Zurück nach Gran Canaria . . .

Nachdem der Ryanair-Streik in der Vorwoche zu Ende gegangen war, sollte einem pünktlichen Flug am 31.07.18 nichts im Wege stehen. Wir waren rechtzeitig am Flughafen und warteten in Sichtweite des Abflugterminals bei einem Kaffee auf den Aufruf. Bald setzte sich eine nette blondgefärbte Dame neben uns und verwickelte uns in ein Gespräch. Sie verdiente ihr Geld als Immobilienmaklerin für Objekte im Mittelmeerraum und war gerade für einen Kunden unterwegs. Es kam zu einem sehr interessanten Gespräch, bei dem wir doch fast den Abflug verpasst hätten. Einen letzten Aufruf scheint es bei Ryanair nicht zu geben. So hetzten wir in letzter Minute los und waren die letzten Passagiere, die das Flugzeug erreichten. Wir hatten ja genug Zeit, uns auf dem Flug auszuruhen. . .

Im Anflug auf Gran Canaria gab der Pilot bekannt, das es sehr windig sei. Nicht überraschend, denn die Maschine flog mitten durch die „Düsenwindzone“. Entsprechend schwankte das Flugzeug im Sinkflug. Trotzdem schafften es die Piloten, den Flieger samtweich und pünktlich auf der Landebahn aufzusetzen. Vielen Passagieren war das einen Applaus wert.

Diesmal hatten wir einen Mietwagen bei Orlando geordert. In dem Büro war gerade mal ein Mann mit den wartenden Kunden beschäftigt. Als Urlauber hat man ja viel Zeit. Nachdem wir endlich dran waren, sollten wir einen recht herunter gekommenen alten Renault mit 160.000 km Fahrleistung übernehmen. Da waren wir bisher deutlich neuere Fahrzeuge gewohnt. Schließlich fiel uns der nasse Fahrersitz auf. Das Auto war wahrscheinlich nicht mehr richtig dicht.

Nun hatten wir einen triftigen Reklamationsgrund. Der Orlandomann sah sich das Problem an und sagte uns ein anderes Fahrzeug zu. Derweil mussten einige andere Urlauber noch länger warten.

Schließlich bekamen wir einen Citroën C3, eine Klasse höher und erst 25000 km gefahren. . .

An Bord angekommen empfing uns wieder der Teakduft, den wir an dem Boot so schätzen.

Doch diesmal war da etwas, was unsere Nase etwas rümpfen ließ. Unter Deck öffneten wir die Toilettentür und es gab eine böse Überraschung:

Um die Boden- Grätings schwamm eine gelbe Flüssigkeit, es war Diesel aus dem Tagestank.

Das Holz hatte ausreichend Zeit gehabt sich mit der stinkenden Brühe vollzusaugen. Nun gab es unerwartet Arbeit. Mit Schwamm und Eimer wurde so vorsichtig wie möglich die Brühe wieder aufgenommen und später in einen Kanister gefüllt. Nach 1 1/2 Stunden war das Gröbste beseitigt.

Hier fehlt jetzt ein Bild mit Geruch . . .

Da es Dienstag war, kamen wir natürlich spät zum Seglertreff. Neben vielen mehr oder weniger bekannten Gesichtern trafen wir natürlich auch einige Neuankömmlinge.

In den nächsten Tagen nutzten wir das Auto, um wieder den Kühlschrank zu füllen und einige Orte anzusehen. Darüberhinaus musste natürlich die Ursache der Schweinerei im Bad beseitigt werden. Der Füllstandsschlauch war undicht geworden und so waren mindestens 12 Ltr. Diesel in die Duschwanne getropft.

Auf dem Besichtigungsplan stand an erster Stelle La Fortaleza de Ansite (Festungen von Ansite), kurz vor Santa Lucia. Wir waren dort schon mehrmals vor verschlossenen Türen gestanden. Nach einer kurvenreichen Fahrt in die Berge auf der GC-65, Dörte hatte wieder leichten Schweiß auf der Stirn trotz Felix’ moderater Fahrweise, erwartete uns diesmal eine sehr informative Ausstellung und einige Filme, die das Leben der Ureinwohner sehr transparent machten. Für die Historiker besteht bei diesen Fundorten die Problematik, das es keine direkten Aufzeichnungen gibt. Mit den gefundenen Stücken, Resten und Knochen versucht man sich ein Bild der damaligen Ureinwohner zu machen. Daher auch der Name Centrum für Interpretation ( Centro de Interpretacion).

Etwa in Bildmitte erreicht man eine Höhle, die auf der anderen Bergseite endet . .

Nachdem wir durch den Berg gekraxelt waren, fanden wir einige Höhlen wie diese . .

Diese Festungen sind natürliche Felsmassive, mit Höhlen und Durchbrüchen die mitten in tiefen Taleinschnitten stehen. Auf diesen Felsen lebten die Ureinwohner ein anstrengendes Leben, mussten doch alle Vorräte und Wasser auf den Berg geschleppt werden. Sie boten jedoch einen guten Schutz gegen Eindringlinge.

Unterwegs kamen wir noch an einem Stausee, Presa de Sorrueda, vorbei. Am gleichnamigen Aussichtspunkt hatten wir einen schönen Blick auf die 74 m hohe, aus losem Steinmaterial gebaute Staumauer und den Stausee.

Eine Staumauer aus losem Gestein ist auf den Kanaren eher ungewöhnlich . .

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher nach Meloneras. Hier gibt es im Café Pinguino sehr leckeres Eis. Ein kurzes Bad am nahen Strand war nicht so der Hit, da das Wasser mit viel Gras durchsetzt war.

Für den Abend hatten wir noch eine Restaurantempfehlung, das La Bahia del Pejar, auf dem Plan. Kurz gesagt, wir fanden die Speisen nicht so überzeugend. . .

Am letzten Tag mit Leihwagen wollten wir uns Arinaga an der GC-100 noch ansehen. Dieser Ort liegt mitten in der Düsenwindzone südlich vom Flughafen. Entsprechend wehte es hier durch Häuserschluchten und Gassen. Da hier praktisch keine ausländischen Touristen hinkamen, hatte dieser Ort für uns einen ganz eigenen Flair. Sehr viele junge Leute bevölkerten die eher steinigen Strände und genossen das schöne Wetter. In den Restaurants sah man viele Einheimische, die Plätze waren gut gefüllt. Kurz vor 18.00 Uhr haben wir dann den Citroën im nahen Stützpunkt wieder abgegeben und sind mit dem Bus nach Las Palmas zurück gefahren.

Strände und Wege waren dicht bevölkert von jungen Leuten . .

In den folgenden Tagen beobachteten wir die Wetterberichte sehr genau, denn wir wollten bei nächster Gelegenheit weiter segeln. . .

Am Strand, direkt neben dem Yachthafen in Las Palmas, kann man auch warten . .

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2 Gedanken zu “Zurück nach Gran Canaria . . .

  1. Hallo Dörte, hallo Felix,
    es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass Langfahrt auch viele Wartungsaufgaben mit sich bringt. Es heißt, dass man sich von Hafen zu Hafen ’schraubt‘:
    Bei uns lag die Überraschung in dieser Saison im selben Raum wie bei Euch, nur waren die betroffenen Schläuche dicker und der Geruch möglicherweise nachhaltiger – und das mitten auf dem Atlantik. Aber davon vielleicht später mal mehr.
    Schön, dass Ihr wieder auf den Kanaren seid. Wir sind im Juni Richtung Norden gestartet und über Porto Santo nach Lagos gesegelt. Unser Schiff steht jetzt ersteinmal hoch und trocken in der Werft. Im nächsten Jahr geht es dann weiter – Richtung Norden.
    Wie sind denn Eure Pläne?
    Liebe Grüß aus dem sommerlichen Hamburg!
    Marion und Uwe von der HEDAS

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