Arrecife, erst auf den 2. Blick schön

Nach 2 Tagen Ankern in der Playa Francesca wurde es Zeit eine Entscheidung zu fällen. Wir hatten bis dahin den Bart am Wasserpass entfernt und der Wind hatte nach anfänglicher Flaute stetig zugenommen. 

Endlich mal ein schöner Sonnenuntergang vor Graciosa. . .

Der Wetterbericht sagte für die nächsten Tage/ Nächte 6 Bft voraus.
In der Situation konnten wir rudernd nicht an Land, der Aussenborder wollte ja nicht anspringen. Inzwischen war die Bucht auch deutlich voller geworden, man konnte teils chaotische Ankermanöver beobachten. So hatte sich eine Chartercrew direkt vor uns gelegt, mit geringem Abstand. Um möglichen Problemen aus dem Wege zu gehen, entschieden wir am 3. Tag die Bucht zu verlassen. Dabei stellte sich heraus, die Yacht lag genau über unserem Anker. Nachdem sie mit Anker und Maschine Platz machten, konnten wir unseren Anker aufholen.

Caleta de Sebo, der Hauptort von Graciosa, mit afrikanischem Flair. . .
Wieder einer dieser faszinierenden Blautöne über Sandgrund. . .
 

Die Fahrt durch die Enge zwischen Graciosa und Lanzarote wurde mit zunehmendem Düseneffekt immer windiger. Nachdem wir die Enge hinter uns hatten, nahm der Wind deutlich ab, bei zunehmendem Seegang. 

Das Ende der Durchfahrt mit eigenartiger Betonnung . . .

Wir waren schon etwas enttäuscht, denn wir hatten einen gemütlichen Törn nach Arrecife erwartet. Schließlich stellte sich der angesagte NO Passat doch noch ein und wir machten gute Fahrt. Gekrönt wurde das Ganze noch durch eine Gruppe von 3 größeren Delphinen, die uns in einigem Abstand entgegen kamen. Leider war das nur ein kurzer Augenblick.

Graciosa und Lanzarote im Überblick. . .

In Arrecife erreichten wir den Hafen am späten Nachmittag. Dank Funkanmeldung wurden wir bereits von einem Helfer erwartet. Nachdem wir sahen, welcher Liegeplatz für uns vorgesehen war, baten wir um einen anderen Platz, da wir nicht mit dem Heck im Wind liegen wollten. Hier liegt man immer im NO Passat.

Der Mann funkte mit dem Büro und wir bekamen einen Platz an einem anderen Ponton, mit dem Bug im Wind. Zwischenzeitlich rannte er zu dem neuen Liegeplatz und nahm dann unsere Festmacherleinen an. Er war erst zufrieden, nachdem das Boot fest lag.

Er überreichte dann 2 Formulare, die wir ausfüllen sollten. Damit gingen wir dann später zum Hafenbüro und legten diese, sowie alle Ausweise, Bootsschein und die Versicherungsbestätigung vor.

Alles ging ganz relaxt seinen bürokratischen Gang.

Der Hafen von Arrecife, immer im Wind. . .

Am nächsten Morgen ging Felix nochmal ins Hafenbüro und traf dort die nette Dame mit der er schon vorher mal telefoniert hatte. Sie sprach perfekt Deutsch und beriet erstmal über die Möglichkeit der Rabatte fürs Hafengeld. Für längeres Liegen konnte man noch deutlich unter 15,- EUR pro Tag kommen, das hörte er doch gern.

Auf unserer ToDo-Liste stand ganz oben der Aussenborder. Er wurde zerlegt, der Vergaser und die Zündkerze gereinigt, alles gemessen und geprüft. Schließlich wieder ans Schlauchboot gebaut und getestet. Er sprang dann wieder an und musste eine Probefahrt absolvieren. Er lief wieder perfekt. Dann konnten Schlauchboot und Motor gereinigt und verstaut werden.

Der Aussenborder bei der großen Wartung. . .

Der nächste Tag wurde zur Bootsreinigung genutzt. Zwischendurch gab es mal den einen oder anderen Plausch mit Liegeplatznachbarn. 

Hier trafen wir SY Christina aus Arnis wieder, die wir bereits in Funchal gesehen hatten. Direkt neben uns lag ein Italiener mit belgischer Flagge am Boot, der bereits seit 2 Jahren auf Lanzarote liegt und vorher mit seiner russischen Frau und Sohn einige Jahre auf Teneriffa verbrachte.

Schräg gegenüber lag eine Jeanneau 45 mit norwegischer Flagge. Der Eigner bot sie gerade zum Verkauf an. Er hatte das Boot vor 2 Jahren auf den Kanaren gekauft und nun festgestellt, dass die Alleinsegelei mit dem großen Boot für ihn doch nichts ist. 

Alle Anderen schienen aber auf eigenem Kiel hierher gekommen zu sein.

Wie z. B. Monika und Walter aus der Schweiz mit ihrer SY Alunga. Die beiden haben das Schiff komplett in 12 Jahren selbst gebaut und leben seit 2,5 Jahren darauf.

Dann gab es natürlich noch einige Boote die z.Zt. unbewohnt sind. An ihrem Verschmutzungsgrad konnte man nur schätzen, wie lange die Eigner ihre Boote hier bereits liegen ließen.

Vitaminreiches Frühstück. . .

Nachdem wir nun den spanischen Sprachraum wieder erreicht hatten, freuten wir uns bereits auf Tapas. Die bekamen wir zusammen mit leckerem Lanzarote-Wein in einem der Restaurants an der Lagune Charco de San Gines.

An der Lagune Charco de San Gines . . .

Am 14.9. erfuhren wir im Hafenbüro, dass am 14./15.9. das Erntedank-Fest in Mancha Blanca bei Tinajo mit Umzügen in historischen Trachten gefeiert wird. Wir wollten dort hin. Es sollte eine Busverbindung geben, die wir bald ausfindig gemacht hatten. An der öffentlichen Bibliothek sollte eine Haltestelle sein, die zum Hafen am Nächsten lag. So haben wir uns rechtzeitig auf den Weg gemacht. An der Bibliothek suchten wir nach der Bushaltestelle für die Buslinie 16. Schließlich kam der Bus an uns vorbei, musste an einer roten Ampel halten, wir hatten Kontakt zum Fahrer, aber er ließ uns nicht rein, da dort keine Haltestelle war. Lange nachdem der Bus weg war, haben wir noch die Haltestelle gesucht, Dörte hatte der Ehrgeiz gepackt. Schließlich haben wir enttäuscht und gefrustet aufgegeben. 

Bei einer Pizza und Wein haben wir dann unseren Seelenfrieden wieder gefunden. 

Die erste Sangria seit der Algarve. . .
In den nächsten Tagen haben wir uns und das Boot auf den bevorstehenden Heimaturlaub vorbereitet. Bimini abgebaut, Winschen abgedeckt und Wäsche gewaschen.

Das Boot ist vorbereitet . . .

Uns erwarten nun 3 Wochen in langer Hose, Pullover und festen Schuhen, bei deutlich kühleren Temperaturen . . .

Wir freuen uns Familie und Freunde nach dem langen Sommer wieder zu sehen.

Auf die Zeit nach der Rückkehr sind wir schon gespannt, denn es gibt auf den Inseln noch so viel für uns zu entdecken. . .

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2 Gedanken zu “Arrecife, erst auf den 2. Blick schön

  1. Hallo , Ihr Zwei,
    Mir haben die Berichte über die anderen Segler auf Lanzarote sehr gefallen, und dass Ihr auch mal etwas zum Hafengeld gesagt habt. Wenn ich das richtig sehe, seid Ihr nur 3 Wochen in Kiel, und dann geht ’s wieder auf’s Boot, oder?
    Wir sind in Port Louis bei Lorient, rüsten ab. Am 4.10. geht das Boot mit stehendem Mast in Lorient an Land, am 5.10. fahren wir mit dem Zug nach Hamburg. Mitte April fliegen wir nach Lorient, um unsere Reise Richtung Südbretagne fortzusetzen. Wie sehen Eure weiteren Pläne aus? Überwintern auf den Kanaren – und dann????
    Liebe Grüße
    Monika und Jürgen

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