Bye bye La Palma . .

Die letzten Tage auf La Palma liefen für uns nach Plan ab. Wir hatten uns Listen erstellt, die wir nur abarbeiten mussten. Die Vorräte wurden heruntergefahren. Zuletzt wurden die Reste vom Vortag gegessen. Dörte bereitete einige Baguettes für die Heimreise vor und wir genossen eine letzte Flasche Wein aus dem Bestand.

Auf Festina lente und der SY Stressless wurde fleißig gearbeitet. .

Wir genossen einen letzten Sundowner im langsam ungemütlichen Cockpit. .


Am Samstagmorgen (28.03.20) waren wir zeitlich gut davor, konnten die letzten Handgriffe am Boot erledigen und uns von den zurück bleibenden Crews verabschieden. Diesmal mit der nötigen Distanz natürlich. Wer weiß, was noch kommt und wann man sich evtl. wieder sieht. . .

Festina lente, vorbereitet für Langzeitlagerung. . .

Zum Abschied zeigte sich das palmerische Wetter endlich mal wieder von seiner besten Seite. Die wenigen Wolken hatten sich bald aufgelöst. Bei wenig Wind wurde es schnell warm und wir konnten endlich mal wieder die Berge sehen, auf denen wir so gern gewandert waren. Den Pico Bejenado oder den Pico Birigoyo hatten wir wegen der Wolken lange nicht sehen können.

Der Pico Bejenado ist vom Hafen aus zu sehen (Bildmitte)

An den Pico Birigoyo haben wir viele Erinnerungen. . .

Die Straßen waren menschenleer und nur wenige Fahrzeuge unterwegs. Die prächtige Fernsicht reichte bis El Hierro auf der Westseite und Gomera und Teneriffa auf der Ostseite. Es war als ob die Insel uns den Abschied möglichst schwer machen wollte. . .


Am Flughafen angekommen, herrschte überall ungewohnte Leere. Im Parkhaus ließen die letzten Touristen ihre Mietwagen zurück und gaben ihr Gepäck dann am Schalter ab. Auch in der Schalterhalle waren nur wenige Menschen. Alles lief mit großem Abstand ab, die Leute waren sehr diszipliniert. Es war Eurowings-Tag. Nur 3 Maschinen sollten an diesem Tag starten und der Flug nach Hamburg würde der letzte sein.
An der Personenkontrolle gab es die erste Schlange, weil die Leute großen Abstand hielten. So kamen wir in die Wartehalle, wo wir bald feststellen mussten, die meisten Toiletten waren bereits verschlossen. Getränke gab es nur noch im Automaten. Verteilt über die ganze Halle warteten die Flugpassagiere auf den Start der Maschine.


Wir hatten uns vorbereitet. . .

Die zu einem großen Teil älteren Leute, Langzeiturlauber, hatten sich meist mit einem Mundschutz ausgerüstet. Obwohl das Einsteigen ins Flugzeug sehr diszipliniert ablief, war im Flugzeug das Abstandsgebot nicht mehr realisierbar, denn es waren nur wenige Plätze frei. Hier war der Virus noch nicht wirklich angekommen. Die Stewardessen liefen ohne Mundschutz herum, Handschuhe trugen auch nicht alle. So wurden dann Getränke und Snacks verteilt.

Ganz anders haben das Freunde auf einem Heimkehrerflug von Kuba vor 2 Tagen erlebt, das Personal war voll vermummt. . .
Immerhin schienen bei uns im Flugzeug, nach 14 tägiger Quarantäne, alle gesund zu sein und wir kamen überpünktlich nach Hamburg.
Im Flughafen Hamburg stießen wir dann auf eine Neuerung: Eine automatisierte Ausweiskontrolle. Man sollte den Ausweis auf einen Scanner legen und dieser scannte diesen dann. Felix merkte erst Augenblicke später, dass auch das Gesicht fotografiert wurde. Das Objektiv fuhr rauf und runter, aber es funktionierte nicht. Er trug seinen Mundschutz noch . . .
Erst nachdem dieser entfernt war, funktionierte die Technik und die Tür öffnete sich. Trotzdem musste er seinen Ausweis nochmal einem Beamten vorlegen. Nach dem Grund der Kontrolle befragt, wies dieser auf die Einreisebeschränkungen für Ausländer in Deutschland hin.
Ein anderer Fluggast war so aufgeregt, das er sein Gepäck vor dem Automaten vergaß.
Dörte konnte die Scanner-Szene von der Nachbarschlange aus beobachten und bekam noch am Abend Lachanfälle . .

Ein letzter Blick auf den schneebedeckten Teide/Teneriffa. . .

Nachdem unser Gepäck diesmal recht schnell auf dem Gepäckband erschien, konnten wir diesen Viren-Sammelpunkt wieder verlassen und zügig zum Autovermieter gehen. Hier trafen wir ein letztes Mal die Crew der SY Stressless, die ihr Boot auch am gleichen Steg zurück gelassen hatte. Sie hatten ihre einjährige Auszeit abbrechen müssen und wussten auch nicht wie es weitergeht. .

Die Idee in Hamburg einen Leihwagen zu mieten, war im Nachhinein wohl ein Glücksfall. So schnell sind wir selten nach Hause gekommen. Wahrscheinlich werden wir das nicht wieder so machen können, denn inzwischen werden Preise aufgerufen, die deutlich teurer als eine Taxifahrt sind.

Während wir nun zu Hause bei schönem, kaltem Hochdruckwetter sitzen, denken wir mit Wehmut und Vorfreude an all die schönen Dinge, die uns mit La Palma verbinden:

Wanderungen in traumhaften Landschaften, die oft sternenklaren Nächte über La Palma, die Sundowner mit Freunden im Marmotta und die vielen Segelfreunde, die wir hoffentlich gesund wieder sehen.

Wir hoffen, das Spanien und alle anderen Länder das Virus bald überstanden haben.

Unseren Segelfreunden auf den Kanaren, im Mittelmeer, in der Karibik und zu Hause an der Ostsee wünschen wir, dass wir bald wieder unsere grenzenlose Freiheit auf dem Wasser zurückbekommen.

Allen Lesern und Seglern sagen wir, passt auf euch auf und bleibt gesund . .


4 Gedanken zu “Bye bye La Palma . .

  1. Hallo Dörte, hallo Felix,

    wie gut, dass Ihr wieder in Kiel seid! Wir hoffen, dass Eure ‚heimische Quarantäne‘ gut verlaufen ist und Ihr wohlauf seid!
    Wir haben unsere HEDAS im letzten September in Frankreich ins Winterlager geschickt, hoch und trocken. Anfang Juni wollten wir wieder dorthin, um nach ca. 10 Jahren wieder heimatliche Reviere zu befahren.
    Sieht aktuell nicht so gut aus. Dann aber nächstes Jahr!
    Wir sind nur froh, hier in Hamburg zu sein. Die Kinder und Enkel sind nicht weit, und das Gesundheitssystem ist auch ok.
    Liebe Grüße aus Hamburg von
    Marion und Uwe
    SY HEDAS

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    1. Hallo Marion und Uwe,
      schön mal wieder von euch zu hören. Haben öfter an euch gedacht, aber leider eure Kontaktdaten nicht. Schön das es euch soweit gut geht. Wir sind den ersten Tag aus der Quarantäne raus und gleich ans Meer geradelt. Habt noch schöne Ostertage

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