrt wird sicher von Zeit zu Zeit ausgebaggert, denn wir hatten immer reichlich 3 m Wassertiefe nahe Hochwasser. 

Bald winkte uns jemand zu, es war Rafael, einer der Werftchefs. Er erwartete uns bereits und nahm uns die Festmacherleinen ab.

An der Taguswerft werden wir erwartet. .
Warten auf den Kran. . .

Nach der Mittagspause kamen die Werftleute und der große Portalkran, dann ging alles ganz schnell und professionell. Festina lente wurde aus dem feuchten Nass gehoben, das Unterwasserschiff abgespritzt und dann zum Winterliegeplatz gefahren. Die Männer hatten schon Lagerböcke vorbereitet. Mit großer Sorgfalt wurde der Rumpf abgestützt, der Kran fuhr weg.

Unter der Aufsicht des Chefs beginnt die Kranung. . .

Der 70 Tonner mit 7 To unterwegs. . .
Nun haben wir einen Hochsitz. . .

In den nächsten Tagen hatten wir immer noch das Gefühl, das Boot würde sich bewegen. Aber dazu hätte es schon ein Erdbeben gebraucht. . .

Auf dem Platz standen Boote aus den verschiedensten Ländern, besonders fielen 7 Boote aus Hamburg auf. Soweit die Boote bewohnt waren, kamen wir mit den meisten Bewohnern schnell in Kontakt.

Nun begann das Leben auf dem Hochsitz. Es war noch eine Menge zu tun. Die Maschine für die Winterpause vorbereiten, innen und außen alles reinigen und und und. . .

Blick vom Hochsitz über die Lagune. . .
Die Lagune bei Niedrigwasser. . .
Die Zufahrt bei Niedrigwasser . . .

Die Tage waren sehr warm. Temperaturen von 30+ machten das Leben unter Deck anstrengend. Abends kühlte es sich dann ab. Im nahen Restaurant gab es leckeres Essen für kleines Geld und die Menschen waren sehr freundlich. Am 2. Abend feierte am Nachbartisch eine Familie den Geburtstag der Mutter. Es dauerte nicht lange, da wurden wir eingeladen, mit von der Geburtstagstorte zu essen und ein Gläschen Portwein bekamen wir auch.

Die Geburtstagstorte wurde mit uns geteilt. . .

Am Mittwochnachmittag haben wir das Boot dann abgeschlossen und sind mit dem Taxi nach Lissabon gefahren. Für die letzte Nacht hatten wir ein Hotelzimmer gebucht, in Sichtweite des Flughafens. So konnten wir am nächsten Morgen ohne Stress den Flughafen erreichen und den Heimflug antreten. . .

Hier unterbrechen wir die Blogeinträge und verbringen die Wintermonate in Deutschland.
Im nächsten Jahr werden wir zurückkehren und unseren Traum weiter leben und weiter segeln. Wann und wohin werden wir dann entscheiden.
Allen die uns mit Blogkommentaren, über Email, Whatsapp, SMS oder mit persönlichen Telefonaten begleitet haben, sagen wir ein herzliches Dankeschön. 

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2 Gedanken zu “Heiße Tage auf dem Hochsitz. . 

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