Mit dem Auto auf Teneriffa unterwegs. . .

Wie auf den anderen Inseln auch, haben wir bald ein Auto gemietet, um Teneriffa besser kennen zu lernen. Nachdem in Hafennähe die Angebote deutlich teurer als per Internet waren, haben wir uns für Orlando am Flughafen T-Nord entschieden . Mit dem Bus gut erreichbar, gab es dann bei der Fahrzeugübernahme den ersten Haken. Der Renault sah gut aus, hatte knapp 60.000 km gelaufen, nur die Reifen: In der Mitte ca 2 mm Profiltiefe, am Rand nichts. Auf die Frage, ob solche Reifen in Spanien noch erlaubt sind, wurde nicht lange diskutiert. Wir bekamen einen neuen VW Polo mit 60 km auf der Anzeige und fuhren los.

Nachdem in den Bergen viele Wolken zu sehen waren, zog es uns nach Süden. Ein Abstecher zur Marina Radazul begeisterte uns nicht. Wegen der Winddüse war es sowohl im Hafen, wie auch an den näheren Stränden sehr windig. Vorwiegend spanische Gäste und keine erkennbare Infrastruktur in der Nähe. Diesen Hafen fanden wir nicht interessant.

Weiter ging’s nach Candelaria. Die Basilika mit einer schwarzen Madonna, Schutzpatronin der Kanaren, war am 14./15. August Schauplatz der größten Wallfahrt der Kanarischen Inseln. Diesen Termin haben wir knapp verpasst. Es war auch so noch voll genug. Der Kirchplatz wird zur Meeresseite von 9 überlebensgroßen Guanchenkönigsfiguren begrenzt. Insgesamt fanden wir den Ort sehr interessant.

Die Basilika von Candelaria mit den Guanchenkönigsfiguren . .

In El Medano waren wir schon mal vor 16 Jahren. Schon damals hat uns die Surferatmosphäre und der lange hellsandige Strand dort sehr angesprochen. Der Ort ohne riesige Hotelanlagen hat sich seine authentische Ausstrahlung bewahrt und lebt vorwiegend von einem jüngeren Publikum.

El Medano mit seinem Wahrzeichen dem Vulkankegel Montana Roja . .

Nach einem Abstecher zur Marina San Miguel, abgelegen, wenig Gastboote, war uns klar, da kann man ruhig vorbei fahren.

Am 18.08. haben wir uns dann von SY Alunga mit Monika und Walter verabschiedet. Sie wollten sich über Fuerteventura nach Arrecife verholen. Wir sind dafür in die Berge gefahren. Über La Esperanza sind wir durch hohe Kiefernwälder gefahren. Zwischendurch immer mal wieder ein Aussichtspunkt mit Blick zur Küste oder dem höchsten Vulkan Europa‘s, dem Teide.

Am Mirador de Chipeque, mit atemberaubendem Ausblick auf den Teide . .

Da die Zeit für einen Teidebesuch schon zu weit fortgeschritten war, sind wir nach Güimar zum Pyramidenmuseum abgefahren.

Hier konnten wir uns mit den von Thor Heyerdal entdeckten rätselhaften Lava-Steinpyramiden und den damit zusammenhängenden Theorien beschäftigen. Danach war Teneriffa schon in der Antike, also 1500 Jahre vor Kolumbus, Zwischenstation für frühe Seefahrer auf dem Weg von Vorderasien nach Mittelamerika. Aufgrund dieser Verbindung hätten sich die Kulturen der Mayas und Azteken, sowie die ägyptische Kultur beeinflusst. In diesen Zusammenhang stellt er auch die Pyramiden von Güimar. Mit seinen Flossfahrtexpeditionen ( Ra und Ra 2) versuchte Heyerdal den Nachweis zu erbringen, dass diese Überfahrten schon damals möglich waren.

Die freigelegten Pyramiden sind mit einer Achse auf den Sommersonnenwendepunkt ausgerichtet. Andere Bauten weisen auf den Punkt der Wintersonnenwende hin.

Mit dem gezeigten Filmmaterial wurde das ein sehr empfehlenswerter Besuch.

Die Pyramiden sind mit ihrer Mittelachse auf den Punkt der Sommersonnenwende ausgerichtet . .

Nur an diesem Tag gibt es den doppelten Sonnenuntergang zu beobachten. . .

Für Sonntag hatten wir den Tip bekommen, unbedingt zum Markt zu gehen. An einigen Ständen werden nicht nur die Meeresfrüchte zum Verkauf angeboten, sondern sie auch gleich sehr lecker zubereitet. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Bald hatten wir den empfohlenen Stand gefunden, denn unser Tipgeber René war auch mit seiner Frau Chuanita da. Wir fanden ein Plätzchen und bestellten eine Portion Gambas und eine kleine Portion Pulpo. Ein Genuss, bei kühlem Weißwein und Sekt. Den Abschluss bildete eine Portion Lanzarote-Lachs. Einfach Super.

Bei der großen Auswahl kann man sich kaum entscheiden . . .

Inzwischen hatten wir ein älteres spanisches Paar mit am Tisch sitzen. Als Felix seinen letzten Weißwein mit etwas Wasser auffüllte, bestand sie darauf, das Gemisch wegzukippen und gab ihm den Rest aus ihrer Weinflasche. Nach einem herzlichen gemeinsamen Anstoßen trennten sich unsere Wege bald . . .

Für den Montag hatten wir uns eine Fahrt ins Anagagebirge vorgenommen. Dazu sind wir zunächst an die Nordküste bei Bajamar und Punta del Hidalgo gefahren. Die Seewasserbäder dort und das ganze Ambiente waren so, dass ausländische Touristen hier eher seltener hinfahren.

Hier finden Wanderfreunde viele gut markierte Wege . .

Über Tegueste, Las Canteras und Las Mercedes ging’s dann in die Berge und in den immergrünen Lorbeerwald, der für diesen Bereich charakteristisch ist. Eine Vielzahl von Wanderwegen bieten hier immer wieder grandiose Ausblicke. Ein ganz anderes Teneriffa erlebten wir hier. Feuchte, klare Luft und glitschige, teils mit Moosen, Farnen und Flechten bewachsene Böden. Besucher empfinden diesen Wald oft als mystisch, wenn die Feuchtigkeit des NO Passats Nebelschwaden aufsteigen lässt.

Wir haben nur einen kurzen Blick in diesen Urwald geworfen . . .

Blick vom Mirador Pico del Ingles auf das tiefgrüne Teneriffa. . .

Wir sind dann noch über Taganana nach Playa de Benijo gefahren. Bei einem misslungenen Parkmanöver sind wir dort mit einem Hinterrad in ein vorher übersehenes Loch gefahren und mit dem Bodenblech unsanft aufgesetzt. Eine Delle im Seitenschweller war hinterher unübersehbar. Gut, dass wir das Auto ordentlich versichert hatten.

Nach einer kleinen Pause ging’s dann weiter über viele Serpentinen nach San Andrés. Den Strand nebenan, Playa de las Teresitas, haben wir uns dann intensiver angesehen. Der in den 70er Jahren mit goldgelbem Saharasand aufgeschüttete Strand ist eine der besten Badestellen Teneriffas. Trotz der vielen Strandbesucher war das Wasser sehr sauber und natürlich angenehm warm. Die Felsbarriere vor dem Strand bot einen idealen Schutz vor den Wellen des Nordost-Passats.

Playa de Las Teresitas, schöner Badestrand bei San Andrés . . .

Mit einem Besuch in der Pizzeria da Canio in San Andrés wurde eine ereignisreiche Rundfahrt abgeschlossen. . .

Die Empfehlung des Obers: Cherne – Wrackbarsch, ein typischer Fisch der Kanaren mit wenig Gräten . . .

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2 Gedanken zu “Mit dem Auto auf Teneriffa unterwegs. . .

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