Taxi fahren im digitalen Zeitalter. .

 

Nur ungern schälte ich mich an diesem Morgen aus meiner Koje – allerdings konnte ich mir das Ablegemanöver nicht entgehen lassen. Was auf Kreuzfahrern funktioniert, musste schließlich ja auch auf der ‚elterlichen Yacht’ klappen. Ganz smooth ließ Daniel den Strom für sich arbeiten und kurz darauf verließen wir um 08:15 Uhr den (Vor-) Hafen von Lagos. 

Das verkürzte Ankererlebnis vom Vorabend sollte bei einem gemütlichen Frühstück und anschließendem Badespaß fortgeführt werden. Mittags machten wir uns dann auf den Weg nach Portimao. Das beste dabei: Wir hatten den Wind auf unserer Seite.  Mutti und ich nutzen die Zeit im Bugkorb für ein Schwätzchen und waren uns einig, dass die hiesigen Bettenburgen die Küste doch eher verschandelten als ihr einen Mehrwert zu geben. 

Die Fische waren fleißig. . .
 

Irgendwann war die Einfahrt von Portimao in Sicht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, den richtigen Check-in-Ponton zu finden, lagen wir schon bald in der noch eher leer anmutenden Marina. So ein Tag auf See, der kann schon anstrengend sein! Nach Bierchen, Oliven, Käse und Wurst war es erst einmal Zeit für eine anständige Siesta.

Das Abendessen wollten wir auf der gegenüberliegenden Seite des Arade Flußes einnehmen (hier hatten Mutti und Papa bereits vor vielen Jahren einmal mit Freunden gespeist). Aber wie sollten wir dahin kommen? Wassertaxi, Schlauchboot oder gar schwimmen? Des Rätsels Lösung: UBER. Per App zum Yachthafen bestellt, brachte uns der Ubermann kurze Zeit später für kleines Geld vom Hafen auf die andere Seite des Flußes nach Ferragudo (Eine Premiere für die Eltern -SUBER-DUBER).

 Schön warm waren die letzten Sonnenstrahlen des Tages, die Fische auf dem Grill dufteten  und der Blick auf die vor ankerliegenden Boote machten die Atmosphäre hier ganz besonders schön. Nach einem kurzen Spaziergang bekamen wir einen netten Platz mit Blick auf den Fluß zugewiesen und genossen bei leckerem Wein Köstlichkeiten aus dem Meer. 

Sonnenuntergang über Portimao. . .
 

Im Restaurante Sueste gibt es viele Köstlichkeiten. .

Willkommen am Ballermann der Algarve: VILAMOURA!

 

Wieder einmal schlug die Uhr halb eins bevor wir klar zum Auslaufen waren und den Hafen von Portimao verließen.

 (Das ist Erholung pur! Ausschlafen – frühes Aufstehen nur im Notfall erforderlich -ausgiebiges Frühstück und dann Segelboot fahren bevor der Tag mit leckerem Essen und gutem Wein wieder zu Ende geht. Daran könnte ich mich in der Tat gewöhnen. J)

 Gute 20 Seemeilen später erreichten wir den Yachthafen der Retortenstadt Vilamoura. Einst von einem portugiesischem Bankier errichtet, erstrahlt der um den Hafen herum gebaute Ort im Charme vergangener Zeiten. Amtssprache war hier dank der Mehrzahl an Briten übrigens Englisch. Ich muss zugeben, ich habe schon idyllischere Fleckchen gesehen… Vielleicht gruselte ich mich auch einfach nur vor den zahlreichen Motoryachten – eine größer als die andere. 

Im nahegelegenen Supermarkt bekamen wir alles für ein leckeres Abendessen, das Mutti und ich dann gemeinsam zubereiteten – wir sind übrigens ein verdammt gutes Team in der Pantry (wie ich finde )! 

 

Der Tankwart ist der beste Freund. . .
Am Strand von Vilamoura. . .
 

Nach dem Frühstück wollten wir eigentlich nur eine kurze Runde durch den Hafen drehen. Diese endete allerdings in einem ausgiebigen Strandspaziergang mit anschließender Eisverkostung. Yummie! Vilamoura konnte ja doch ganz ‚schmackhaft’ sein. Entsprechend war es bereits Nachmittag als wir am Reception-Ponton festmachten, um auszuchecken. Es sollte unser letzter Schlag werden. 

Albufeira war das Ziel. Geplant war, das Boot hier in den kommenden 3 Wochen liegen zu lassen (übrigens ein Tipp von dem netten Segelmacher Jose‘ ) Mutti und Papi wollten in die Heimat fliegen. Urlaub vom Urlaub sozusagen! Gut geschützt von drei Seiten ist die Marina mit der pastellfarbenen Hafenfront in der Tat zu empfehlen (nur die Sanitäranlagen waren mit Abstand die Dreckigsten, die wir in den vergangenen 6 Tagen gesehen haben).

Die typischen Farben in Albufeira. . .

 Bevor es am Abend in den Ort zum Dinner ging, gab es den obligatorischen Snack am späten Nachmittag. Meistens war ich zum Abendessen dann schon gut gesättigt… 🙂

Über die Foursquare App fanden wir ein nettes, etwas touristisches Lokal (‚Restaurante 54’) mit exzellentem Ausblick. Durchschnittlich wie die Preise war auch die Qualität des Essens – aber der Blick von der Dachterrasse eine 1! Zum Nachtisch gab es noch eine Kugel Eis am Marktplatz. Hier herrschte im Gegensatz zum Hafen, wo nur tagsüber mächtig was los war, wildes Treiben. Und so kehrten wir gut gesättigt für einen Schlummertrunk an Bord zurück: Original Portugiesischer Gin ‚Cobalt’ mit Fever Tree Tonic ‚Mediterranean’! Dazu aus dem Bordgarten Rosmarin oder gar portugiesische Zitronen. Enjoy!

 

Über den Dächern von Albufeira. . .

Urlaub in Albufeira

 

Oh je, dachte ich an diesem letzten richtigen Urlaubstag, wo waren die letzten 6 Tage bloß geblieben? Wenn es einem gut geht, läuft die Zeit einfach immer so erschreckend schnell.

Nachdem es in der Nacht vorher regnete, sich die Sauerstoffzufuhr in unserer ‚Krebshöhle’, wie die Achterkoje seid Kindestagen bei uns an Bord genannt wurde, etwas eingeschränkt war, ließen wir es an diesem Tag noch eine Spur langsamer angehen.

 Gegen frühen Nachmittag machten wir uns mit dem Ziel, an den Strand baden zu gehen, auf in Richtung Zentrum. Der Weg vom Hafen in die Stadt führte zunächst bergauf und dort, wo die Aussicht mit am schönsten war, stoppten wir auf eine kühle Sangria. Es machte Spaß den verrückten Urlaubern beim Parasailing, Jetboot fahren oder Ausflugssegeln zuzuschauen. Aber viel lieber wollte ich ja eigentlich selbst dort draußen sein.

Albufeira, am Strand. .

Schön warm war es am mäßig besuchten Strand als wir dort ankamen. Das Wasser lieferte also die perfekte Erfrischung! Jetzt fühlte ich mich wie ein richtiger Strandurlauber in mitten der ganzen Tommies und es gab so viel zu beobachten.

 Auf dem Rückweg kauften wir noch ein paar Kleinigkeiten für unseren Afternoon Snack ein. Abends wollten wir im Ort Essen gehen. Das Lokal (‚war uns am Vorabend aufgefallen, stellte sich aber leider als eine total überfüllte Turistenhochburg  heraus. Nach kurzem Hin und Her gingen wir weiter. So landeten wir im ‚Rossio – Restaurante de Peixe’. Ganz gemütlich: es gab hervorragende Oliven, frischen Fisch und saftige Rippchen – jeder war satt und zufrieden als wir wieder nach Hause schlenderten!

 Unsere Abreise war in zwei Etappen aufgeteilt. Da der Flug zurück in den Alltag für Daniel und mich und in den Heimaturlaub für Mutti und Papi früh am nächsten Morgen ging, buchten wir bereits im Voraus ein Hotel nahe des Flughafens in Faro. Verkehrsgünstig gelegen, war es von da aus nur noch ein Katzensprung zum Airport.

 Schon vor dem Frühstück lief die erste Maschine. Handtücher, Bettwäsche, T-Shirts. Alles sollte frisch duften, wenn in 3 Wochen das Boot wieder bezogen werden sollte. Wie Fähnchen wehte die Wäsche an der Leine, die einmal ringsherum gespannt war.

 So stand der Vor- und Nachmittag ganz im Zeichen des Reinemachens – sowohl unter als auch an Deck. Ein bisschen Quatsch mit dem Wasserschlauch war da natürlich fester Programmpunkt. 

Alles wird gereinigt und poliert. . .

Eine kleine Pause bei ca. 30 Grad. . .

Nach einer kleinen Stärkung auf dem Steg, rief Daniel das Taxi. Eigentlich ein Airportshuttle, aber einer der Jungs, den wir beim UBERn in Portimao kennengelernt hatten. Für 30 EUR fuhr uns der Fahrer, der übrigens sehr gut Englisch sprach, zu unserem Hotel nach Faro (45km).

 Kurze Abkühlung im Hotelpool und wir liefen in den Ort. Lange Wege erfordern Rastpausen – und so stoppten wir auf dem Weg, um noch eine letzte Sangria zu trinken. Leider eine Plörre vor dem Herren zu einem sehr stolzen Preis. Sehr ärgerlich. Hätten wir doch  bloß vorher einmal gefragt…

Leichte Nervosität machte sich bereit: Würde die Wahl des von mir ausgewählten Fischrestaurants auch nach hinten losgehen, würde der Abend gelaufen sein. Aber alles war gut. Das Essen im typisch Portugiesischen ‚Fontinha’ war sehr lecker, der Service gut und mit dem richtigen Wein war Vatis Unmut auch wieder schnell vergessen.  Alles in allem ein gelungener Abschluss für einen wunderbaren Urlaub.

Ohne Kommentar. . .
 

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an euch beide. Möget ihr weiterhin viele unvergessliche Eindrücke sammeln, tolle Abenteuer erleben und netten Menschen begegnen. Und ihr wisst ja, hier zuhause warten mindestens zwei Matrosen, die es kaum abwarten können, bald wieder einzusteigen. . .

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