Beginnender Frühling auf der Isla Bonita. .

Nachdem wir inzwischen einige Wandertouren unternommen haben, wollen wir mal berichten.

Da in den Wanderführern in allen Teilen der Insel ( La Palma, das Wanderparadies! ) interessante Routen angeboten werden, hat man praktisch immer eine Anreise. Am angenehmsten oder manchmal ohne Alternative geht das mit dem Leihwagen.

Die Tour von Las Tricias nach Buracas wollten wir mit dem Bauernmarkt in Puntagorda am Sonntag verbinden. Der Bauernmarkt sprach uns nicht so sehr an, es ist doch eher eine Touristenattraktion. So machten wir uns auf den Weg nach Las Tricias. Diese Wanderung hatten wir wegen der überschaubaren Länge und der Natur ausgewählt. Der Weg ging bald abseits öffentlicher Straßen durch üppige Gärten, liebliche Drachenbaumhaine und mit Blick auf den weiten Ocean. Wobei „Weg“ sehr weit auszulegen ist. Teilweise ging es über Geröll, manchmal kletterte man auch über Steinsammlungen hinweg. An vielen Stellen brach der Frühling durch, Mandelbäume blühten in Farbtönen von weiß bis rosa, an anderen Stellen trafen wir auf eine Blütenpracht von gelb, rot oder blau. Wir waren begeistert.

Mächtige Drachenbäume säumen unseren Weg . .

Oft muss auf jeden Schritt geachtet werden . .

Es ist ein Lustwandern zwischen Drachenbäumen und blauem Himmel und Meer . .

Nach der halben Strecke erreichten wir das Café Finca Aloe. Hier werden selbstgemachte Speisen mit Zutaten aus der Umgebung angeboten, alles bio und wohl selbst dorthin getragen, denn mit dem Fahrzeug kommt man dort nicht hin. Ein willkommenes Pausenplätzchen.

Die Bio-Finca Aloe ist in eine Höhle reingebaut . .

Nicht weit weg trafen wir auf die Höhlen von Buracas (Cuevas de Buracas), hier sind an den Höhlenwänden Felsgravuren der Altkanarier ( Petroglyphen) zu finden. Der Weg führte weiter über einen steilen Anstieg, vorbei an einer Höhlenwohnung und wurde dann leichter.

Detail einer Höhle mit urkanarischen Petroglyphen . .

In einem großen Bogen führte der Weg durch Obstplantagen, in denen Orangen und Mangos angebaut wurden, umsäumt von Kaktusfeigen, zurück zu den Drachenbäumen. Von da an ging’s praktisch nur noch bergauf bis nach Las Tricias, wo wir in einer Bar mit schönem Talblick erstmal verschnaufen mussten. Die Fahrt zurück wurde durch immer neue Blicke auf blühende Mandelbäume etwas kurzweiliger. . .

Es gibt immer wieder schöne neue Aussichten . .

Eine Mangoplantage am Wegesrand . .

Die blühenden Mandelbäumen begeistern uns immer wieder . . .

Eine andere Wandertour sollte zum Roque de los Muchachos, dem höchsten Berg der Insel (2426m) führen. Wir waren natürlich auf den beeindruckenden Rundumblick gespannt, den man von so einem exponierten Ort haben sollte. Doch vorher kam die Anfahrt über gefühlt Hunderte Kurven. Es ging in engen Serpentinen immer höher, das Thermometer fiel entsprechend. Bei 11 Grad haben wir es vorgezogen uns erstmal warm und mit passendem Schuhwerk anzuziehen. Auf den letzten Kilometern fiel die Temperatur zeitweise noch bis auf 9 Grad. Am Mirador de los Andenes haben wir dann den Wagen abgestellt und haben uns auf den Weg gemacht in Richtung Roque de los Muchachos. Der immer wieder rotweiss markierte Weg führte über die der Caldera zugewandte Kammseite und gab immer neue Blicke in den von unzähligen Schluchten zerfurchten Kessel der Playa Taburiente frei. Fast aus der Vogelperspektive hatte man spektakuläre Blicke auf den gegenüber liegenden Pico Bejenado und die dahinter liegende Cumbre Vieja mit ihren Vulkankegeln.

Hier haben wir fantastische Blicke zum Pico Bejenado und die dahinter liegende Cumbre Vieja . .

Der größte Teil des Weges geht mehr oder weniger steil bergauf . . .

Spektakuläre Tiefblicke bis auf den Grund der Caldera de Taburiente . . .

Hier ein Blick auf die Innenseite des Kraterrandes mit Roque de los Muchachos in der Mitte . . .

Später kamen wir oberhalb der Observatorien bis an den Aussichtspunkt Fuente Nueva auf 2366m. Wegen einiger Wolkenfelder war der Weitblick hier leider eingeschränkt. Von hier aus trennte uns noch eine halbe Stunde Weg bis zum Roque de los Muchachos. Dort angekommen, hatten sich die Wolken noch weiter verdichtet. Mit etwas Enttäuschung im Gesicht machten wir uns auf den Rückweg. Das ging deutlich schneller, da meist bergab. Am Auto angekommen, hatten wir noch eine nette Begegnung mit einem deutschen Paar, das von Santa Cruz kommend mit Elektrofahrrädern bis zum Mirador de los Andenes hinauf gestrampelt war. Beide etwa Mitte 50 Jahre alt, machten das Radfahren hobbymässig. Wir trafen sie wenig später noch einmal auf dem Roque de los Muchachos, denn wir sind wegen aufbrechender Wolkendecke noch einmal mit dem Pkw dorthin gefahren. Und bekamen die imposanten Ausblicke die wir erhofft hatten . . .

Blick vom Roque de los Muchachos zu den Observatorien runter .

Die inzwischen tiefer stehende Sonne lässt interessante Schatten entstehen . .

Auf dem Rückweg haben wir noch am Florian- Goebel-Teleskop Halt gemacht. Hier werden Gammastrahlen kosmischer Prozesse im Stereoprinzip mit 2 Teleskopen eingefangen und elektronisch ausgewertet. Florian Goebel war ein deutscher Physiker der leider bei der Montage des 2. Spiegelteleskops abstürzte und zu Tode kam.

Hier werden Y-Strahlen eingefangen . .

Der Aufstieg in die El-Time-Steilwand war eigentlich ein Heimspiel. Wir konnten uns bereits im Hafen von Puerto de Tazacorte das passende Schuhwerk anziehen, ein kurzes Stück am Strand entlang gehen und dann begann der Aufstieg. Bald wurden die im Wasser schwimmenden Menschen immer kleiner und wir konnten sie nur beneiden, da uns immer heißer wurde wegen des steilen Anstiegs. Mit zunehmender Höhe nahm die Lufttemperatur auch etwas ab und man konnte ja auch mal eine kleine Pause einlegen um die Fernsicht zu genießen. Nach etwa der halben Strecke kamen wir an einen Aussichtspunkt mit Infotafel, das in Puerto de Tazacorte die Eroberer ( die Spanier ) angelandet wären und über lange Zeiträume Früchte und andere Waren per Schiff exportiert wurden.

Dieser Ausblick auf Puerto Tazacorte ist einfach toll . .

Der weitere Aufstieg ging über teils asphaltierte Wege zwischen Bananenplantagen und Villengrundstücken durch. Anstrengend wars und etwas langweilig. So waren wir froh, endlich am Mirador El Time angekommen zu sein. Eine Pause mit Wasser, Kaffee und Kuchen hatten wir uns mühsam verdient. Dafür ging der Abstieg dann doch recht flott. Hatten wir für das letzte Stück in den Bananenplantagen noch etwa eine Stunde gebraucht, so marschierten wir die gleiche Strecke zurück in 20 Minuten. Ähnlich war es mit dem Restabstieg. Im Hafen haben wir uns dann mit einer heißen Dusche belohnt . .

Quell-Wasser direkt am Berg geholt, vermeidet etwas Plastikmüll . .


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