Winterarbeiten bei Sonne und 25 Grad. . .

Bevor wir am 5.3. die Leinen loswerfen konnten, bekamen wir am Samstag noch „ einen Überraschungsgast“ . SY Shuenga war bei den SSW Winden in einem 24 h Törn von Teneriffa nach Arrecife durchgesegelt. Sie hatten sich einen neuen, größeren Anker nach Arrecife schicken lassen und wollten diesen nun endlich abholen. Einige Pakete flüssigen Proviants hatten sie bei uns abgeben lassen, sodass ein Liegeplatz an unserem Steg sehr willkommen war. Es gab eine herzliche Begrüßung bei einigen Gläschen Sekt. Den Abend haben wir dann gemeinsam in der Strava Tapasbar verbracht, bevor die beiden todmüde in ihren Kojen verschwanden. Es war schön mit den beiden wieder einige Stunden verbringen zu können.

Shuenga beim Anlegen. . .

Der Sonntagmorgen war von eifrigen Vorbereitungen geprägt, Shuenga und Festina lente wollten gegen den angesagten SW Wind gegenan segeln. Es gab noch eine kurze Verabschiedung von den Crews am Steg, dann wurden die Leinen los geworfen. Wann sehen wir uns wieder ? ?

Shuenga haben wir schnell aus den Augen verloren. Wir waren mit uns und dem Schiff beschäftigt. Knapp aus dem Hafen, haben wir dann das 2. Reff ins Groß gebunden und sind mit Maschinenunterstützung einem Regattafeld ausgewichen. Danach begann dann eine lange Kreuz. Gegen Wind, Welle und Strom haben wir uns langsam in Richtung Rubicon vorgearbeitet.

Wir manövrieren uns durch ein Regattafeld mit RC 44 Rennyachten. . .

Auf der Kreuz nach Rubicon. . .

Am Nachmittag nahm der Wind dann etwas ab. Bei Sonnenschein und blauem Himmel konnten wir diesen ersten Törn des Jahres schon richtig genießen, besonders wenn man an die Witterung zu Hause gedacht hat. Die letzten Meilen nach Rubicon konnten wir nur noch motoren, da der Wind immer schwächer wurde.

Wir hatten am Montag den Krantermin um 15.00 Uhr. So konnten wir ausschlafen und alles in Ruhe vorbereiten.

Auf der Werft lief alles erwartungsgemäß ab. Kran und Gurte standen bereit. Einige Helfer unterstützten mit Festmacherleinen und Fendern, bis das Boot stabil in den Gurten hing. Die Mannschaft konnte von Bord. Als Festina lente knapp über dem Boden schwebte nahte auch schon ein Werker mit dem Hochdruckreiniger und es ging dem Bewuchs an den Kragen.

Eine gute Stunde später wurde das Boot in einem Lagerbock abgesetzt und wir konnten wieder an Bord.

Nun begann das Leben auf dem Hardstand. Alle Ventile waren geschlossen, damit auch die Pantry. Abgewaschen wurde von nun an im Eimer. Die Sanitärräume waren ganz in der Nähe und in gutem, sauberen Zustand. Kein Vergleich mit letztem Jahr auf der Taguswerft, da war das alles very basic.

Die erste Nacht hatten wir kräftigen Wind. In den Böen vibrierten Mast und Rumpf so manches Mal, da wurde uns manchmal ganz heiß in der Koje. .

Am nächsten Tag klingelte der Wecker, kurze Dusche und Frühstück, dann ging’s an die Arbeit: Unterwasserschiff schleifen, Wasserpass reinigen und abkleben, entstauben und Antifouling streichen. Wir hatten uns im Vorfeld mit allen Materialien eingedeckt, um nun zügig voran zu kommen. Abends gegen 18.00 Uhr war der erste Anstrich aufgebracht, trotz einiger Probleme: Die Schaumstoffrollen vom letzten Jahr funktionierten gar nicht mehr und zerfielen fast beim Anblick der Farbe. Die neuen Schaumstoffrollen gingen besser, hielten aber auch höchstens 2 m2. In der Werft bei Cecilie ( Sie ist der gute Geist dort und kümmert sich um Alles. Als Holländerin spricht sie auch noch deutsch, sehr schön bei Problemen) bekamen wir dann Lammfellrollen, die viel breiter waren und in kürzerer Zeit eine größere Fläche bearbeiten konnten.

Antifouling streichen unter kanarischen Bedingungen. . .

Am Ende hatten wir viel mehr Farbe verbraucht, als vom Hersteller angegeben.

Erfreulicherweise war die defekte Farbdose noch zu 80% gefüllt.

Am Abend sind wir trotz leichter Erschöpfung noch zum deutschen Seglertreff im Restaurant La Cubierta gegangen. Hier trafen wir u.a. Peter von der SY Jonga, Wilma und Thijs von der SY Luna verde, Wolfgang von der SY Mon Amour und Derrick von der SY Zurita. Er wurde am nächsten Tag 79 und war hier bestens bekannt. Das Lokal spendierte ihm einen Geburtstagskuchen und wir ließen ihn hoch leben. .

Derrick mit Geburtstagskuchen. . .

Der 2. Tag sollte etwas ruhiger werden. Saildrive und Propeller fertig machen und die restliche Antifoulingfarbe auftragen. Zwischendurch wurde tagsüber eine Maxiyacht an Land gestellt, deren Dimensionen schon beeindruckend waren. Die Fisher and Paykel ( www.maxisailing.es ) eine der größten je gebauten Rennyachten war mit ihren 83 ft eine Herausforderung für die Werft.

Abends war der Wind eingeschlafen, es war auch in der Nacht sehr warm und die ersten Mücken stachen uns in der Nacht. Am Morgen waren wir unausgeschlafen.

Am Donnerstag war dann der Rumpf dran. Waschen, trocknen, polieren und wachsen. Abends schmerzten uns die Knochen von der ungewohnten Belastung. Inzwischen hatten wir mitbekommen, die meisten Eigner wohnten entweder im Hotel oder in der eigenen Landwohnung, während die Boote auf dem Hardstand standen. Felix war froh, das Dörte diese Zeit in luftiger Höhe immer besser wegsteckte. . .

Für Freitag war gegen Mittag das Kranen abgesprochen. Morgens noch das Heck polieren und wachsen, die Baustelle aufräumen.

Gegen 13.00 Uhr war dann der Kran soweit, Festina lente in die Gurte zu nehmen. Danach die letzten Flächen mit Antifouling streichen und alles war bereit. So gut hatte sie das in den letzten Jahren in der Ostsee nicht, Restflächen blieben immer ungestrichen. Eine gute Stunde später schwamm Festina lente wieder und konnte an den Liegeplatz verholt werden.

Es waren anstrengende Tage für uns in der Werft. Alle Absprachen wurden zuverlässig eingehalten. Die Männer waren fleißig und die Emsigkeit der Mitarbeiter hat uns beeindruckt. Die Rubicon-Werft können wir uneingeschränkt empfehlen.

Die nächsten Tage verbrachten wir mit relaxen, aufräumen und Deck reinigen. Und der Planung neuer Segelaktivitäten. . .

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6 Gedanken zu “Winterarbeiten bei Sonne und 25 Grad. . .

  1. Mensch , Felix: sei nicht so knauserig ! Spendier deiner Frau mal ein Hotelzimmer, wenn sie dir schon bei der Knochenarbeit hilft – was ja eigentlich Männerarbeit ist!!!

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  2. Hallo Dörte, hallo Felix,
    wir haben unsere HEDAS auch oft in die Hände der Werft Varadero Rubicon gegeben und können Euren Eindruck nur bestätigen. Zuverlässig und fleißig, und Cecilia – die gute Seele – hält mit uns Kontakt. Wenn die Werft während unserer Abwesenheit Arbeiten übernimmt, schickt Cecilia Bilder, damit wir sehen können, wie sie vorankommen. Super.
    HEDAS liegt übrigens unter der Plane am Steg B, falls Ihr da mal vorbeischlendert.
    Liebe Grüße aus dem winterlichen Hamburg.
    Marion und Uwe

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