Gomera und neue Pläne . . .

Bye, bye Santa Cruz . . .

Nach einer herzlichen Verabschiedung von Rosi, Otwin und Albert sind wir dann am 1.9. morgens von Santa Cruz gestartet. Noch im Hafen haben wir das gereffte Großsegel hochgezogen und konnten bald schön segeln. 2 Stunden später hatten wir bereits das 2. Reff drin, die Düse hatte sich deutlich verstärkt.

Warmer Wind von achtern und Sonnenschein, Segler was willst du Meer ?

Unterwegs wurde unsere Ausschau nach größerem Meeresgetier dann endlich belohnt. Einige Delphine kamen uns in größerem Abstand entgegen.

Der Vulkankegel Montana Roja bei El Medano, einmal von See aus gesehen . . .

Weiter im Süden der Insel nahm der Wind dann erwartungsgemäß wieder ab. Gegen 17.00 Uhr konnten wir bei Las Galletas in die Marina del Sur einlaufen. Die Liegeplatzsuche gestaltete sich dann etwas zeitaufwendiger, wir wollten mit dem Bug im Wind liegen und rückwärts anlegen ohne Fingerstege und Marinerounterstützung wollten wir auch nicht. Schließlich fanden wir bei Ovi, einem netten Engländer, der hier eine Segelschule betreibt, noch eine Lücke neben seiner Hallberg Rassy. Da hatte unser schmales Boot auch mal seinen Vorteil. .

Im Hafen war emsiges Treiben. Viele Touristenboote boten Tauchaktivitäten, Walbeobachtung oder einfach nur Party an.

Der große Katamaran kurz vor dem Ablegen zur Abendparty . . .

Im Laufe des Tages hatten uns an Bord bereits Nachrichten erreicht, die eine kurzfristige Rückkehr nach Hause erforderten, denn unsere Tochter Maike brauchte unsere Hilfe. So begannen abends die ersten Planungen, wo wir das Schiff zurück lassen könnten. Wir waren uns schnell einig, noch nach La Gomera weiterzufahren.

Nachdem der abendliche Restaurantbesuch ( Restaurant La Marina, keine Empfehlung ) nicht so toll war und die Nacht wegen Schwells im Hafen wenig erholsam, stand der Entschluss fest, weiter zufahren. Den Rest gab uns dann der Marinero: 27,60 Hafengeld für eine Nacht. Das war Spitze, auf den Kanaren.

So sind wir zeitig gestartet. Entgegen der Wettervorhersage hatten wir keinen Schwachwind aus NNO sondern einen handigen SW später S Wind. Zwischen Teneriffa und Gomera konnten wir bald eine Vielzahl von Delphinen und kleineren Walen sichten. War auch keine Kunst, denn dieses Seegebiet ist für seinen Fischreichtum bekannt und wir trafen viele Boote beim „ Whale watching“. Es wurde ein schöner Sonnentörn. Teneriffa achteraus und Gomera in Sicht voraus.

Auf halber Strecke nahm der Wind dann soweit ab, dass wir Dieselunterstützung benötigten.

Kurz vor San Sebastian/Gomera erwartete uns dann wieder das normale Windgeschehen, N5-6.

La Gomera ist nicht mehr weit . . .

Der Hafen ist ein Anlaufhafen für Fähren von Los Christianos, La Palma und einer kleineren Inselfähre. Deshalb ist der Hafen großräumig für die Fähren abgesperrt und für Sportboote nur eine kleine Fahrrinne ausgewiesen. Per Funkanmeldung war der Marinero über unsere Ankunft informiert und erwartete uns bald an unserem Liegeplatz. Mit seiner Hilfe lagen wir bald fest an Ponton C, mit dem Heck im Wind.

Der Hafen von La Gomera

Die Einfahrt in den Yachthafen aus Skippers Sicht . . .

Nachdem wir am nächsten Tag eine längerfristige Liegemöglichkeit abklären konnten, wurde die Rückreise detailliert geplant. Das klappte recht schnell, denn die Auswahl war begrenzt, da nur Nachmittagsflüge in Frage kamen.

Für Dienstag gab uns der Hafenmeister einen größeren Liegeplatz, denn wir wollten Festina lente ordentlich vertäuen können. Bei dem böigen Wind im Hafen, typisch 5-6 Bft, haben wir dann lieber Marinero-Unterstützung angefordert, denn wir mussten rückwärts anlegen.

Sie kamen gleich mit 3 Mann. Zwei auf dem Steg, Einer mit dem Schlauchboot zum Schieben.

Zwischenzeitlich haben wir so unsere Erfahrung, so war der ganze Aufwand nicht nötig. Die langen Fingerstege am neuen Liegeplatz erlaubten ein perfektes einstoppen des Bootes mit der Mittelklampenleine.

Zur weiteren Vorbereitung unserer Pause wurde das Vorsegel abgebaut. Nun konnten wir die Ursache für die Schwergängigkeit der Rollanlage suchen. Zuletzt ging das Ein- und Ausrollen nur noch über die Winsch. Und das ist nicht normal. Nach dem Entspannen des Riggs und manuellem Drehen des Profils war klar, da sind Kugellager defekt. Eine telefonische Rücksprache mit dem Hersteller der Anlage, Fa. Bartels vom Bodensee, bestätigte das. Parallel erfuhren wir von unseren Freunden von der SY Hävelmann, Ove und Barbara ( haewelmann.blogspot.de ), dass sie bei ihrer baugleichen Faurby dieses Problem schon vor vier Jahren hatten. Willkommen im Club !

Im Hafen bekamen wir bald Kontakt zu unseren Nachbarn. Neben uns lag Mariano mit seiner Frau. Seine Oceanis 423 nutzte er aus Zeitmangel nur gelegentlich. Die übrige Zeit wurde sie auf Teneriffa verchartert. Als President der Teneriffa Sailing Federation war er mit der laufenden Kolumbus- Gedenkregatta von Huelva nach Gomera oft beschäftigt. Das Telefon stand kaum still.

Schräg gegenüber lag Miguel mit seiner Amel 54. Er war wohl in Brasilien geboren und mit seinem Schiff schon weltweit unterwegs gewesen. Nun wollte er sich auf Gomera niederlassen, da auch sein Sohn hier an einem Forschungsprojekt arbeitet.

Und dann trafen wir noch Enno aus Kiel. Er hatte sein Boot bei der Schwentineflotte liegen. Nachdem ihm die Liegegebühren in San Sebastian für sein 46 Fuß Boot zu teuer waren, verkaufte er es kurzerhand. In Kiel machte er sich ein kleineres Boot, ca 10 m, zurecht und segelte es in diesem Sommer wieder nach Gomera. Hier will er einen Teil seiner Zukunft mit seiner Frau verbringen . .

In San Sebastian werden in nächster Zeit die Fiestas Lustrales veranstaltet. Bereits vorher gab es jeden Tag Konzerte. So sind wir am Dienstag zu einem Konzert direkt am Hafen gegangen, das uns begeisterte. Mit spanischem Temperament schmetterte die Sängerin und ihre Tochter für uns bekannte und unbekannte Lieder. Das Publikum war begeistert und wir auch. Ein eindrucksvoller Abend. . .

Leider haben wir den Namen dieser eindrucksvollen Sängerin bisher nicht herausfinden können. Nachtrag: Die Sängerin war Josefina Aleman mit ihrer Tochter und Orchester

Am Mittwoch haben wir dann die Rolle und die Decksdurchführung ausgebaut. Bei strahlendem Sonnenschein und erfrischendem Wind. Trotzdem war es eine schweißtreibende Arbeit. Dank Dörtes Hilfe waren wir nach wenigen Stunden fertig. Mit einem kräftigen Schäkel und einem dicken Tampen wurde das Vorstag gesichert. Über das zusätzlich eingebaute Kutterstag waren wir wieder einmal froh, musste dieses doch nun den Mast halten . .

Wegen der intensiven Sonnenstrahlung haben wir das Deck mal wieder abgedeckt . .

Der Donnerstag war von vielen Vorbereitungen geprägt. Wäsche waschen, Logge ausbauen, Toilette und Fäk.-Tank gründlich reinigen, Maschine mit Frischwasser durchspülen, Kühlbox leeren usw. usw.

So verging die Zeit wie im Fluge.

Der Ort San Sebastián mit seinen Palmen, Lorbeer- und Flammenbäumen gefiel uns gleich auf den ersten Blick . . .

Am Freitag stiegen wir dann schwer bepackt auf die Fähre und verließen mit schwermütigen Gefühlen diese schöne Insel.

Blick auf San Sebastián mit Hafen und Strand . .

Wir werden jetzt zu Hause gebraucht und werden bestimmt wieder kommen . .

Bye bye Kanaren ( Hier schaut der Teide durch die Wolken) . .

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