Höhlenabenteuer auf El Hierro. . .

Am 8.07.19 hatten wir uns mit Jörg ( http://www.hoehlenelhierro.de ) im Hafen von La Restinga verabredet. Wir wollten eine Höhlentour mit ihm unternehmen, wie auf dem Marktbesuch vor einigen Wochen locker verabredet. Ausgerüstet mit Wanderschuhen waren wir voller Erwartung. Mit seinem kleinen Suzuki-Jeep fuhren wir auf diversen Schleichwegen, bis der Weg im Nichts endete. Die persönliche Schutzausrüstung (Helm mit Kopflampe, Knieschützer und Handschuhe) wurde verteilt, dann ging’s los. Wir kamen bald an einem ehemaligen Ziegenstall an und hatten von dort einen beeindruckenden Blick ins Tal von Las Playas. Gleich nebenan zeigte er uns eine alte Kultstätte der Ureinwohner.

Danach begann die Kletterei. Der ursprüngliche Zugang zur Cueva La Santa war im letzten Jahr durch einen Erdrutsch nach Regenfällen versperrt worden. Nun war es wieder trocken und wir konnten über die Gesteinsbrocken zum Höhleneingang steigen.

Auf der Klettertour hatten wir einen schönen Blick ins Tal von Las Playas . .
Hier musste auf jeden Schritt geachtet werden . . .

Die Cueva La Santa wurde, wie viele andere Höhlen auch, von den Bimbaches als Wohn- und von Hirten als Schutzhöhle für sich und die Ziegen genutzt. Das Besondere sind hier die Schriftzeichen an den Wänden, die bis heute noch nicht entziffert wurden. Immerhin konnte man, aufgrund von Ähnlichkeiten, Bezüge zu nordwestafrikanischen Berbern herstellen, von denen man annimmt, dass sie ab 500 v. Chr. die Inseln besiedelten.

Die Cueva La Santa, mit ebenem Untergrund, gut zum Schutz suchen . .
Die noch ungedeuteten Schriftzeichen . .
Jörg etwas nachdenklich. . .
Dieses Zeichen erinnert irgendwie an eine Krake, Tintenfisch oder ? ? ?

Wenn die Höhle auch nicht besonders tief ins Gestein geht, Jörg konnte zu vielen Details interessante Erläuterungen geben.

Bald fuhren wir zu einem Vulkan oberhalb von La Restinga. Wir haben es hier mit einem der größten zusammenhängenden Lavafelder zu tun. Obwohl diese Flächen alle zum Naturschutzgebiet erklärt wurden, fielen uns bald die Lavasteinmauern auf, mit denen die Einwohner ihre Areale markieren und schützen. Über loses Lavagestein stiegen wir auf den Vulkanhügel und von dort in einen etwas versteckt liegenden Krater mit dem Eingang zur Cueva Roja.

Letzte Vorbereitungen für den Aufstieg zur Höhle . . .

Gleich am Eingang sahen wir das blumengeschmückte Bild eines jungen Schweizers, der in 2012 hier in der Höhle zu Tode gekommen war, die er unvorsichtig allein bestiegen hatte und wegen Lampenausfall den Rückweg nicht fand. . .

Am Eingang zur Cueva Roja . . .

Wir ließen uns davon nicht beeindrucken, wir waren ja mit Jörg unterwegs. Dieser hatte kurz vor dem Erreichen der Höhle noch eine Nachricht an seine Partnerin Heidrun geschickt ( Nach 3 Stunden hätte sie den Hubschrauber alarmiert) .

Attackiert von einigen hier nistenden Tauben stiegen wir in die Höhle herab. Diese hatte schon einen beeindruckenden Querschnitt. Immer wieder hielten wir inne und bekamen von Jörg seine fachkundigen Informationen. Im Schein unserer Lampen ließen sich viele interessante Details entdecken.

Die Cuva Roja, noch mit Tageslicht. . .
Nun wird sich abgeseilt. . .

Bald kamen wir an ein recht steil abfallendes Höhlenstück. Hier kam das mitgenommene Seil zum Einsatz, an dem sich jeder abseilen konnte. Schließlich erreichten wir den tiefsten Punkt der Höhle mit ca 38 m. Wir waren im Krater eines Vulkans angekommen. Von hier gingen mehrere Kanäle ab. Wir folgten einem Kanal, der nun wieder aufwärts ging. Nachdem wir eine weitere Kaverne erreicht hatten, machten wir eine Pause. Alle Lichter aus: rabenschwarze Totenstille. Ab und zu hörte man einen Wassertropfen abstürzen. Es war gespenstisch und ungewohnt, so tief im Vulkangestein . . .

Der weitere Weg führte über immer steinigeres Terrain. Schließlich wurde der Höhlengang so flach, daß es nur noch auf den Knien weiter ging. Dörte krabbelte mutig voraus. Jörg und Felix hinterher. Nach ca 15m öffnete der Kanal sich wieder zu einer weiteren Kaverne. Wir konnten wieder aufrecht stehen. Auch hier durchzogen Risse die Wände, teilweise hatten Wurzeln auf ihrer Suche nach Feuchtigkeit den Weg bis in den Hohlraum gefunden. Das Ende der Höhle wurde nun sichtbar. Wir waren etwa 300m den vulkanischen Gängen gefolgt.

Gleich ist das flache Höhlenstück geschafft . . .
Erinnerungsfoto am Ende der Höhle. . .

Auf dem Rückweg wurde uns bewusst, wie schwierig die Orientierung in so einem Höhlenwirrwar ist. Ohne einen erfahrenen Führer hätten wir das nicht gemacht.

Nachdem wir das Tageslicht nach knapp 3 Stunden wieder erreicht hatten, gab es erstmal ein Picknick zur Stärkung. Gottseidank fiel Jörg noch ein, sich bei Heidrun zu melden. Sonst hätten wir bald Besuch bekommen . . .

Zum Abschluss hatte Jörg noch eine Wanderung über den Vulkan angeboten. Da konnten wir nur ja sagen und bekamen noch wunderbare Ausblicke auf die Südküste von El Hierro geboten. . .

Wir wandern in einen großen Vulkankrater, diesmal oberirdisch . .
Blick in Richtung La Restinga, hinter dem linken Vulkan versteckt liegend . . .

Danke Jörg und Heidrun, wir kommen bestimmt noch mal mit.

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