Glück gehabt. . .

In Sines konnten wir die portugiesische Bürokratie mal wieder so richtig genießen. Beim Hafenmeister legten wir wie üblich den Personalausweis, den Standerschein und die Versicherungsbescheinigung vor. Die Dame ließ durchblicken, man habe Computerprobleme. In aller Ruhe gab sie die Daten ein, fragte noch nach Adresse und PLZ und kurz bevor sie fertig war, stürzte der Computer ab und nichts ging mehr. Auf Nachfrage, warum sie die Unterlagen nicht kopiere, wie das in anderen Häfen auch gemacht wird, kramte sie ein weiteres Gerät aus einer Schublade und hat die Unterlagen vermutlich eingescannt. Warum das nun funktionierte, wir konnten es uns nicht erklären. Schließlich ging er, mit der Bitte/Aufforderung in 1 Stunde wieder zu kommen. Dann würde alles wieder laufen. Die Probleme brauchten noch Tage bis zu einer Lösung. . .
Der angesagte Starkwind ließ nicht lange auf sich warten. Trotz zusätzlicher Fenderleinen wurde es eine bewegte Nacht mit 16 m/s Wind.

Der Rundgang in der Geburtsstadt von Vasco da Gama war in wenigen Stunden erledigt. Die Kirchen waren leider alle verschlossen.

Die Statue von Vasco da Gama. . .

Das AIS Problem konnten wir bald finden, es war eine falsche Einstellung am Plotter.
Am Samstag den 20.05. wollten wir weiter. Für die fast 80 sm wollten wir zeitig starten, da später am Abend an der Algarve leichter Ostwind kommen sollte. Morgens kamen wir nicht so schnell los, wie eigentlich geplant. Dann war unsere Geschwindigkeit wegen des schwachen Windes auch deutlich langsamer als erwartet. Nachdem wir noch einen frischen Wetterbericht empfingen, der nun für die Nacht 20m/s = 8 Bft aus Ost vorhersagte, war die Entscheidung klar: Wir fahren zurück. Bald nachdem wir gedreht hatten, nahm der Wind zu, sodass wir zeitweilig reffen mussten. Aber dieses Risiko sollte uns nicht den ganzen Tag belasten.

Zurück in Sines, haben wir erstmal mitten vor dem Sandstrand den Anker geworfen und ein erstes Bad in dem Atlantikwasser genommen, geschätzt 16 Grad.

An diesem Tag fand in Sines ein Triathlon-Wettbewerb statt. Dazu wurden große Bojen ausgebracht. Ehe wir uns versahen, lagen wir mitten in der Schwimmstrecke. So dauerte es nicht lange, bis ein Polizeiboot kam und uns freundlich bat, mehr in der Ecke bei den Fischerbooten zu ankern. Nach dem Wettbewerb könnten wir gern wieder zurück.

So hatten wir einen Platz in der ersten Reihe als die Schwimmer vorbei kamen. Es war eher leichtwindig, wir fühlten uns wohl und so blieben wir. Am späteren Abend kamen noch 2 deutsche Boote (Flensburg und Maasholm, die Welt kann so klein sein) dazu, eins davon mit einem Weltumseglerpaar an Bord. 


Die Entscheidung in der Ecke zu bleiben war nicht gut. Nachts nahm der Wind zu und drehte zeitweise. Es wurde recht schaukelig. Immer wieder machte die Kette hässliche Geräusche, die durchs ganze Schiff gingen. Dazu haben wir Steine am Grund vermutet. In 1-2 stündlichem Abstand wurde die Bootsposition überprüft. Gedanken an unseren fest gekommenen Anker in Corme (Nordspanien) kamen auf. Am anderen Morgen waren wir beide müde. Die Erklärung für die Geräusche fanden wir später am Vormittag: Wir trafen die Flensburger, die noch weiter bei den Fischerbooten geankert hatten. Deren Anker hatte sich in einer mächtigen Grundkette verharkt, an der die Bojen der Fischerboote angeknüpft waren. Nun warteten sie auf einen Taucher. . .

Die Bojen mit den Fischerbooten sind an schweren Grundketten befestigt. . 

Da haben wir Glück gehabt.

Wir sind dann in den Hafen gefahren, Hafengeld 15,82 Euro, um noch eine ruhige Nacht zu haben. Nachmittags sahen wir wie Seenotrettung und Wasserschutzpolizei mit Blaulicht den Hafen verließen. Später machte auch noch ein Hubschrauber seine Runden. Beim Hafenmeister erfuhr Felix später, sie suchten einen 10 jährigem Jungen. Als die Retter später im Dunkeln zurück kamen, berichtete einer der Männer, das an dem Strandabschnitt gefährliche Strömungen bekannt sind. Hoffnung, den Jungen lebend zu finden, hatten sie nicht mehr, berichtete er frustriert.

Die Rückkehr der Rettungsboote. . .

Als wir am nächsten Morgen Sines verließen, fuhr das Rettungsboot mit uns los, um mit der Suche weiter zu machen. Auf dem AIS konnten wir später sehen, wie sie die Bereiche wieder absuchten.

An den Jungen und die armen Eltern mussten wir noch oft denken. . 

Unsere Überfahrt war zunächst von schwachen Winden geprägt. Dafür bekamen wir endlich mal wieder Delfine zu sehen. Eine größere Gruppe begleitete uns eine ganze Zeit, sprang aus dem Wasser, tauchte unter dem Boot durch und verschwand irgendwann wieder in den Weiten des Atlantiks. . .

                           Endlich sehen wir mal wieder Delfine. . 

Nach ca 3 Stunden gabs Motoralarm. Die Lichtmaschine gab nur noch 13 Volt ab, 14 wären eigentlich zu erwarten gewesen. Da gibt es wieder eine Aufgabe. . .

Ab Mittag nahm der Wind zu und wir konnten endlich schön segeln. Bei Sonnenschein und zunehmend blauem Wasser (Wir führen das auf den Sonnenstand zurück). 

Nach 55sm haben wir das Cabo de Sao Vicente erreicht, den südwestlichsten Punkt vom europäischen Festland.


Cabo de Sao Vicente. . .

Erwartungsgemäß nahm hier der Wind zu. Bald haben wir angefangen, die Segel zu reffen. Mit halbem Wind konnten wir die letzten 20 sm nach Lagos segeln.

Kurz vor Lagos bekommen wir ein feuchtes Deck. . .

Hafeneinfahrt in der untergehenden Sonne. .

 Da das Hafenbüro um 19.00 Uhr bereits geschlossen hatte, verbrachten wir die Nacht am Anlegesteg. . .

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