Auf Entdeckungstour auf Gran Canaria. .

In den Tagen bis wir den Mietwagen am 25.03. abholen konnten, wurde eines für uns immer klarer. Spätestens nach Ostern wollten wir weiter nach Süden, wenn bis dahin unsere Rettungsinsel von der Wartung zurück sein würde. Während wir tagelang bedeckten Himmel genießen durften (sehr hautfreundlich) und bei frischem Wind das Thermometer selten auf 23 Grad anstieg, schien im Süden jeden Tag die Sonne, bei entsprechend höheren Temperaturen. Zu verdanken hatten wir das den Bergen im Inneren der Insel, an denen sich die Wolken bei NNO Winden jeden Tag aufstauten.

In Flughafennähe konnten wir den kleinen Fiat 500 übernehmen und sind dann erst nach Las Palmas gefahren, um die Parkplatzfrage im Hafen zu klären. Liegeplatzinhaber können für 6,- EUR einen ganzen Monat im Hafen parken, alternativ 18,- pro Tag.

Danach wollten wir eigentlich trotz der Wolken nach Norden, wurden aber bald mit Nieselregen und schlechter Sicht empfangen. Da gab’s nur eins, ab in den Süden.

Südlich vom Flughafen riss die Wolkendecke auf, bald hatten wir blauen Himmel und Sonne bei steigenden Temperaturen.

Einen kleinen Abstecher machten wir in Agüimes, beeindruckt hat uns der hübsche Ortskern.

Die Touristenhochburg Maspalomas haben wir schnell links liegen gelassen. Alles war verbaut und zugeparkt. Wir sind bald nach Pasito Blanco weiter gefahren. Dieser kleine Hafen wäre ein möglicher Haltepunkt, wenn wir Las Palmas verlassen. Ein Spaziergang durch den Hafen überzeugte uns aber nicht, da die meisten Boote hier sehr schwellig lagen und außer einer Ferienanlage gibt es nichts.

Hafen und Ferienanlage sind über eine Stichstrasse zu erreichen, ohne PKW nicht attraktiv. . .

Der nächste Hafen, Puerto Mogan, wird oft als der schönste Hafen der Kanaren gelobt. Der Ort wird wegen seiner Kanäle und dem Baustil gern als Klein-Venedig bezeichnet. Ein Idyll das sich von den meisten Feriensiedlungen angenehm abhebt. Er war natürlich richtig voll, gefiel uns aber vom Umfeld her deutlich besser. Hier hatten die Yachten Westwind. Einen ähnlichen Effekt hatten wir schon auf Madeira beobachtet.

Puerto Mogan mit seinem schönen Hafenmeister-Turm . .

Den nächsten Tag hatten wir eine Fahrt ins Bergland geplant. Von Maspalomas führt eine kurvenreiche Strecke in die Berge.

Blick aus den Bergen in Richtung Maspalomas. . .

In Arteara lebten die Einwohner über Jahrhunderte in totaler Abgeschiedenheit und waren in jeder Hinsicht Selbstversorger . . .

Über Arteara, ein sehr altes, abgeschiedenes Bergdorf, führte die Strecke nach Fataga. Auf einem in die Schlucht ragenden Felsen erbaut, lädt dieser Ort zu einem Bummel durch die verwinkelten Gassen mit den typischen schindelgedeckten Steinhäusern ein.

Fataga ist mit seinen steilen, verwinkelten Gässchen nur zu Fuß zu entdecken. .

Der Ort San Bartolomeo de Tirajana sprach uns nicht so an. Die Kirche war verschlossen und sonst wollten die Restaurants eigentlich nur Gäste locken.

Wir sind der GC-600 weiter gefolgt und erreichten dann endlich La Goleta. Von hier konnten wir in einem gut halbstündigen Aufstieg den Roque Nublo erreichen. Der markante Felsen ist mit 1813m der zweithöchste Punkt auf Gran Canaria und eines der Wahrzeichen der Insel.

Am Roque Nublo, einem der Wahrzeichen von Gran Canaria . .

Auf dem Rückweg haben wir für eine kleine Stärkung in San Bartolomeo halt gemacht. Das Essen war wieder mal nicht gut. Aber statt der korrekten 15,10 verlangte der Ober 22,10.

Welche Dreistigkeit! Nachdem er uns die Einzelpreise vorrechnen musste, entschuldigte er sich für den Rechenfehler. Der Touristennepp hat auf GC viele Seiten, überhöhte Preise und dann noch Rechenfehler. Es gibt natürlich auch viele ehrliche Leute. . .

Die weitere Fahrt über Santa Lucia versöhnte uns noch mit einem Highlight. Der Aussichtspunkt El Guriete am Barranco de Tirajana. Von hier kann man die Festungen von Ansite sehen. In diesem unwirtlichen Gelände in einer von senkrechten Wänden eingefassten Schlucht haben die Altkanarier sich vor den spanischen Eroberern versteckt und zur Wehr gesetzt. Hier findet man noch viele Wohn- und Bestattungshöhlen. Am 29.04.1483 unterwarfen sich die Einwohner der spanischen Krone. Wir fanden diesen Ort sehr beeindruckend.

Der Felsen in Bildmitte ist von Höhlen geradezu durchlöchert. Bei den Lichtverhältnissen am späten Nachmittag leider auf dem Foto nicht zu erkennen. .

Am 27.03. haben wir noch einen Versuch unternommen, im Norden der Insel einige interessante Orte anzusehen, obwohl die Wettervorhersage nicht so gut war.

Wir fuhren zunächst nach Galdar, der früheren Inselhauptstadt von GC. Hier besuchten wir das Höhlenmuseum Cueva Pintada. Dieser Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte Wohnhöhlen- und Häuserkomplex gibt mit seinen aus dem 6.-16. Jahrhundert datierten Fundstücken einen guten Einblick in das Leben der Menschen damals. Besonders wertvoll ist dabei die bemalte Höhle mit ihren präspanischen Wandmalereien.

Auf engstem Raum hat man in Galdar eine Vielzahl von Höhlen, Hausresten und Gegenständen ausgegraben. . .

Die berühmten Wandmalereien in einer der Höhlen sind ca. 2000 Jahre alt. . .

Der Besuch in Puerto de las Nieves, einem kleinen Fischerort in dem der Katamaran nach Santa Cruz de Tenerife anlegt, endete wenig erfreulich. Die Sonne schien, es war Mittagszeit und wir hatten Appetit auf frischen Fisch. Im Restaurante de Pescadores fanden wir dank eines eifrigen Kellners schnell einen Platz auf der Sonnenterrasse. Auch hier war das Essen mal wieder schlecht und überteuert. Als sie dann schließlich die IGIC (kanarische Steuer) noch draufgeschlagen haben, hat’s den Ober jegliches Trinkgeld gekostet. . .

Ohne die Katamaranfähre wäre in Puerto de las Nieves noch weniger los . . .

Die Rückfahrt über Agaete führte uns noch ins Museum von Maipes. Ein umfangreiches Gräberfeld auf/in vulkanischem Lava-Gestein. Es sind unterschiedlichste Grabhügel entsprechend der sozialen Stellung der Verstorbenen zu besichtigen.

Die Grabhügel unterschieden sich nach Größe, Form und weiteren farbigen Steinen als Abschluss. . .

Einige Grabhügel waren auch geöffnet. Nicht alle Verstorbenen wurden mumifiziert. . .

Auf der Rückfahrt hatten wir wieder das angesagte Wetter, geschlossene Wolkendecke. Glück gehabt.

Am letzten Tag mit dem Leihwagen erleben wir Calimawetter. Es ist bereits morgens über 25 Grad warm. Die Luft ist sehr dunstig, leicht gelbliche Nebelschwaden. Wir entscheiden uns deshalb nicht nochmal ins zentrale Bergland zu fahren, sondern ein näheres Ziel auszuwählen.

Der Ort Teror soll ein Geheimtipp sein, hatten wir gelesen. Schon die Fahrt dorthin in die Berge gefiel uns gut. Es war nicht nur alles grün, sondern das vermutlich milde Klima im Schutz der Berge ließ bereits viele Blumen und Pflanzen blühen. Hier war schon richtig Frühling.

Im Ort erreichten wir bald die Hauptattraktion die Basilica de Nuestra Senora del Pino.

Die Basilica wurde 1760 über einem älteren Gotteshaus errichtet, von dem nur noch der achteckige, gelbe Glockenturm erhalten ist. Im Inneren ist über dem reich geschmückten vergoldeten Altar das Standbild der Virgen del Pina zu sehen. Sie ist zu einem beliebten Wallfahrtsziel geworden zur Erinnerung an eine Marienerscheinung in 1481.

Die Altstadt von Teror bei Calima-Wetter . . .

Die Basilica Nuestra Senora del Pino mit dem gelblichen Glockenturm. .

Um die Basilika herum fanden wir eine sehr gepflegte Altstadt, sodass wir den Besuch in Teror als sehr lohnend empfanden. Nebenbei konnten wir uns hier auch direkt neben der Basilika etwas stärken, zu fairen Preisen. Geht doch!

Mit einem Abstecher nach Arucas, mit seiner riesigen neugotischen Kirche, schlossen wir das Besuchsprogramm dieses Tages ab. Leider konnten wir dieses imposante Bauwerk, welches die Canarier auch Kathedrale nennen, nur von außen besichtigen.

Auch an der Kirche von Arucas wurde einige Jahrhunderte gebaut. . .

Nicht im Detail erwähnt, aber doch immer wieder zu sehen, die großen Plantagen, auf denen von Tomaten über Gemüse bis zu tropischen Früchten vieles angebaut wird.

Auf dem örtlichen Markt in Las Palmas findet man diese dann wieder. Darüber berichten wir später. . .

Allen Besuchern und Mitlesern wünschen wir schöne Ostertage . .

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