Strand, Berge und mehr . . .

Der Wetterbericht hielt uns nicht lange in Pasito Blanco. Bereits am 6.5. machten wir uns auf den Rückweg. Bei anfangs leichten Winden schnippelten wir an der Küste entlang, um einen kurzen Weg mit wenig Gegenstrom zu haben. Mit jeder Kursänderung drehte auch jetzt der Wind. So motorten wir die Strecke, denn aufkreuzen wollten wir nicht.

Eine solche Wettersituation kommt nicht so häufig vor, ab nach LasPalmas. .

In Las Palmas bekamen wir am nächsten Tag einen guten Liegeplatz an Pontoon L, schön mit N-Wind von vorn. Hier konnte das Boot auch mal längere Zeit allein gelassen werden, zumal wir hier auch bekannte Gesichter wieder trafen.

Wir mieteten uns wieder einen Fiat 500, diesmal zu einem richtigen Schnapperpreis von 4,50/Tag. Es war keine Saison zu der Zeit.

Zum Warm werden fuhren wir zunächst in den Süden der Insel. Die Dünen von Maspalomas wollten wir diesmal, etwas besser vorbereitet als beim ersten Versuch, in Natura sehen. Ein Parkplatz in der Nähe des Riu Palace Hotels in Playa del Ingles war schnell gefunden. Der Weg über den heißen Wüstensand war trotz Sandalen anstrengend.

Am 6 Kilometer langen Sandstrand fanden wir bald ein passendes Plätzchen mit bestem Blick auf Strand und Meer. Neben dem Baden und Sonnen hatten wir durch die große Anzahl vorbei wandernder Touristen genügend Unterhaltung. Was wir bis vor kurzem noch nicht registriert hatten, Gran Canaria ist auch ein Mekka für Homosexuelle. Hier am Strand war diese Gruppe unübersehbar. . .

Schier endlose Dünen . . .

Nach einigen Stunden hatten wir genug Sonne getankt. Ein leckeres Eis in Meloneras rundete diesen schönen Tag ab.

Die nächste Tour sollte zur Panoramastrasse im Westen der Insel gehen. Die Anfahrt ging bis ans Ende der Autobahn im Süden der Insel. Von dort schlängelt sich die GC-200 in ständigem Auf und Ab zunächst nach Mogan. Kurz vorher haben wir noch in Molino de Vento eine 1875 abgebrannte Windmühle besichtigt. Erst 1998 wurde sie wieder funktionsfähig aufgebaut und ist heute wahrscheinlich die größte Windmühle von Gran Canaria.

Die nach einem Feuer neu aufgebaute Windmühle . .

Die weitere Fahrt führte uns mit vielen Kurven bis zur Passhöhe Degollada de la Aldea. Zwischendurch hatte man immer wieder weite Blicke in die zum Meer abfallenden Täler.

Los Azulejos, beeindruckendes Farbspiel am Eingang zur Venegueta-Schlucht . .

Der Hauptort im Inselwesten ist La Aldea de San Nikolas. Umgeben von zahlreichen Tomatenplantagen und anderen landwirtschaftlichen Flächen ist diese Gegend touristisch noch nicht so erschlossen. Nach einer Kirchenbesichtigung sind wir bald weiter gefahren.

Blick nach Aldea de San Nikolas und nicht enden wollende Tomatenplantagen . .

Im kleinen Hafen Puerto de la Aldea bekamen wir die kräftigen Winde der Windaccelerationzone mal als Fallwinde zu spüren. Einen geplanten Spaziergang über die Aussenmole haben wir abgebrochen, da wir befürchten mussten, von den Böen umgeweht zu werden. Auf dem steinigen Strand im Hafen wurden die Sonnenhungrigen mit hölzernen Terrassen zum Liegen animiert. In einem einfachen Fischlokal haben wir an einem vermeintlich windgeschützten Plätzchen eine kleine Stärkung zu uns genommen, bis eine Superböe fast den Tisch abräumte . .

Puerto de la Aldea mit Steinstrand. Die wenigen Häuser verstecken sich hinter dem Felsen links im Bild . .

Die weitere Fahrt brachte uns noch zu verschiedenen Aussichtsplätzen entlang der wild zerklüfteten Küste. Einen Abstecher zum nordwestlichsten Leuchtturm der Insel, Faro de Sardinia, konnten wir nicht auslassen, obwohl der Weg dorthin durch aufgegebene Bananenplantagen etwas abenteuerlich war. Nach dem Erreichen der Nordautobahn GC-2 hatten wir eine schnelle Rückfahrt und hinterher über 200 km auf dem Tacho. . .

Die wild zerklüftete NW-Küste . .

Nach solchen Langfahrten haben wir uns zwischendurch mit Radtouren in Las Palmas etwas erholt. Auch hier gibt es einiges anzusehen, wie das Casa de Colon, das den Entdeckungsfahrten von Kolumbus gewidmet ist.

Da wir bei der Planung von größeren Fahrten auch immer die Wetterentwicklung im Auge behalten, Stichwort Fotowetter, entscheiden wir manchmal kurzfristig.

So war es auch am 14.5. . Es sollte im Norden viel Sonne für einen Tag geben, im Süden Sonne wie immer. Das richtige Wetter für eine neue Fahrt ins Hochgebirge.

Auf dem Weg nach Santa Lucia über die GC-65 wollten wir noch das Museum Fortaleza de Ansite besuchen. Nach einer abenteuerlichen Fahrt abseits der Straße standen wir bald vor verschlossenen Türen, es war ja Montag, der Ruhetag vieler Ausstellungen.

Der Ort Santa Lucia entschädigte uns etwas für diese Enttäuschung. Sehr gepflegt, schön angelegt, überall grünte und blühte es. Die Kirche gefiel uns auch von innen, was nicht immer der Fall ist.

Santa Lucia mit seiner Kirche und vielen gepflegten Häusern und Gärten . .

So fuhren wir bald weiter zum Cruz de Timagada. Wie sonst auch, sind solche extremen Bergkurvereien nicht Dörtes Ding. Sie wird aber immer wieder mit schönen Aussichten belohnt und Felix bemüht sich vorsichtig zu fahren.

Der Roque Bentayga ist ein Monolith der den Ureinwohnern als Heiligtum galt. Wenn auch das zugehörige Informationszentrum geschlossen war, so konnten wir über einen immer steiler werdenden Weg, über Stufen, teilweise Geröll bis zu dem eigentlichen Kultort aufsteigen. Hier sollen religiöse Rituale abgehalten worden sein. Nebenbei hatte man von hieraus einen atemberaubenden Blick bis zum Roque Nublo, ins Tal von Tejeda mit dem umliegenden Vulkankessel und nach Teneriffa mit dem Teide . . .

Aufstieg zum Roque Bentayga . .

Das letzte Stück des Aufstiegs wurde immer steiler . .

Wir haben die Kultstätte der Altkanarier erreicht . Rechts zum Greifen nah der Roque Nublo . .

Nach einer erneuten Serpentinenfahrt kamen wir in dem schönen Bergdorf Tejeda an. Eigentlich wollten wir hier übernachten. Zunächst haben wir bei einem Kaffee den berühmten Mandelkuchen probiert. Nebenbei wurden die Übernachtungsmöglichkeiten gecheckt, denn wir wollten nicht mehr weiter fahren.

Schönes Plätzchen in Tejeda mit Blick auf Roque Bentayga . . .

Schließlich haben wir uns für ein einfaches Hotel am Cruz de Tejeda (ca. 1500m Höhe) entschieden. So sind wir gegen Spätnachmittag noch die letzten Kilometer bis zum höchsten Pass der Insel gefahren. Hotel und Restaurant waren für unsere nicht hoch gesteckten Ansprüche ok.

Das Schönste war auch hier die Aussicht. Ein grandioser Blick über Gran Canaria und Teile von Teneriffa mit dem Teide im Licht der untergehenden Sonne. . .

So einen schönen Ausblick kann man nur genießen. Im Hintergrund rechts der Teide . .

Der Teide kurz nach Sonnenuntergang. . .

Am nächsten Morgen stand Artenara auf dem Plan. Es ist das am höchsten gelegene Bergdorf ( 1250m ) der Insel. Das Besondere sind dabei die in den Berg gegrabenen Wohnungen, deren gemauerte, geputzte und gemalte Fronten in dieser Häufigkeit einmalig sind.

Artenara mit seinen Höhlenhäusern . .

In einem durch die Gemeinde eingerichteten Museum, auch aus Höhlenwohnungen bestehend, bekam man einen guten Einblick in die Lebensweise der Altkanarier.

Ein zentraler Hauptraum mit angrenzenden Schlafnischen sind typisch für die Höhlenwohnungen . .

Ebenfalls in einer Höhle untergebracht ist die Kapelle Nuestra Senora de la Cuevita. Die Jungfrau der kleinen Höhle ist u.a. die Schutzheilige der Radfahrer.

Die Höhlenkapelle mit der Jungfrau der kleinen Höhle . .

Wir waren bis Artenara noch über den Wolken, hatten also schönsten Sonnenschein.

Unterwegs immer wieder bunte Blumenfelder. .

Bis zu unserem nächsten Ziel sollte sich das ändern. Die Fahrt über die GC-21 und GC-220 in Richtung Galdar führte uns immer tiefer in die Wolkendecke hinein. Es wurde nieselig, das Thermometer fiel bis auf 15 Grad. Brrr. . .

Bei Galdar angekommen, hatte das Thermometer sich wieder bei 20 Grad stabilisiert. Östlich davon liegen die Cenobio de Valeron, eine der wichtigsten archäologischen Fundstätten der Insel. In einer Steilwand unter einem Basaltbogen findet man rund 300 Höhlen in den Tuffstein gegraben. Sie wurden lange Zeit für eine Klosteranlage ( Cenobio = Kloster ) der altkanarischen Ehrenjungfrauen gehalten. Heute geht man davon aus, dass die Höhlen als Getreidespeicher dienten. Im zugehörigen Infozentrum wurden viele Details ausführlich erläutert.

Die Getreidespeicher im Cenobio de Valeron . .

Die weitere Rückfahrt verlief unkompliziert, wir mussten die vielen Eindrücke erstmal verarbeiten . . .

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s