Saisonvorbereitung bei 28 Grad. . .

Saisonvorbereitung bei bis zu 28 Grad und blauem Himmel, täglich.

Nach 2 Hotelübernachtungen in Caparica zogen wir wieder auf unserem Hochsitz ein. Inzwischen hatten wir eine gewisse Ordnung und Sauberkeit wieder hergestellt. Unsere Saisonvorbereitungen liefen bei diesen Temperaturen etwas ungewohnt ab: Hin und wieder ein kleines Päuschen, ein Schluck Wasser oder auch ein Moment Schatten brachten eine angenehme Erleichterung, bei

Demontage und Montage eines neuen Bordwanddurchbruchs und Ventils in Kunststoffausführung;

Einbau eines zusätzlichen Seewasseranschlusses;

Propeller und Saildrive präparieren. Dummerweise hatten wir nicht an neue Zinkanoden für den Prop gedacht, aber Rafael von der Taguswerft konnte aushelfen.

Das komplette Unterwasserschiff neu mit Antifoulingfarbe streichen, war bei den Temperaturen auch ein Novum, die Flächen mussten schon sehr klein sein, da ansonsten die Farbe an der Rolle trocknete.

Für das Rumpfreinigen und -polieren hatten wir uns noch vor Ort eine Poliermaschine gekauft.

Hinterher waren wir uns nicht sicher, was anstrengender war: Das Verfahren des Arbeits-Gerüsts mit einem platten Reifen oder das eigentliche Polieren mit der Maschine.

Überall wurde gearbeitet, hier Flaggenleinen einziehen.
Polieren, möglichst auf der Schattenseite. .
Für Sonntag den 9.4.17 war auf der Taguswerft mal wieder zum gemeinsamen Grillen geladen worden. Bei dieser Gelegenheit konnten sich auch die Bewohner kennen lernen, die sich bisher noch nicht näher gekommen waren. So sie denn teilnahmen.

Es traf sich eine nette internationale Runde aus Niederländern, Belgiern, Franzosen, Deutschen und natürlich Portugiesen zum gemeinsamen Klönschnack beim Grillen.

Grillen in fröhlicher Runde . .
Meerestiere. . .

Am 11.4. musste der Leihwagen in Flughafennähe wieder zurück gegeben werden. Gegen 15.00 Uhr waren wir dort und diesmal gabs keine Schwierigkeiten.

Mit dem Flughafenbus fuhren wir bis zum Bahnhof, machten am Cais do Sodre noch ein Päuschen und hatten zum ersten Mal wieder das Gefühl als Tourist in Lissabon zu sein.

Entspannung mit Blick auf den Tejo. . .
Wir setzten dann mit einem Katamaran nach Seixal über. Der Versuch von hier mit dem Taxi nach Amora zur Taguswerft zu fahren, misslang komplett. Man verstand Felix nicht am Telefon. So nahmen wir schließlich den Bus, der uns für kleines Geld bis kurz vor die Werft fuhr.

Für den 12.4. hatten wir das Abslippen vereinbart. Gegen 13.00 Uhr sollte der Portalkran kommen und das Boot in die Gurte nehmen. Vermutlich Luft in der Dieselleitung führte immer wieder zu Verzögerungen. Schließlich hingen wir gegen 14.00 Uhr in den Gurten, kurz vorm Slippen.

Das war die Gelegenheit, die noch vorhandene Antifoulingfarbe, auf der Kielunterseite und den anderen Auflagerstellen zu verstreichen. Bis kurz vor Hochwasser konnte die Farbe noch trocknen. Zwischenzeitlich wurde der Kran noch repariert und aufgetankt, sodass Festina lente gegen 16.30 ins Wasser kam und wir kurze Zeit später ablegen konnten.

Soviel Farbe bekam die Kielunterseite lange nicht mehr. . .
Begleitet von vielen guten Wünschen für den weiteren Törn, fuhren wir in den Tonnenstrich zur Lagune von Seixal ein. Bei schönstem Wetter, aber immer Wind gegenan, ging der Kurs Richtung Tejo.

Danke und Tschüss Rafael. . .
Wir waren sehr erleichtert, wieder im Wasser zu sein und bald unbeschadet tiefes Wasser erreicht zu haben.


Die weitere Fahrt den Tejo abwärts war sehr entspannt, bei 2 kn mitlaufendem Strom, passierten wir die Ponte (Brücke vom 25.April), das Seefahrerdenkmal (diesmal ohne Gerüst) und Torre de Belem.

Die Brücke. . .
Eine kleine Überraschung gab es dann im Yachthafen von Oeiras. Für unseren angekündigten und bestätigten Besuch war zunächst niemand zu erreichen. Man hatte um 18.00 Feierabend gemacht.
Nach einem Telefonat mit dem Hafenmeister(?) trafen wir einen Wachmann, der informiert war und uns die möglichen Liegeplätze zeigte und die Magnetkarte gab.

Später fanden wir an Bord noch die alten Karten vom letzten Jahr, die auch noch funktionierten.

In Oeiras angekommen. . .
Am Vortag hatten wir noch eine E-Mail von Oeiras bekommen, das einige Pakete beim Postamt für uns lagern und eines davon am 14.04. zurück geschickt werden würde. Da war Eile angesagt. Da ein recht großes, schweres Paket dabei war, hat Felix sich dann mit einem Pkw vom Hafenbüro zur Post fahren lassen.

Erfreulicherweise gab es nur einen Kollateralschaden. Ein Glas Pesto war ausgelaufen, die Geburtstagsgeschenke und Bücher waren unbeschadet.

Damit konnte der Tag beginnen. Geburtstagsfrühstück, Geschenke und viele Emails, Anrufe und WhatsApp-Nachrichten für Dörte. Zwischendurch wurde das Deck noch abgespritzt und die Welt war wieder in Ordnung.
Abends zum Italiener und noch ein Vino an Bord, so ging ein schöner Tag zu Ende.

Ostern an Bord. . .
Ostern nahte mit Riesenschritten. Mit etwas am Boot arbeiten und etwas Sightseeing haben wir die Zeit genutzt und trotzdem etwas zurück geschaltet. Und dann die Überraschung, Ostermontag ist hier ein normaler Arbeitstag.

Ostersonntag sind wir gegen Abend nach Cascais gefahren, wir wollten unbedingt Chicken PiriPiri essen. Auch wenn es nicht so war, wie wir es mal an der Algarve kennen gelernt haben. Es wurde ein interessanter Abend:

Am Nachbartisch saß ein finnisches Paar, so Anfang 70. sie sprachen mit einem einzelnen Herrn, den wir für einen Skandinavier hielten. Als wir mit dem Essen fertig waren, kamen wir ins Gespräch mit den Nachbarn und es stellte sich heraus, dass er ein Leben lang große Tanker als Kapitän geführt hatte und die beiden aus der Nähe von Turku kamen. Er hatte in seinem Berufsleben so seine Erfahrungen gemacht und war manchmal daraus resultierend etwas extrem in seinen Ansichten.

Der andere Herr war auch Finne, hatte für Daimler und BMW gearbeitet und deutlich liberalere Ansichten.

Die Welt kann manchmal so klein sein. . .

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