Madeira entdecken, mit Hindernissen. .

Die Tage in Funchal gingen fix dahin. Fast immer sonniges Wetter und angenehme Temperaturen. An den Schwell im Hafen haben wir uns bald wieder gewöhnt, dank der vielen Fenderleinen.Einige Spaziergänge durch den Ort brachten Abwechslung in den Alltag. In Funchal gabs immer was anzusehen. So z.B. beim Weinfest. Informationen über die speziellen Wein-Anbauarten und Boden-Bedingungen auf Madeira, zwischendurch der Umzug einer Trachtengruppe und dazu eine Weinprobe und schon waren 2 Stunden rum. Hier wurde es nicht langweilig.

Farbenfroher Trachtenumzug beim Weinfest. .

Bald haben wir uns ein Auto gemietet, um einige Orte wieder zu besuchen (Wir waren 2012 schon mal mit dem Flugzeug hier).

Die erste Tour ging über Sao Vicente die Nordküste entlang. Hier haben wir auch in kleineren Orten Halt gemacht. Den Menschen am Strand zugesehen oder einfach mal die grandiosen Blicke auf die zerklüftete Nordküste genossen.

Flussmündung in Sao Vicente. . .

Ein Highlight war der Besuch in Porto Moniz. Wir hatten Glück, dort kurz vor Hochwasser anzukommen. Das Besondere dieses Ortes ist das große, in die Felsen gebaute, Schwimmbad. Als wir im Februar 2012 hier waren, war alles leer. Doch nun war Saison und das Bad gut besucht.

Seewasserbad in Porto Moniz. . .

Hier war die Fotografin noch trocken. . .

Mit Rentnerrabatt zahlten wir 1,- EUR Eintritt. Leider konnte Dörte bei dem Vergnügen nur zuschauen, da sie noch nicht wieder richtig fit war. So stürzte Felix sich ohne ihre Begleitung in die Fluten und wartete auf die großen Wellen, die sich über die Außenwände brachen und eine meterhohe Gischtwand erzeugten. Die Leute hatten großes Vergnügen an diesem Naturschauspiel. Dörte machte Photos und wurde von einer Welle erwischt, sodass das IPhone beinahe geflutet wäre. Dank schneller Reaktion und Drehung konnte sie Schlimmeres verhindern, nur leider wurde ihre Rückseite geduscht. Toll, nicht baden, aber dafür dann die Dusche.

Von hinten durchnässt. . .

Die Zeit lief, so sind wir dann zur Hochebene Paul da Serra gefahren. Unterwegs haben wir immer wieder angehalten, um tolle Aussichten zu genießen und uns über die freilaufenden Rinder zu freuen. Dabei entstand auch der Plan, nach Rabaca zu wandern und von dort zur Levada mit den 25 Quellen weiter zu gehen. Der Reiseführer hatte diese Tour sehr empfohlen. Für diesen Tag war es dafür bereits zu spät. So entschieden wir das am nächsten Tag zu machen.
Tolle Aussichten über die von Norden aufstauenden Wolken. . .

Auf der Weiterfahrt kamen wir auf der Hochebene an einen sehr gerade verlaufenden Streckenabschnitt. Plötzlich bemerkten wir einen mit hoher Geschwindigkeit auf uns zu rasenden kleinen Sportwagen. Bei der geringen Strassenbreite ein Wahnsinn. Zwischen uns und dem Raser waren bei der Begegnung höchstens 15 cm Abstand. Als wir an der nächsten Kreuzung diverse Autos mit Jugendlichen sahen, die dort in Gruppen zusammen standen, wurde uns klar was abging: Ein Privatrennen. . .

Am nächsten Tag versuchten wir auf kürzestem Wege zum Anfangspunkt der Wanderstrecke zu fahren. Wir fuhren bis Calheta auf der Schnellstraße und von dort gings auf kleinen Straßen in die Berge. Die Straßen wurden immer enger und steiler. Unser Fiat Punto mit 70 PS Benzinmotor quälte sich immer mehr. Bald konnten wir nur noch im 1. Gang fahren. Nach einiger Zeit wurde er auch im 1. Gang immer schwächer, sodass er schließlich ganz aus ging. Felix hat noch nach einer Stelle zum Wenden gesucht und dann mit letzter Kraft und schleifender Kupplung gedreht. An einer etwas flacheren Stelle abseits der „Straße“ wurde erstmal der Ölstand geprüft. Derweil fuhren 2 Skodas mit 5 Personen besetzt scheinbar mühelos den Berg hoch, allerdings mit Dieselmotor. . . 

In den Bergen wurde für den Fiat die Luft zu dünne. . .

Für uns war die Wandertour erstmal gelaufen.

Wir haben dann ein Alternativprogramm abgefahren. Zum Leuchtturm Ponta da Parga im Westen, nach Calheta mit seinen künstlich aufgeschütteten gelben Stränden und nach Ribeira Brava. Überall trafen wir Menschen, die Wetter und Umgebung für erholsame Stunden nutzten.

Leuchtturm Ponta da Pargo über steil abfallenden Klippen. . .

Badevergnügen in Ribeira Brava. . .

Danach mussten wir den Leihwagen wieder zurückgeben. Wir erfuhren von den Problemen dieses Modells, Anderen war das auch schon passiert.

Zwischenzeitlich haben wir begonnen, unsere Weiterfahrt etwas zu planen. 

SY Freedom legte ab mit Ziel Kanarische Inseln (wir treffen uns hoffentlich wieder), neue Boote kamen dazu, wie z.B. SY Brita aus Kiel.

Brita in der Nachmittagssonne. . .

Die Wandertour ging uns nicht aus dem Kopf. Nach einer kürzeren Wanderung von Ribeiro Frio nach Balcoes, zu der wir mit öffentlichem Bus fuhren, waren wir zu einem neuen Versuch entschlossen. Abends haben wir ein Auto übers Internet gemietet.

Unsere erste Levada nach Balcoes. . .

In Balcoes angekommen, tiefe Stille, nur wenige Vögel

Morgens ist Felix mit dem Taxi zum Verleiher gefahren. Unterwegs fiel ihm bereits auf, der Fahrer hatte das Taxameter nicht eingeschaltet. Beim ersten Leihwagen hatte er eine ähnliche Strecke für 7,- EUR gefahren. Angekommen, wollte der Fahrer dann 13,- EUR haben. Felix gab ihm dann 10,- und erklärte, diese Strecke schon öfter gefahren zu sein. Der Fahrer gab klein bei und das Portemonnaie freute sich.

Wir bekamen einen Renault Clio und waren damit sehr zufrieden. Die Fahrt in die Berge zur Paul da Serra Hochebene war dann in Boca da Encumeada, ein Ausflugspunkt, leider zu Ende. In den weiter westlich liegenden Hochwäldern brannte es. Die Polizei hatte alle Zufahrten abgesperrt. Wir hörten bald das für eine effektive Brandbekämpfung keine Mittel zur Verfügung stünden. So ließ man es wohl einfach abbrennen. Die Rauchwolken breiteten sich immer weiter aus. . .

Dicke Rauchwolken breiten sich in den Bergen aus. . .

Es sollte nichts werden mit der Levada mit den 25 Quellen. Da musste wieder ein Alternativprogramm her. 

Wir fuhren an die Nordküste nach Santana und Faial. Hier war eine geschlossene Wolkendecke, die sich an den hohen Bergen staute und nur 21 Grad. In Santana fanden wir einen Frucht- und Gemüsehändler, der Produkte aus der Region verkaufte. Endlich wieder leckere Orangen und Maracujas für kleines Geld. Da haben wir uns gefreut. Wir zogen es vor, wieder auf die Südseite Madeiras zu fahren, wo wir auf Sonne und Wärme hofften.

Kurz vor Machico kam die Sonne durch und es wurde wieder Badewetter. In Machico im Hafenbereich herrschte emsiges Treiben. Es wurde viel gebadet in dem unruhigen Wasser. Die Strände waren gut besucht und bei dem warmen Wetter konnten die Bars sich nicht über zu wenig Gäste beschweren.

Machico, auch hier u.a. ein gelber Sandstrand. . .

Nach dem wir uns bei einer kleinen Erfrischung in einer der Bars etwas erholt hatten, fuhren wir noch nach Canico mit seiner imposanten barocken Kirche aus 1783 und zur Ponta da Garajau, mit der zur See gerichteten Christusstatue Christus Rei. Von hier hatte man einen leicht getrübten Blick in Richtung Funchal. Die Brände hatten eine gelbliche Dunstglocke über Stadt und Meer gelegt.

Die Kirche der 2 Heiligen in Canico. .
Das Innere der barocken Kirche aus 1783. . .

Ponta da Garajau mit der Christusstatue. . .

Mein Schiff 4 verlässt Funchal. . .

Diese Dorade war auch ein Highlight. . .( Leider noch nicht selbst gefangen)

Abschied von Rafael, unserem Super-Hafenmeister. .

Wieder einmal verabschieden wir uns mit gegensätzlichen Gefühlen. Diese Insel hat uns sehr gefallen. Die Blumenpracht, die pralle Natur, diese Farbenvielfalt. Vieles haben wir nicht gesehen. Wir haben das Gefühl gern wieder zu kommen.

Aber da gibt es auch noch die Neugier auf Neues. Deshalb gehen wir mit Riesenschritten auf die nächste Herausforderung zu:

Weiter zu den Kanaren. . .

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2 Gedanken zu “Madeira entdecken, mit Hindernissen. .

  1. Hallo, ihr Zwei,
    Wir haben gerade euren letzten Bericht gelesen und wüssten gern, wie eure weitern Pläne aussehen.
    Wollt ihr dieses Jahr noch in die Karibik? Dann dort überwintern oder den Winter in Kiel verbringen?
    Weiterhin alles Gute für die Weiterreise wünschen euch
    Monika und Jürgen

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    1. Hallo nach Frankreich,
      schön von Euch zu hören. Wir liegen seit gestern vor Graciosa/Canaries vor Anker. Sind nun in einem richtigen Ganzjahresrevier angekommen. Wollen nächste Woche zum Wählen nach Hause fliegen. Weitere Pläne wollen wir noch schmieden.
      VG
      Dörte u Felix

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