Bei den Ziegen und Atlashörnchen . .

Der Ankerplatz in Puerto Rosario gefiel uns entgegen unseren Erwartungen sehr gut. Es gab kaum Schwell, nur das Anlanden mit dem Dingi auf dem Slip im nahen Segelclub musste etwas vorsichtig angegangen werden. Der Slip war sehr rutschig. Es gab aber auch die Möglichkeit am nahen, feinen, gelben Sandstrand an Land zu gehen.

Die Stadt selber bietet gute Versorgungsmöglichkeiten, ist aber eigentlich nicht besonders schön.

Nach 2 Nächten gehen wir Anker auf und segeln nach Gran Tarajal.

Mit NO 3-4 segeln wir die Küste entlang. .

Mit NO 3-4 segeln wir die Küste entlang . .

Auch dieser Hafen wird wieder von Puerto Canarias verwaltet. Es ist Freitagabend und das Spiel von Corralejo wiederholt sich. Der Mann von der Security nimmt die Anmeldung entgegen und erst Montag ist das Office besetzt.

Wir treffen die SY Shuenga wieder und am Samstag winken wir den beiden hinterher. Unsere Wege trennen sich jetzt, aber im Dezember gibt es in Arrecife ein Wiedersehen.

Die Ankerbucht gleich neben dem Hafen von Gran Tarajal. .

Über Check24 haben wir für 3 Tage ein Auto am Flughafen angemietet. Sonntagvormittag geht es mit dem Linienbus zum Flughafen ( eine Stunde Fahrzeit), von dort weiter zur Autovermietung und um 12.12 Uhr können wir unseren VW Polo übernehmen.

Zunächst wollen wir uns den Norden angucken. Über Puerto Rosario geht es weiter Richtung Corralejo. Bald fahren wir durch riesige Dünenlandschaften. Man hat das Gefühl in der Wüste zu sein..

Der Strand ist durchmischt aus Teilen von Muschelschalen und ähnlichem. Es ist kein Saharasand, wie oft behauptet. Schon hier treffen wir die ersten freilaufenden Ziegen. Ein kleines Päuschen gönnen wir uns am Strand der Bausünden von Fuerteventura. Es sind 2 riesige Rui Hotelbauten.

Die wilden Ziegen laufen gleich davon . .

Über Corralejo geht es nach Lajares, 2 historische Windmühlen stehen am Ortsausgang, sonst wirkte der Ort aber verlassen.

In El Cotillo, einem kleinen niedlichen Hafen und seinem Torre del Toston, einem Wehrturm aus1740, haben wir auf eine Besichtigung verzichtet, die 1,50€ sollten wir mit Kreditkarte zahlen.

Bei dieser Windmühlenart musste der Müller das Getreide nicht hoch zu den Mühlsteinen buckeln . .

El Cotillo mit dem kleinen Hafen, rechts der Wehrturm aus 1740

In die Kirche von La Oliva warfen wir einen kurzen Blick, die Kirche wirkte sehr düster auf uns.

Das größte Landhaus der Kanarischen Inseln, Casa de los Coroneles, war schon geschlossen. Richtige Begeisterung machte sich bei uns aber auch nicht breit. Von hier aus machten wir uns auf den Heimweg. Über Antigua und Tuineje gings dann nach Gran Tarajal.

Für den Montag hatten wir uns den Süden vorgenommen. Nirgendwo sonst auf den Kanaren kann man so lange Strandwanderungen unternehmen, wie auf der Halbinsel Jandia. Bis auf ganz wenige steinige Abschnitte ist die Strecke zwischen Costa Calma und Morro Jable problemlos barfuß zurückzulegen. Costa Calma liegt am Rand des 16 km langen Strandabschnittes der Playas de Sotavento.

Am Playa de Sotavento, mit einer vorgelagerten Lagune, mitten im Surf- und Kiterparadies, fühlten wir uns sehr wohl und genossen die Stimmung. Wir trafen Cesare, einen 60jährigen Foil-Kiter der seit 3 Jahren hier diese neue Variante „fliegt“. Eigentlich wollte er uns noch einige Nahaufnahmen ermöglichen, aber der Wind spielte nicht mit. Vielleicht treffen wir uns später mal wieder, denn er hat hier in René Eglis Surf- und Kiteschule einen Job. .

Die relativ neuen Kitebretter mit Foil-Flügel schweben über dem Wasser, im Hintergrund Césare mit einem jungen Kiter . .

In den Orten findet man monströse Hotelkomplexe und Shoppingcenter wieder. Gewachsene Strukturen sucht man hier vergebens.

In Morro Jable guckten wir zunächst den Hafen an. Was wir über den Hafen gelesen hatten, bestätigte sich, hier müssen wir nicht festmachen. Keine sanitären Anlagen und nach Süden hin offen zum Atlantik. Eigentlich ein reiner Fährhafen . .

Die Fahrt nach Cofete haben wir abgebrochen, die 19km lange, kurvenreiche Sandpiste wollten wir unserem Mietwagen und uns nicht antun.

In La Pared ist wegen der starken Brandung der Strand meist den Wellenreitern vorbehalten. Aber nicht nur die Wellenreiter trafen wir hier, wir machten auch die ersten Begegnungen mit dem Atlashörnchen. Die possierlichen Tierchen kommen aus Afrika. Sie geben sich mit einem kargen Lebensraum zufrieden und vermehren sich schnell, haben kaum natürliche Feinde und wurden zur Plage. Sie gefährden das Ökosystem, weil sie jeden frischen Halm abfressen. Überall wird darauf hingewiesen die Tiere nicht zu füttern. Leider wird oft darüber hinweggesehen!

Auf dem Heimweg machten wir in Pajara in einem kleinen Restaurant Pause.

Das Essen: einfach, billig, schlecht!!!

Am Dienstag ging es nach Tiscamanita ins Windmühlenmuseum und dann über Pajara zu den Höhlen nach Ajuy.

Im Windmühlenmuseum, die andere Mühlenbauart . .

In Ajuy trifft man auf die ältesten Ablagerungen der Kanarischen Inseln . .

2 parallele Höhlengänge reichen fast 600 m in das Lavagestein . .

Zunächst steigen wir die imposanten Kalkklippen hinauf, später geht es über Treppen in die Höhlen. Gut, dass wir die Taschenlampe eingesteckt hatten. Es war beeindruckend.

Der eine Höhlengang hat einen Seitentunnel zum Meer . .

Aus dem Fehler vom Vortag haben wir gelernt. Wir essen hinterher in Ajuy und sind zufrieden.

Durch das Tal der tausend Palmen erreichen wir Betancuria, die frühere Hauptstadt Fuerteventuras.

Der ganze Ort ist wie ein Museum, leider wurde die Kirchentür vor unserer Nase geschlossen. Manana.

Die Kirche Santa Maria wurde bereits 1410 errichtet und war bis ins 18. Jahrhundert die einzige Kirche auf Fuerteventura . .

Auf dem Heimweg geht es über Puerto Rosario in den beliebten Lidl Supermarkt. Der Besuch beim Chinamann war erfolglos. Wir suchen einen großen flexiblen Behälter, Eimer. Auf ganz Fuerteventura gibt es keinen Waschsalon. Also, back to the roots!

Von See aus hatten wir den Eindruck viele Parallelen zu Lanzarote zu entdecken.

Fuerteventura ist anders, ganz anders! Zunächst einmal, gab es hier keinen César Manrique.

Die Ziegeninsel wird sie auch genannt. Immer wieder sind sie uns begegnet, als freilaufende Ziegen oder auf großen Ziegenfarmen.

Fuerteventura ist die zweitgrößte der kanarischen Inseln. Sie wird oft als karg beschrieben. Das ist sie zweifellos nicht. Sie ist die älteste Insel der Kanaren, vulkanischen Ursprungs, eine Halbwüste mit Tendenz zur Wüste. Moose und Flechten und kurzes Gestrüpp wachsen auf den Felsen.

In den unterschiedlichsten Gelb/Ockerfarbtönen haben wir die Insel wahrgenommen und die Strände, seien sie schwarz, gelb oder weiß sind faszinierend. Aber die Insel ist auch viel grüner als Lanzarote. Unzählige Palmen säumen die Straßen und bilden kleine Wälder. Viele Plantagen, meist künstlich bewässert, prägen die Landschaft. Von verschiedenen Aussichtspunkten hat man grandiose Fernsichten über Millionen Jahre alte Vulkanlandschaften.

Am Sicasumbre Aussichtspunkt

Tolles Panorama, im Vordergrund eine analemmatische Sonnenuhr ( siehe auch Wikipedia) . .

Wir werden noch etwas bleiben und weiter entdecken.

Gegen 18.00 Uhr geht die Sonne unter . .

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2 Gedanken zu “Bei den Ziegen und Atlashörnchen . .

  1. Hallo Dörte und Felix,
    Danke für die ausführlichen Berichte und die vielen schönen Fotos, so können wir uns ein gutes Bild machen von den Orten, in denen ihr euch gerade befindet.
    Dass es auf ganz Fuerteventura keinen Waschsalon gibt, ist ja nicht zu fassen, habt ihr inzwischen einen flexiblen Eimer??
    Lasst es euch weiterhin gut gehen bei Sonnenschein und warmen Temperaturen, ihr kommt ja bald wieder ins kühle, graue Deutschland! Aber hier öffnen ab morgen die Weihnachtsmärkte, das hat auch was!
    Wir freuen uns jedenfalls immer auf eure neuen Berichte aus den warmen Gefilden…

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    1. Ola Monika und Jürgen, schön von euch zu hören. Vielleicht sollten wir besser sagen, wir haben keinen gefunden. Mit mehr Spanischkenntnissen hätten wir vielleicht mehr Erfolg gehabt . .
      Der Eimer wandert auf die Liste der unerledigten Aufgaben. Wünschen euch viel Spaß auf den Weihnachtsmärkten. .

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