Geschüttelt und gerollt vor der Robbeninsel. . .

Die Überfahrt von Lanzarote nach Fuerteventura verlief recht unspektakulär. Wir hatten uns auf „Düsenwind“ eingestellt, aber bei ONO 4-5 passierte in der Hinsicht nix. Sonnenschein, etwas mitlaufender Strom und 5,5 kn Fahrt ließen bald wieder dieses zufriedene Segelgefühl in uns hoch kommen. Dabei wussten wir genau, das nächste Abenteuer kommt bestimmt. 


Für den nächsten Hafen, Corralejo, benötigt man normalerweise eine Reservierung. Diese hatten wir per E-Mail direkt an den Hafenmeister angefordert, aber natürlich ohne eine Antwort zu bekommen. Also waren wir gespannt. Wir kamen in Corralejo an, funkten den Hafenmeister wegen eines Liegeplatzes an, nichts passierte. Nach einem 2. Anruf, wir haben eine Reservierung, kam nur noch ein OK, OK zurück.

Da haben wir das dann selbst entschieden, denn wir wussten von unseren Shuenga-Freunden, wo sich Gäste hinlegen dürfen. Diese Plätze sind sehr dem Hafen- und Atlantikschwell ausgesetzt, so waren wir froh, beim Anlegen Hilfe von Micki, einer jungen Frau von einem Nachbarboot, zu bekommen. Sehr geschickt bewegte sie sich auf dem schwankenden Schwimmsteg und belegte unsere Leinen. Später erzählte sie, dass sie hier lebt und arbeitet.

Felix wollte uns anmelden. In der Zwischenzeit kamen die Herren von der Security an Bord. Leider ohne Erfolg, da Felix mit unseren Papieren auf dem Weg zum Office war. ( Am Wochenende leider geschlossen 😂)

Corralejo ist eine gewachsene Stadt und durch die Nähe zu Lanzarote natürlich Fährhafen.

Kunst am Hafen . .

Direkt am Hafen konnte man in einem einfach gehaltenen Restaurant draußen sitzen und für kleines Geld bei schönstem Wetter das emsige Treiben genießen und sich dabei etwas stärken.

Der Spaziergang danach führte uns vorbei an vielen Bars und gelben Sandstränden mit dicken sich bräunenden Urlaubern. Auf dem Wasser übten viele Wellenreiter sich möglichst lange auf ihren Brettern zu halten.

Schattenspiele . . .

Es war schon später Nachmittag, da haben wir uns in einer Strandbar mit Livemusik ein Plätzchen gesucht. Den halben Liter Sangria haben wir nach einem Schluck (Zuckerwasser ) wieder zurück gehen lassen. 

 Der Chef sagte uns zwar, das wäre auf Fuerteventura normal, aber sie haben das Gesöff nicht berechnet. Der danach gelieferte Rotwein in kleinen Flaschen schmeckte uns gut, war aber auch schon 14 Tage abgelaufen. . .

Auf dem Rückweg haben wir noch einen ganz gut sortierten Hiperdino Supermarkt gefunden. Verwunderlich war für uns dort, dass die Sonderangebote auch in deutsch angepriesen wurden.

Im Hafen trafen wir die Männer der Security wieder. Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen um 11Uhr in ihrem Büro in einem kleinen weißen Gebäude am Hafen.

Trotz Fenderleinen wurde die Nacht kurz und dank nervender Festmacher wenig erholsam. Der Schwell hatte wegen der fast östlichen Winde die ganze Nacht durchgehalten. Für uns war klar, eine Nacht reicht!

Das Büro konnte Felix zunächst nicht finden, in dem Gebäude waren alle Türen verschlossen. Gegen 11 Uhr kamen die beiden Securities angetrottet, schlossen eine Stahltür auf, das Büro war geöffnet. Das Büro hatte vielleicht 5m2. Nun begann die Prozedur, ein Formular mit Durchschlägen sorgfältig auszufüllen. Da war Geduld nötig.  11,47 Euro sollten wir bezahlen, auch das dauerte, bis das Lesegerät die Summe abgebucht hatte.

Mit einem kräftigen Händeschütteln verabschiedeten wir uns, nun waren wir Freunde. . .

Unsere neuen „Freunde“ von der Security. . .

Da wir in den nächsten Tagen ankern wollten, wurde nochmal eingekauft und Wasser übernommen. Am Sonntag sind wir dann um 13.40 aufgebrochen zu der gegenüber liegenden Insel Los Lobos. Die 2 sm sind wir gegen den Wind zwischen einigen Untiefen durch gefahren.

Diese Insel hat nur eine Ankerbucht, die bei Winden von N bis NO geschützt ist. 

Auf nach Los Lobos. . .

Hier fahren von Corralejo jeden Tag Taxiboote und Segelkatamarane rüber, um Urlauber an die Strände oder für Wanderungen auf die Insel zu bringen. Direkt in Landnähe sind Bojen ausgebracht, die für die Katamarane reserviert sind. In der 2. Reihe dürfen dann die ersten Yachten ankern, und so weiter. Wir versenken den Anker im kristallklaren, türkisen Wasser in 8m Wassertiefe und fahren ihn ordentlich in den Sandgrund ein. Eine Schnorchelrunde kurze Zeit später bestätigt den Erfolg der Aktion. Kette und Anker sind gut von oben zu sehen.

Blick von der Robbeninsel über die Ankerbucht Richtung Fuerteventura. .

Hier treffen wir auch einige Yachten wieder, die wir schon früher trafen. Natürlich auch die SY Shuenga, darüber freuen wir uns besonders. Die Beiden haben hier schon einige Tage gelegen und ihr Stehpaddelboard auch genutzt. Dörte wollte das Stehpaddeln schon lange einmal testen. So war sie froh, als die Beiden ihr das Board zum Probieren anboten. Es war ordentlich wackelig und das erste Stehen eine kleine Herausforderung, aber es hat viel Spaß gemacht. 


Den Abend haben wir dann gemeinsam auf Shuenga verbracht. Bei einigen Gläschen Wein verging der Abend mal wieder viel zu schnell. Zum Schluss hat Matthias seine Gäste dann noch mit dem Schlauchboot zurück gebracht. Danke Matthias . Unser Schlauchi lag noch verstaut an Deck. . .

Die Nacht wurde dann vom Feinsten. Das Boot rollte in dem Schwell hin und her. Wellen liefen außen von vielen Seiten gegen den Rumpf und störten eine harmonische Boots-Bewegung. Der Wassertank unter unserer Vorschiffskoje, fast voll, gab dem Ganzen den Rest. Dort schwappten die Wellen in unregelmäßigen Abständen gegen die Blechwand. Welch eine Kulisse! Da nutzte auch ein dickes Kissen nicht viel. Am Morgen waren wir etwas gerädert und immer noch müde. . .

Der Wetterbericht sagte für die nächsten 24 Stunden eine Winddrehung auf mehr NO voraus. Das gab Hoffnung. Das Aufpumpen des Schlauchboots geriet bei den Schiffsbewegungen schon zu einer artistischen Übung. Alles klappte, so stand einem ersten Landgang nichts mehr im Wege.

Anlegen konnte man an der Rückseite eines Anlegers der für die Touristenboote gebaut wurde. Wegen des Tiedenhubs waren die Stufen dort sehr glatt. Deshalb waren wir froh unfallfrei an Land gekommen zu sein. 


Hier waren wir wieder auf vulkanischem Boden. Die Küste wird von Vulkangestein gebildet, das immer wieder Lagunen mit feinen Sandstränden geformt hat. Auf der Lobos-Insel, lebten früher Mönchsrobben, daher der Name Robbeninsel. Sie wurden schon früh ausgerottet, da sie für die Fischer eine Konkurrenz darstellten und man Fell und Fett gut gebrauchen konnte. Heute sollen noch einzelne Exemplare an der Ostseite der Insel gesichtet werden.

Die einzigen Robben, die wir sahen . . .

Die Insel ist heute Naturpark mit angelegten Wanderwegen, einige Vulkane heben sich hervor und bieten schöne Rundumblicke. Zahlreiche Seevogelarten haben hier ihr zu Hause. In einem kleinen Restaurant kann man auf Vorbestellung ein Fischgericht oder Paella bekommen. Da wir die Fischer schon beim Fischen in der Ankerbucht beobachtet haben, reservieren wir mit Anzahlung für den nächsten Tag. Das gibt richtig frischen Fisch.

Direkt vor dem Restaurant wird der frische Fisch vorbereitet . .

Wieder zurück an Bord, nehmen wir noch ein Nachmittagsbad. Inzwischen sind wieder einige neue Schiffe angekommen. U.a. eine holländische Contest 50 mit schmuckem Deckshaus. Wenige Stunden später gehen sie wieder Anker auf. Es war ihnen wohl zu unruhig. 

Zur Nacht dreht der Wind etwas nordöstlicher. Die Schiffsbewegungen beruhigen sich etwas unter sternenklarem Himmel.

Nachdem gegen 18.00 Uhr die Sonne unter geht, kühlt es sich immer mehr ab, sodass wir uns nur noch mit Jacke wohlfühlen.

In der 2. Nachthälfte nimmt die Schaukelei wieder zu. Als wir am Morgen aufstehen, haben viele Yachten die Bucht verlassen. Wegen bewölktem Himmel ist es noch lange recht frisch, nur Dörte nimmt ein Morgenbad. Gegen 13.30 machen wir uns auf den Weg zur Insel. Diesmal haben wir eine lange Leine mit, damit bei ablaufender Flut das Schlauchboot nicht auf die Steine gerät.

Das Essen war trotz gutem Platz mit Blick nach draußen nicht so überwältigend. Drei ca. 20 cm lange Fische frittiert und dazu einige kanarische Kartoffeln waren nicht überzeugend. Dörtes Paella war da schon besser.

Das komplette Angebot des Inselrestaurants. . .

Nach einem kühlem Abend wurde es wieder eine zeitweise rollige Nacht. Nur der Wassertank nervte nicht mehr, er war schon deutlich geleert.

Wir sind dann am Mittwoch, vor dem Frühstück, Anker auf gegangen. Der Wind sollte in der 2. Tageshälfte abnehmen. Mit gerefftem Groß und G3 lief es anfangs ganz gut. Später drehte der Wind achterlicher. Versuche zu halsen , brachten nicht wirklich eine Verbesserung. Letztlich gingen wir auf die alte Segelstellung zurück und liefen die letzten Meilen mit etwas mehr Höhe am Wind ( dh mehr Winddruck in den Segeln) und ließen uns vom Strom nach Lee versetzen. So kamen wir perfekt in Puerto del Rosario, der Hauptstadt von Fuerteventura, an. Wir waren überrascht, wie geschützt die Ankerbucht im inneren Hafenbereich lag. 

Wir erreichen die geschützte Ankerbucht im Hafen von Puerto del Rosario . . .

Unser Ankommen war auch von Stephanie und Matthias registriert worden. Sie fragten gleich, ob wir Lust hätten, mit in ein Tapasrestaurant zu kommen, sie hatten dort reserviert. Auf ihre Wahl konnte man sich verlassen, so haben wir gleich zugesagt. Nach Erledigung der dringendsten Arbeiten sind wir an Land gefahren. Das Restaurant „La Jaira de Demian“ war dann auch ein Volltreffer. Pro Kopf wurden 2 Tapas bestellt und jeder probierte alles mal. Super lecker. Diese Vielfalt von Ziegenfleisch über Käsespezialitäten bis zu Meeresfrüchten. Am Ende waren wir hoch zufrieden. Da müssen wir mal wieder hin. . .

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Ein Gedanke zu “Geschüttelt und gerollt vor der Robbeninsel. . .

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