Nach fest kommt ab. . .

Das Wetter haben wir seit Tagen beobachtet und am Sonntag den 12.08. wollten wir endlich weiter. Wir nutzten die Wartezeit für die Fahrt nach Teneriffa mit unterschiedlichsten Arbeiten am Schiff.

Strandleben am Wochenende am Playa de las Canteras

So musste Felix noch den Impeller der Seewasserpumpe einbauen, den er immer vor längeren Liegezeiten ausbaut. Er betätigte auch das Seeventil, welches schon seit einiger Zeit etwas schwergängig war. Es kam wie es kommen musste, Worst Case wie man so schön sagt, bald hatte er den Hebel des Ventils in der Hand. Der Griff war abgerissen und das Ventil fast zu. Die Maschine bekam so gut wie kein Kühl-Wasser mehr.

Das Schiff musste also für den Ventilwechsel aus dem Wasser.

Das Seewasserventil mit abgebrochener Schaltwelle . .

Der Weg zur Werft Rolnautik machte uns nicht fröhlicher, es war kurz vorm Wochenende und Anfang der Woche hatten sie keinen Termin mehr frei, Mittwoch war schon wieder Feiertag, Mariä Himmelfahrt. Und die restlichen Tage war der Kran in Wartung. In der folgenden Woche könnten wir eventuell einen Termin bekommen. Also würde diese Lösung uns eine Woche kosten.

Der Weg zum Real Club Náutico De Gran Canaria brachte Entspannung. Im Büro trafen wir Karin, eine Argentinierin mit deutschen Wurzeln. Sie sprach bald deutsch und bereitete den Papierkram für uns vor. Wir bekamen für den nächsten Montag um 10.00 Uhr einen Sliptermin.

Jetzt musste die Maschine für die Fahrt zum Yachtclub vorbereitet werden. Andernfalls hätten wir Schlepphilfe gebraucht. Felix besorgte einen 4 m langen Schlauch. Das eine Ende wurde an dem Kühlwasserschlauch der Maschine befestigt und das andere Ende mit dem Bootshaken verstärkt aussenbords ins Wasser gehängt. Es funktionierte beim Test im Hafen gut.

Sehr langsam sind wir die kurze Strecke in den Yachtclub gefahren, um zu verhindern, dass der Schlauch aufschwamm und Luft anzog.

Im Hafen angekommen stand der Portalkran schon bereit, die Gurte waren schon abgesenkt und 4 Männer begrüßten uns freundlich.

Rückwärts ging es in den schmalen Slip, es dauerte nicht lange und wir hingen schon in den Gurten. Kompetent wurde Festina lente aus dem Wasser gehoben und um 10.30 Uhr an Land gestellt.

Festina lente mit Notkühlsystem. . .

Viktor, der Chef der Werft und der Steganlagen kam sofort vorbei und stellte sich vor. Er begrüßte uns sehr freundlich, war überaus begeistert von unserem Boot und ließ uns schnell wissen, dass wir zwar einen Kostenvoranschlag für das Slippen und eine Stunde Hardstand bekommen hatten, wir hätten aber soviel Zeit wie nötig.

Das Aus- und Einbauen des Ventils machte keine Probleme, Felix hatte alles gut vorbereitet und konnte dann auch noch den Loggeber wieder einsetzen. In der Zwischenzeit hatte Dörte, überall wo es möglich war, den Kiel, das Ruder, den Wasserpass und den Rumpf etwas mit Schwamm und Wasser gereinigt. Viel war es nicht, denn wir waren ja erst im März in Rubicon auf dem Hardstand😫.

Sehr nett wurden wir mit Handschlag verabschiedet, dürften jederzeit gerne wiederkommen und würden auch immer einen Liegeplatz im Yachthafen bekommen.

Viktor und Mannschaft, ihr wart klasse!

Um 12.30 Uhr lagen wir wieder in unserem Hafen am Warteponton. Bereit am nächsten Morgen zu starten.

Morgens um 7 war der Wind noch schwach. Wir wollten die erste Stunde bis zur Nordspitze der Halbinsel La Isleta motoren. Schon im Handelshafen sahen wir hohe Wellenberge anrollen. Zogen sofort das 2fach gereffte Groß hoch und begaben uns in das Abenteuer. Manchmal war es anstrengend, es gab immer mehr Kreuzseen, je weiter wir nach Norden kamen und Festina lente krachte in gewaltige Wellentäler. Unglaublich so eine Dünung bei so wenig Wind. Bald konnten wir aber abfallen und der Wind drehte für uns immer weiter mit. Das Segeln war für viele Stunden ungerefft wunderschön und die Sonne lachte dazu.

Ein letzter Blick zurück nach Gran Canaria und die Wolken . . .

Schönes Segeln bei moderater Welle . . .

Klar war uns, dass wir in der Accelerationszone, also Windbeschleunigungszone, zwischen den Inseln mehr Wind bekommen würden. Es gab erst das erste Reff, dann das Zweite und nach dem Verkehrstrennungsgebiet nahm der Wind immer noch zu. Wir waren davon ausgegangen das vor Santa Cruz der Wind wieder nachlässt. Dort waren nur 4 Bft angesagt.

Über AIS haben uns Familienmitglieder verfolgt . . .

Wir nähern uns Teneriffa. . .

Aber dann passierte es endlich, wir entdeckten trotz des hohen Seegangs eine Gruppe Grindwale. Das war schon ein Höhepunkt dieser Reise, auch wenn es keine Fotos gibt.

Um 14.00 Uhr hatten wir dann das 3. Reff drin und kurz vor Santa Cruz nahmen wir die Fock ganz weg. Wir hatten jetzt bis 17 m/sec Wind und durch die durcheinander laufenden Wellen machten wir ordentliche Bocksprünge.

Portcontrol bewilligte unser Einlaufen in den Handelshafen und um 15.10 Uhr war der Spuk vorbei. Hier nahmen wir das restliche Großsegel weg und fuhren zu unserem uns zugewiesenen Ponton in der Marina.

Kurz vor der Einfahrt nach Santa Cruz mit dem markanten Auditorium . .

Wir haben den Handelshafen erreicht und bereiten das Anlegen vor . . .

Es war sehr warm hier in Santa Cruz. Deshalb genossen wir es das Boot zu entsalzen. Danach gab es eine Dusche für uns und zum Abendessen einige Hasenbrote und ein Bierchen. Wir hatten keine Lust mehr zu kochen oder in die Stadt zu gehen, denn wir wollten uns mit Monika und Walter von der SY Alunga auf ein Gläschen Wein treffen, um von ihnen einige Insidertipps zu erhalten.

Am nächsten Tag gab es Besuch aus der Heimat. Steffi und Börje aus Kiel machten schon seit längerer Zeit Urlaub in ihrem Domizil auf Teneriffa.

So gab es hier ein Wiedersehen, wenn schon nicht zu Hause.

Die beiden brachten eine Kühlbox mit deutschem Bier und leckere Törtchen aus ihrer Lieblings- Panadería mit.

Es wurde ein schöner Nachmittag, wir hatten viel Spaß und zu erzählen gab es genug.

Bei guter Stimmung saßen wir im Cockpit zusammen . . .

Den Abend ließen wir in der Pizzeria Dacanio in San Andres ausklingen.

Das Essen war reichlich, aber leider wurden die Speisen bei uns sehr zeitverzögert serviert.

Mit ihrem Auto ( Lastwagen😂 ) fuhren sie uns netterweise wieder zurück in den Hafen.

Kurz nach Mitternacht waren wir wieder zurück an Bord.

Ein schöner Tag war zu Ende gegangen.

Vielen Dank Steffi und Börje! Kommt gut nach Hause!

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Kiel. . .

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