La Palma erwandern . .

Anfang/Mitte Januar beginnen hier auf La Palma die Mandelbäume zu blühen. Dazu hatte Dörte eine Wanderung ausgewählt, die auch ohne Auto machbar war. Die Busfahrt nach Tinizara brachte besonders Felix neue Blicke aus der erhöhten Sitzposition des Busses. Nachdem wir den Startpunkt der Tour erreicht hatten, ging es bald vorbei an Gärten mit mehr oder weniger gepflegter Bepflanzung. Immer häufiger standen auch Mandelbäume am Wegesrand, teils mit Moos bewachsen, alten Früchten und unterschiedlichen Blütenstand. So führte der Weg gemächlich bergab, es gab aber auch steilere Wegstücke, die den Puls in die Höhe trieben.

Meist hatte man einen schönen weiten Ausblick auf die von Fincas geprägte Region. Einige Gärten waren voll von Früchte tragenden Bäumen: Orangen leuchteten schon von weitem in der Sonne, Avocados hingen teilweise bis über die Einzäunung. Wir trafen einige entgegenkommende Wanderer, aber meist waren wir allein.

So erreichten wir nach 2 1/2 Stunden Tijarafe und konnten mit dem nächsten Bus zurück fahren.

Am 13.01. konnten wir am Flughafen einen kleinen Leihwagen übernehmen. Damit wollten wir endlich die Höhlen von Belmaco bei der Stadt Mazo besuchen. Dieses Museum hatten wir schon 2 mal vergeblich angefahren. Einmal war geschlossen, beim 2. Mal war das Wetter so kühl und feucht, dass wir gleich weiter fuhren.

Leider war das eigentliche Museum wegen Renovierung nicht geöffnet. Aber die eigentliche Wohnhöhle oder besser Höhlensiedlung konnte besichtigt werden.

Denn in diesem natürlichen Höhlenkomplex konnten wahrscheinlich mehr als 20 Ureinwohner Unterschlupf finden. Durch die Lage mit Öffnung nach Osten, die Nähe fruchtbarer Weideflächen in den Bergen und einer Quelle zur Wasserversorgung, sowie die geringe Entfernung zum Meer, war diese Höhle für die Benahoariten ideal. Hier wurden im 18. Jahrhundert auch die ersten Petroglyphen der Kanaren entdeckt. Über die Bedeutung der in den Fels geritzten spiral- und mäanderförmigen graphischen Darstellungen sind die Fachleute sich bis heute nicht einig. . .

Diese Höhlen hatten schon eine eindrucksvolle Größe. . .
Mit Petroglyphen besetzter Stein . .

Um die Höhle wurde ein informativer Lehrpfad errichtet, der über das Leben der palmerischen Ureinwohner aufklärt..

Einen Inselteil hatten wir bisher noch nicht besucht, den Picknickplatz Refugio del Pilar und die dort verlaufende Vulkanroute. Unser Tagesziel, der Pico Birigoyo, war von dort auf einem schönen Rundwanderweg zu erklimmen. Teils durch Wald, teils durch offene Geländebereiche führte ein abwechslungsreicher Pfad immer höher. Unterwegs gab es immer wieder schöne Aussichten auf El Paso oder die Caldera-Umrahmung. So ging es Stunde um Stunde weiter bergauf. Einzelne Wanderer begegneten uns, mit manchen ergab sich ein kurzes Gespräch. Ein Wanderer sprach uns an, weil er sah, dass wir unseren Rother Wanderführer in der Hand hielten. Er schwärmte von seiner Rother Wanderapp und empfahl uns diese auch zu nutzen. Eine halbe Stunde später kamen wir an einen Hang, wo der Weg im steilen Zickzack hinaufführte. Wir waren etwas unsicher, sind dem Weg dann aber gefolgt. Oben angekommen, machten wir erstmal eine Pause. Dabei kamen wir mit einem Wanderer ins Gespräch, der an diesem Tag bereits einen großen Teil der Vulkanroute abgelaufen hatte. Dabei erfuhren wir so nebenbei, dass wir auf dem Montana la Barquita (1809m) pausierten. Wir waren schon einen Berg zu weit. . .

Blick vom Montana de los Charcos zum Pico Birigoyo . . .

Der weitere Weg zum Pico Birigoyo begeisterte uns dann aber besonders. Wir konnten auf der NO-Seite der Insel bis nach Santa Cruz schauen. Im Westen war die Küste um Tazacorte im Dunst zu erkennen. Der Weg führte durch niedriges Gehölz, wo wir bald wieder die Orientierung verloren, weil alles zugewachsen war. Da wäre so eine App mit ihren GPS-Daten schon hilfreich gewesen. Der Gipfel des Pico Birigoyo war aber unübersehbar. So haben wir uns durchs Gelände gearbeitet und schließlich den Weg auch wieder gefunden. Der Gipfel hatte eine gute Wiedererkennbarkeit durch einzelne Baumgruppen, die selbst auf große Entfernung zu sehen waren und seinen formvollendeten Vulkankegel. Der Pico Birigoyo (1807m) bietet natürlich auch diese großartigen Aussichten zu beiden Seiten La Palmas.

Auf den letzten Metern zur Spitze des Pico Birigoyo . . .
Blick nach Osten mit dem Teide über der Calima-Dunstwolke . . .
Abstieg über Geröll, mit Blick auf die Cumbre Vieja . .

Der Abstieg ging über Geröllfelder, teils recht steil, wieder zum Ausgangspunkt zurück. Mit dem Gefühl wieder einen besonderen Tagesausflug gemacht zu haben, ging’s dann mit dem Auto zurück.

Eine andere Tour führte nochmal zum Roque de los Muchachos. Beim ersten Mal in 2019 waren wir dort etwas unvorbereitet hingefahren. Das sollte dieses Mal besser werden. Mit ausreichend Wasser und belegten Broten haben wir uns auf den Weg zum höchsten Berg La Palmas gemacht. Schon die Anfahrt ist reizvoll, kommt man doch durch viele Barrancos mit blühenden Mandelbäumen. Wir hatten auch mit dem Wetter Glück. Die Temperaturen bewegten sich um 11/12 Grad, vielleicht dem abklingenden Calima geschuldet.

Etwas unterhalb vom Mirador de los Andenes sind wir dann gestartet und dem GR 131 gefolgt. Der Weg führte auf der der Caldera zugewandten Kammseite entlang, mit immer neuen spektakulären Tiefblicken. In der Ferne waren die uns nun auch schon bekannten Gipfel wie Pico Bejenado oder Pico Birigoyo erstaunlich gut zu sehen. Der Wanderweg ließ die Observatorien mit ihren vielen Teleskopen rechts liegen, führte am Fuente Nueva vorbei und dann ging’s hinauf zum Gipfel des Roque de los Muchachos bis auf 2426m.

Der Rabe vom Mirador de los Andenes . . .
Traumhafte Blicke mit Pico Birigoyo idM, Pico Bejenado rechts davon, im Hintergrund Hierro

Auf dem letzten Stück kamen wir nochmal so richtig ins Schwitzen. Umso schöner war dann die Gipfelpause bei tollem Ausblick, trotz vieler Autotouristen. Gut gestärkt gingen wir dann zurück, nicht ohne neue imposante Ausblicke.

Angekommen . .
Blick in die Caldera de Taburiente mit Pico Bejenado . .

Eine andere Tour führte uns u.a. nach Puerto Puntagorda. Wir wollten dort eigentlich von Puntagorda aus hin wandern. Nach 1 1/2 Stunden, bei einer Pause an der Kirche San Mauro Abati, wurde uns bewusst, für diese Strecke (9,7km) waren wir viel zu spät dran. Deshalb liefen wir von hier wieder zurück nach Puntagorda. Gepflegte Gärten und Häuser wechselten immer wieder mit Natur belassenen Grundstücken. An manchen Türschildern war zu erkennen, hier hatten Deutsche bereits Wurzeln geschlagen. In Puntagorda wieder angekommen, machten wir uns mit dem Auto auf den Weg zum Puerto. Eine kurvenreiche Strecke führte uns vorbei an einigen Bananenplantagen immer weiter ab- und seewärts. Schließlich war die Straße zu Ende und wir konnten die letzten 100 Höhenmeter wieder laufen. Über steile Treppen gelangte man zu den in einer mächtigen Felswand eingelassenen Fischer- und Wochenendhäuschen. Ein Mini-Meerwasserpool lud zum Baden ein, weil die Brandung fürs Meeresbaden zu stark war. Es war ein spannender Ort mit wunderbaren Aussichten entlang der felsigen Steilküste.

Blick nach Süden entlang der Steilküste . .
Mächtige Brandung machte das Baden im Meer lebensgefährlich . .
Fischer- und Wochendhäuser in Felshöhlen gebaut . . .

Auf der Rückfahrt haben wir uns dann noch eine Stärkung in der Cervezeria Isla Verde in Tijarafe gegönnt. Von den vielen hausgemachten Bieren konnten wir nur wenige genießen, denn die Rückfahrt stand uns ja noch bevor. Trotzdem haben wir uns in dem Lokal wohl gefühlt.

Welches Bier nehme ich zuerst ? ?

Nachdem wir das Auto wieder abgegeben hatten, wurde das Boot wieder segelbereit gemacht. Auch unser Batterieproblem sollte gelöst werden. Nachdem verschiedene Messungen an Bord keine relevanten Differenzen bei den 4 Akkus ergaben, wurde erstmal ein langes Telefonat mit SVB geführt, das die Gründe für die schwächelnden Akkus aber auch nicht aufhellen konnte. Zumindest hatten wir an Bord die Batterien fachgerecht behandelt. Es wurden bereits Lieferwege für neue Batterien erkundet, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Doch soweit waren wir noch nicht, denn wir wollten auf Gomera noch einen Belastungstest machen . .


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