Lanzarote, auf den Spuren von César Manrique. . .

Am 10.10.2017 sind wir bereits am späten Vormittag wieder in Arrecife angekommen.
Am Boot war alles ok. Während Dörte unter Deck eingezogen ist, konnte Felix in Badehose das Deck, Segelkleider und Geräteträger/Bimini abspritzen und reinigen. Eine leichte Staubschicht hatte sich in den zurück liegenden Wochen angesammelt. Nach 2 stündiger Arbeit war das Gröbste geschafft. Bei Temperaturen um 27 Grad in der Sonne machte das sogar Spaß, ( für Felix ).

Nachdem die Bordräder aufgebaut waren, konnten wir auf Entdeckungsreise gehen.

Zunächst in Arrecife, das Castillo de San Gabriel, einst zum Schutze vor Piratenangriffen angelegt und die pittoreske Zugbrücke Puente de las Bolas (Kugelbrücke), das Wahrzeichen von Arrecife. Etwas baden am Stadtstrand, dann das Castillo de San José besuchen mit einer Ausstellung zeitgenössischer Kunst und den Reitern im Wasser, die nur bei Niedrigwasser richtig zu sehen sind.

Die Zugbrücke Puente de las Bolas verbindet das Castillo de San Gabriel mit dem Festland
Castillo de San Jose mit Ausstellung zeitgenössischer Kunst. .
Jason deCaires Tailor: „The rising tide“ ……Nur bei Niedrigwasser richtig zu sehen. . .
 

In diesen Tagen gab es dank Sturmtief Ophelia eine gravierende Wetteränderung: Eine Calima-Wetterlage setzte sich durch. Bewölkter Himmel,( im Radio wurde von silbergrau gesprochen) Dunst, wenig Wind und Temperaturen zwischen 30-35 Grad. Nachts kühlte es sich nur wenig ab.

Ophelia zwischen den Azoren und Madeira. . .

Obwohl das kein Fotowetter war, wollten wir endlich mehr von der Insel sehen. Mit einem kleinen Fiat 500 haben wir die Insel in mehreren Etappen abgefahren.

Dabei begegnete uns auf Schritt und Tritt die Historie von Lanzarote. Wie alle anderen Kanareninseln auch, ist Lanzarote durch unterseeische Vulkanausbrüche vor Jahrmillionen entstanden. Zuletzt in den Jahren 1730-1736 und 1824 wurde die Insel durch Vulkanausbrüche drastisch verändert. Ein Viertel der Insel wurde von einer dicken Asche- und Lavaschicht bedeckt.

Ganze Dörfer verschwanden und mussten neu aufgebaut werden. Heute hat die Insel noch etwa 100 Vulkankegel, die Montanas del Fuego. Es sind viele Naturschutzgebiete eingerichtet. 

Fahrt durch die Lavafelder der Feuerberge. . .

An vielen Orten begegnet man dem Schaffen von César Manrique. Geboren in Arrecife und künstlerisch ausgebildet in vielen Teilen der Welt, hat er sich als Maler, Architekt, Bildhauer und Umweltschützer auf Lanzarote große Verdienste erworben. Es war seine Idee nur die traditionelle Bauweise auf Lanzarote zuzulassen und auf mehr als 2 stöckige Bauten zu verzichten. Der ab 1960 aufkommende Tourismus wurde in gemäßigte Bahnen gelenkt. Manrique setzte sich für die Bewahrung der landschaftlichen und kulturellen Identität Lanzarotes ein.

Sein Anliegen war die Integration von erstarrten Lavaströmen in einen harmonischen Wohn- und Lebensraum. Dabei kombinierte er unbearbeitete Naturmaterialien mit weichen, rund gestalteten Formen. Er brachte schwarz und grau (Lavagestein) mit weiß (Kalk, Lack) zusammen.

Beispielhaft ist hierfür sein Wohnhaus in Tahiche, das auf einem Lavafluss erbaut, einige Lavahöhlen in den Wohnraum mit integriert. 

Ein Teil des Wohnbereichs wurde in eine Lavablase integriert. . .
Manrique ˋs Versuch Architektur und Natur zu verbinden. . .
 

Weitere Beispiele sind die Lava-Höhlen in Jameos del Agua oder der Aussichtspunkt Mirador del Rio auf dem Famarakliff.

Die Lavagrotten von Jameos del Agua gehören zu einem 7 km langen Tunnelsystem und beherbergen sehr seltene Albinokrebse, die sonst nur in Meerestiefen von 2000 m vor kommen. . .
Eine Lavahöhle mit besonderer Akustik. . .
In die Grotte hat Manrique einen von Palmen umstandenen Pool und in die Lavawände platzierte Bars platziert. . .
 

Manrique hat seiner Heimatinsel eine Vielzahl interessanter Sehenswürdigkeiten hinterlassen, die sie zu einem touristischen Anziehungspunkt machen.

Der Jardin de Cactus, angelegt in einem Krater. .

Eine weitere Besonderheit sind seine über die Insel verteilten Windspiele. Mit unterschiedlichen geometrischen Formen verändern Sie abhängig von Windstärke und -Richtung ständig ihr Aussehen.

Eines der typischen Windspiele von Manrique. . .

Lanzarote ist die trockenste Insel der Kanaren. Ihre Vegetationsarmut wird nur an wenigen Stellen unterbrochen. So findet man um Haria eine kleine grüne Oase, das Tal der 1000 Palmen. Sicher sind es noch mehr, wirklich beeindruckend.

Kräftige Palmen in Haria. .

Wir haben uns natürlich auch für die Häfen an der Südküste interessiert. Kleine Fischerhäfen wie Puerto Calero oder die Marina Rubicon, ein Yachthafen mit allem Komfort. Die Auswahl an Stränden ist eher überschaubar. Zu den Papagayostränden, sie sollen die Schönsten sein, haben wir die Zufahrt abgebrochen, um keinen Ärger mit dem Autovermieter zu bekommen. In Puerto del Carmen haben wir dann gegen Abend noch gebadet, geschützt von umliegenden Felsen.

Ein Besuch beim Playa de Famara im Norden der Insel hatte auch seine Reize. Bei ablandigem Wind von ca 34 Grad! konnten wir das Surferparadies mit brechenden Wellen und ca 23 Grad warmem Wasser genießen. . .

Am Playa de Famara, dem Surferparadies. . . Im Hintergrund die Insel Graciosa
Der felsige Untergrund macht die Einfahrt nach La Santa gefährlich. . .

Obwohl wir schon einige Tage unterwegs waren, bleibt doch noch manche Sehenswürdigkeit unentdeckt. Wir werden weiter berichten. . .

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