Arbeitsurlaub und Meer . . .

Das schöne Sommerwetter in Kiel (fast wärmer als in LasPalmas) war für unseren Teil der geplanten Bauarbeiten an Maike und Erskines neuem Haus ideal. Dörte konnte sich um den kleinen Frederik kümmern, während Felix sich direkt auf der Baustelle mit baggern und anderen Arbeiten nützlich machen konnte. Die Tage gingen schnell dahin und jeden Tag wurde der Wetterbericht studiert, um zu sehen, wie lange Petrus die Bauarbeiten noch unterstützen würde.

Es gibt viel zu tun . .

In der zweiten Woche zeichnete sich das Ende der Schönwetterperiode ab. Glücklicherweise gelang es rechtzeitig die ausgetrockneten Kellerwände zu isolieren und die Baugrube wieder auf zu füllen.

Parallel zu diesen Aktivitäten hatten Birte und Daniel ihren Traum vom ersten eigenen Boot endlich realisieren können. Nach mehreren Besichtigungen quer durch Nord-Europa hatten sie dann endlich ihr Traumboot im Süden von Amsterdam gefunden. Da Daniel im Juli wieder aufs Schiff muss, war eine kurzfristige Überführung gefragt.

So ergab es sich, nachdem auf der Hausbaustelle ein Zwischenstand erreicht war, dass wir einen neuen Job übernehmen konnten:

Die Überführung der Yacht nach Kiel. Leider musste die KiWo (Kieler Woche) dadurch ohne unseren Besuch stattfinden. Nachdem die Bootsübernahme am Samstag stattfand, reisten wir am Sonntagmittag an. Da lag sie nun die schöne Dänin, die wir nach Kiel überführen durften.

Die schöne Dänin, eine X-332 . .

Nach kurzer Einweisung und volltanken ging’s auch schon los. Ein letzter Blick zurück, Birte und Daniel winkten noch, verließen wir den Hafen. Die Tour hatten wir schon zu Hause ausgearbeitet. Bei kräftigen Winden motorten wir durch Amsterdam. Dabei muss man durch eine Klappbrücke (Schellingwouderbrug) und 2mal schleusen. Erfreulicherweise ging das alles recht flott. Bestimmt weil es Wochenende war. Einen Abstecher in Amsterdam hatten wir nicht vorgesehen, obwohl das sehr interessant gewesen wäre.

Warten an der ersten Schleuse . .

So konnten wir gegen 19.30 in der Marina Ijmuiden festmachen. In diesem Hafen waren wir schon einige Male und hatten meist Schietwetter. So sollte es auch diesmal kommen. Abends begann ein Nieselwetter, das man keinen Hund vor die Tür schicken wollte.

Auch mit Rahmen: Schietwetter bleibt Schietwetter . .

Von nun an lebten wir wieder mit Ebbe und Flut und den damit zusammen hängenden Strömungen. Mit auslaufendem Wasser haben wir morgens bei SW 5-6 den Hafen verlassen und sind bald unter Fock mit nordöstlichem Kurs Richtung Vlieland gelaufen. Am späteren Vormittag ließ endlich der Regen nach und später konnten wir sogar einige Sonnenstrahlen genießen.

Auslaufen Ijmuiden . .

Nachdem über Tag der Wind etwas schwächer wurde, haben wir zusätzlich das gereffte Groß- Segel gesetzt. Es zeichnete sich aber trotzdem ab , dass wir Vlielandhafen um Niedrigwasser erreichen würden. D.h. die 5 sm bis zum Hafen würden wir gegen den Strom segeln müssen. Die eigentliche Hafeneinfahrt hat die Besonderheit, das hier immer ein kräftiger Strom seitlich versetzt. Der schmale Einfahrtskanal besteht aus einer stabilen beidseitigen Holzkonstruktion, die wegen des Tidenhubs immer feucht und glitschig ist. An Land sind Sitzbänke aufgestellt, von denen Spaziergänger die ein- bzw. ausfahrenden Boote beobachten können.

Als wir nun mit guter Geschwindigkeit in den Kanal gebraust sind, gab es von den Sitzbänken Beifall, das hatten wir auch noch nicht erlebt.

Das folgende Hafenmanöver klappte dann bei böigen 5-6 Bft. erst im zweiten Anlauf und dank vieler helfender Hände. Es braucht doch einige Zeit und Erfahrung bis man ein anderes Boot richtig beherrscht. Bei einem guten Essen haben wir uns dann im Hafenrestaurant vom anstrengenden Tag erholt.

Vlieland haben wir am nächsten Morgen bereits wieder verlassen, um mit ablaufendem Wasser durch die Fahrrinne zu kommen. Unter gerefftem Groß und Maschine sind wir dann gegen den kräftigen Wind gekreuzt. Es war die typische Wind gegen Strom Situation, die zu hohen Wellen führt. Wir waren froh, das nach 1 1/2 Stunden überstanden zu haben. Bald wurde das Wetter auch trocken und die Sonne ließ sich mal sehen. Wie vorher gesagt, nahm der Wind über Tag deutlich ab, sodass wir zeitig die Maschine mitlaufen ließen. Wegen der Distanz nach Borkum mussten wir trotzdem die letzten Meilen gegen die ablaufende Ems anmotoren.

Endlich mal mit ungerefftem Großsegel unterwegs . .

Die Fischerbalje kurz vor dem Burkana-Hafen, immer wieder spannnend anzulaufen . .

Inzwischen hatten die laufend kontrollierten Wetterberichte bei uns die Erkenntnis reifen lassen, das ab Donnerstag die Bedingungen auf der Nordsee (Starkwind und entsprechender Seegang) so ungünstig würden, das Hafentage angesagt wären.

Die Strecke von Borkum nach Norderney ist nur etwa 45 sm weit. Es besteht aber die Problematik, dass man mit ablaufendem Wasser von Borkum abfährt und zwingend kurz vor Hochwasser das Dovetief-Fahrwasser nach Norderney passiert, zumindest wenn man 2,15 m Tiefgang hat. Dazu durften wir nicht mehr als 6 kn über Grund fahren, um nicht zu früh an der Fahrrinne anzukommen. So segelten wir den ganzen Tag mit klein gedrehtem Vorsegel mit reduzierter Geschwindigkeit. Ein Kontrollanruf beim Hafenmeister beruhigte unsere Bedenken wegen der Fahrwassertiefen, denn wir mussten in der Rinne zeitweise gegen 1m Welle anmotoren.

Segeln mit angezogener Bremse nach Norderney . .

Deutschlands ältestes Seebad kommt näher . .

Fischer auf dem Weg zur Arbeit . .

Es klappte alles gut auf unserem Weg in Deutschlands ältestes Seebad. Auf einem Liegeplatz mit dem Bug im Wind konnten wir die angesagten 8 Bft. beruhigt erwarten. Leider fielen mit dem Starkwind auch die Temperaturen ( 13-16 Grad) mächtig.

Sonnenuntergang auf Norderney . .

Da erinnerten wir uns mal wieder daran, wie schön warm es auf den Kanaren jetzt sein könnte . .

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