Porto Santo, die Strandinsel. .

Nun liegen wir schon eine Woche auf Porto Santo. Die Zeit ging mal wieder rum wie im Fluge.

Die Windböen pfeifen von den Bergen herunter. . .

In den ersten Tagen hatten wir viel mit den Auswirkungen der Allianz von Azorenhoch und Portugaltief zu tun. Ihre Windwirkungen addierten sich so mächtig, das wir tagelang (und auch nachts) kräftige Windböen ertragen durften. Diese wurden noch verstärkt durch die Lage unseres Hafens hinter hohen Bergen, 160-285m. Das ergab Fallböen bis zu 8 Bft. Später erfuhren wir, das auf Madeira/Funchal Flüge ausfielen, bzw. nach Porto Santo umgeleitet wurden. Immerhin konnte unsere Haut etwas regenerieren, denn wir hatten tagelang bedeckten Himmel.

Nach 4 Tagen nahm der Wind endlich ab und die Sonne zeigte sich zunehmend. Wir konnten das Boot vom Schmutz befreien und endlich auf Inselentdeckung gehen/fahren.

Wenn man von der Algarve kommt, fällt sofort angenehm auf, bis hierhin sind die Engländer nicht gekommen. Endlich wieder überwiegend Portugiesen. Auch die Touristen sind meist Portugiesen. Kein Wunder, die Hauptflugverbindungen gehen nach Madeira, Lissabon und Porto. Seit 2017 gibt es eine Direktverbindung ab Düsseldorf. Wenige Hotels und Pensionen limitieren bisher die Kapazitäten. Das macht die Insel so sympathisch. Zusätzlich bringt die Fähre von Funchal noch Tagesgäste, da Madeira praktisch keine Sandstrände hat.

Der Strand beginnt neben dem Hafen. .

Die kilometerlangen Sandstrände sind einer der Hauptanziehungspunkte der Insel. Das türkisblaue, saubere Wasser lädt mit angenehmen Temperaturen zum Baden ein. Der Strand beginnt gleich neben dem Hafen, ähnlich wie auf Anholt. Das ist auch die einzige Parallele. Ansonsten wird dem Sand und den enthaltenen Mineralien eine seltene therapeutische Wirkung nachgesagt: Man sieht Leute am Strand, die sich komplett mit Sand eingerieben oder bedeckt haben. . .
Die Insel wurde erst 1418 entdeckt. Man gab ihr den Namen Porto Santo, was Heiliger Hafen bedeutet, da sie hier Schutz vor einem furchtbaren Sturm fanden. Berühmtester Bewohner war Christoph Columbus, der hier ab 1450 für einige Jahre mit seiner Familie lebte.

Ursprünglich war die Insel mit Drachenbäumen, Wacholder und Baumweiden bewaldet. Durch starke Rodungen ist die Insel heute weitgehend baumlos. Dank einiger Aufforstungsprojekte ändert sich das langsam.

Der höchste Berg, Pico do Facho ist 516 m hoch. Von hier hat man eine gute Aussicht über die ganze Insel.

Im Pingo Doce geht es beengt zu, aber die Auswahl ist gut. .

Im Hauptort der Insel, Vila Baleira, ca. 2 km entfernt, kann man im Pingo Doce einkaufen und findet eine Auswahl an Restaurants. Von hier haben wir eine Busrundfahrt zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten der Insel gemacht. 

Ponta da Calheta im Südwesten war der 1. Haltepunkt. Bei dem Wind war das Baden hier eingeschränkt, denn es herrschte eine kräftige Brandung und Strömung.

Flagge gelb am Strand von Ponta da Calheta. . .

Mit dem Bus am Strand entlang. . .

Weiter gings über das Inselinnere, vorbei am 1960 gebauten NATO-Flughafen an die NW-Küste. Mit ihren schroffen Felsen und der vorgelagerten Insel „Fonte da Areia“ ein weiterer interessanter Aussichtspunkt. 

An der NW-Küste mit Felsen Fonte da Areia. . .

Von hier fuhr der Bus dann über staubige, teilweise gesperrte Straßen den Berg hinauf zum Pico do Castelo, 437m. Auch wenn von dem Castelo nichts mehr übrig geblieben ist, man hat einen wunderbaren Blick über die Insel.

Blick vom Pico do Castelo. .

Die Fahrt ging dann vorbei an der Capela de Nossa Senhora da Graca, einer der ältesten Kirchen der Insel. Gebaut vor 1533, zerstört in 1812 und wieder aufgebaut in 1951. Sie ist Teil der Geschichte von Porto Santo und bot früher den Einwohnern Schutz vor Piraten.

Auf dem Weg zum nächsten Haltepunkt kamen wir auch an einigen Windmühlen vorbei. Nicht die moderne Variante, sondern die portugiesische Ausführung. Konstruiert zum Ende des 18. Jahrhunderts und später in vielen Exemplaren über die Insel verteilt. Die hölzernen Mühlen sind teils heute noch in Betrieb. . 

Die alten Windmühlen sind teils heute noch in Betrieb. .

Die Palmen umsäumte Straße zum Portela, 163 m hoch, endet an einem Aussichtspunkt mit Blick direkt über den Hafen und den kilometerlangen Sandstrand. Von hier hat man einen tollen Blick über weite Teile der Insel.

Blick über den Hafen und Meer. . .

In Vila Baleira gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten. Die Wichtigste ist die Mutter-Kirche der Nossa Senhora da Piedade. Sie wurde im Laufe der Geschichte einige Male von Piraten und Korsaren niedergebrannt. Heute beeindruckt sie mit Ihrem Altar und vielen Bildern von Martim Conrado und Max Romer.

Die Kirche Nossa Senhora da Piedade. .

Direkt nebenan ist das Christoph Columbus Museum. In dem Gebäude wohnte er einige Jahre mit Familie, bevor er zu seinen Entdeckungsfahrten nach Westen startete. Porto Santo spielte Ende des 14. Jahrhunderts für die Portugiesen eine ganz wichtige Rolle bei ihrer Erkundung der westafrikanischen Küste und der Überseegebiete.

Das Museum, in dem Christoph Columbus einige Jahre gewohnt hat. .

Kein Ort hat uns bisher mit so vielen Palmen beeindruckt, vorne ein Drachenbaum. . .

Wie schon einige Male vorher, in Porto Santo fühlen wir uns so richtig wohl. Das Wetter und die Temperaturen sind angenehm, nachts kühlt es sich immer wieder ab. Mücken sind hier fremd, man kann gut schlafen. Die Portugiesen sind auch hier freundlich und die übrigen Bootsnachbarn auch. Das Leben ist hier für unsere Verhältnisse günstig. Also ein Ort wo man auch länger verweilen kann.

Trotzdem wollen wir nächste Woche weiter zur großen Nachbarinsel nach Madeira. . .

Vorher muss unser Bildchen noch fertig werden. . .
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2 Gedanken zu “Porto Santo, die Strandinsel. .

  1. Respekt für eure Nonstopfahrt nach Porto Santo!! Schön, dass es euch dort so gut gefällt, dann hat sich die lange Anreise ja gelohnt. Wir sind heute in Concarneau angekommen, und hier scheint die Sonne von einem wolkenlosen Himmel, das hatten wir sehr lange nicht mehr. Es ist großartig hier!!! Und endlich wird es auch wärmer…
    Morgen feiern wir hier Jürgens Geburtstag
    Viele liebe Grüße
    Monika

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