Sailing to Madeira

In den letzten Wochen des März 2021 waren wir oft mit der Vorbereitung unserer ersten längeren Reise seit dem Erreichen der Kanaren und seit Corona beschäftigt. Das Boot wurde gecheckt, kleine Verbesserungen eingebaut und die Tanks gefüllt.

Mehrstündiger Mastcheck und -Reinigung


Darüberhinaus musste die sich immer wieder ändernde Reisesituation recherchiert werden. So konnte von den 3 interessanten Häfen auf Madeira einer gar nicht angelaufen werden, Quinta do Lorde hatte einen Wartesteg für nicht getestete Bootsbesatzungen eingerichtet und in Funchal sollte man bis zum Eintreffen des Testteams vor dem Hafen ankern. Bei den Telefonrecherchen waren die Portugiesen immer ausgesprochen nett und hilfsbereit, aber man hatte auch seine Vorgaben.
Alternativ zum PCR Test, der kostenlos gemacht wurde, konnte man auch einen max 72 Std. alten Test mitbringen, was uns jedoch angesichts der geschätzten Reisezeit nicht half.
Täglich wurde die zu erwartende Wind- und Wettersituation mehrmals geprüft, bis sich schließlich die Abfahrt auf den 6.04. konzentrierte.
Ein Tiefdruckgebiet über den Azoren sollte handige SSW-Winde für einige Tage in unserem Fahrtgebiet bringen.
So haben wir uns am Steg von vielen Segelkollegen verabschiedet und gegen Mittag die Leinen losgeworfen. Es war ein denkwürdiger Moment für uns, nach so langer Zeit, diesen fast zur zweiten Heimat gewordenen Ort, für längere Zeit zu verlassen.


Erwartungsgemäß mussten wir die ersten Stunden motorsegeln, bis wir freies Atlantikwasser erreicht hatten. Danach wurde es zunächst ein schöner Segeltag. Unterwegs sahen wir eine Gruppe Delphine und es begegnete uns eine Schildkröte und viele Portugiesische Galeeren segelten an uns vorbei.

Gleich legen wir ab . . Foto by M.M.
Foto by M.M.
Danke Maren für die schönen Landfotos . . Foto by M.M.
Die vorhergesagte Großwetterlage zum Überblick . . .
Gemütliches Motorsegeln entlang der Westküste La Palmas . .
Gegen Abend die erste Schiffsbegegnung . . .
Sonnenuntergang am ersten Abend . . .


Zu später Abendstunde wurde ein Problem unübersehbar: Unsere Batterien schwächelten, d. h. sie hatten nur noch geringe Kapazität. Der für diesen Fall vorgesehene Wassergenerator brachte wegen nachlassenden achterlichen Windes zu wenig Leistung. Nachdem das Schlagen der Segel in der Dünung nicht auszuhalten war, haben wir schließlich den Diesel mit kleiner Drehzahl mitlaufen lassen. An erholsamen Schlaf war bei der Geräuschkulisse nicht zu denken.
Trotzdem war der sternenklare Himmel beeindruckend.

Ab 0.30 Uhr nahm der Wind für den Rest der Nacht wieder soweit zu, dass wir segeln konnten, ohne das die letzten Lichter ausgingen.
Wir konnten endlich im Wechsel auch etwas Schlaf finden.
Der/die Wachhabende hatte aber auch keine Langeweile, denn in unserem weiteren Umfeld waren einige Frachter unterwegs. Dank unserem aktiven AIS hielten diese aber reichlich Abstand.

Der neue Morgen begann mit einem kurz aufgehenden Sichelmond, 2 Stunden später ging die Sonne hinter mächtigen Wolkenbergen auf. An Deck fanden wir 2 kleine Tintenfische, die schnell wieder ins nasse Element befördert wurden.

Sonnenaufgang hinter dichter Wolkenwand . . .
Dieser kleine Tintenfisch war nachts heimlich an Bord gekommen . .


Es wurde ein überwiegend sonniger Tag mit genügend Wind, sodass wir ein 24 h Etmal von 124 sm erreichten. Und damit mittags die Hälfte der Strecke geschafft hatten. Die Stunden vergingen mit schlafen, Logbuch eintragen, Sailinggen bedienen und natürlich essen. Dörte hatte bereits in Tazacorte Essen vorgekocht, sodass sie nun schnell mit der Zubereitung fertig war. So ein warmes Essen ist bei einem mehrtägigen Segeltörn immer ein Highlight.

Hähnchencurry auf dem Atlantik . . Lecker !
Gegen Abend nahm die Bewölkung zu. Da braute sich was zusammen . .


Insgesamt lief dieser Tag ohne große Aufreger ab. Die 2. Nacht begann mit deutlich mehr Wolken.
Gegen 2.30 Uhr ergoss sich ein Regenschauer über uns, wir stiegen eilig ins Ölzeug.
Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei und mit dem westlicher gedrehten Wind konnten wir mit 6-6,5 kn in die dunkle Nacht segeln.
Wenig später sahen wir blinkende Lichter vor uns und einen größeren Lichtschein weiter westlich. Über AIS konnten wir die Ursache nicht erkennen. Je näher wir den blitzenden Lichtern kamen, stieg die Anspannung bei uns. Schließlich blieb die einzige Erklärung, Fischer mit beleuchteten Fischerbojen, 40sm vor Madeira. Einer Boje kamen wir relativ nahe, sodass unsere Vermutung im Schein der Taschenlampe bestätigt wurde.
Eine Stunde später nahm der Wind soweit zu, dass wir in kurzer Zeit das Großsegel im 2. Reff fuhren. 2 Stunden später reichte auch 1 Reff, dass wir am Morgen dann in der Abdeckung Madeiras wieder ausschütteten. So wurde es eine sehr aktive Nacht für uns. . .

Sonnenaufgang am 3. Tag . . .
10 sm vor Madeira haben wir wieder Internetempfang . . .

Gegen 10.00 erreichten wir Funchal, nachdem wir bereits vorher mit der Policia Maritima Kontakt aufgenommen hatten. Nachdem der Hafenmeister, sowohl wie die Policia Maritima auf das Warten im Vorhafen (d.h. dort ankern) verzichtet hatten, konnten wir in die Marina einfahren und bekamen einen Liegeplatz zugewiesen. Alle Kontakte waren erfreulich unkompliziert und die Mitarbeiter immer freundlich und zuvorkommend.

Das Empfangskomitee, Stefanie und Matthias. . .


Stefanie und Matthias von der SY Shuenga kamen bald am frühen Nachmittag mit einer gut gekühlten Flasche Weißwein, setzten sich auf den Fingersteg und wir konnten Wiedersehen feiern. Später haben sie uns noch mit super frischem Brot und mit leckeren Oliven verwöhnt.
Das war ein schöner Empfang!!!

Am späten Nachmittag kam dann das Testteam auf den Steg zum kostenlosen PCR-Test. Selbstverständlich hatten wir zugesagt, bis zum Vorliegen eines negativen Ergebnisses das Boot nicht zu verlassen.

Das nette Testteam, immer fröhlich bei der Arbeit . .
Funchal am Abend, welch ein toller Blick aus dem Cockpit . .


Nach einer ruhigen Nacht im Tiefschlaf kam dann gegen 10.00 das negative Testergebnis durch den Hafenmeister persönlich. Nun konnten wir die Stadt und die Insel erobern . . .


3 Gedanken zu “Sailing to Madeira

  1. Bin in Gedanken mit Euch gesegelt.In Funschal hatten wir schon einmal 1 Woche Urlaub gemacht. Super gut. Unbedingt Degenfisch essen gehen. Gruß Karin u Ingo

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