Spannende Algarvewanderungen . .

Von unserem Liegeplatz in der Marina Portimão gab es viele Ausflugsmöglichkeiten. Wegen eines zeitweisen Lockdowns konnte man die andere Seite des Rio Arade Flusses nur mit dem Beiboot erreichen. Da TT Shuenga immer fahrbereit war, sind wir mit Stefanie und Matthias gern mitgefahren. Gegenüber liegt Ferragudo mit seiner schönen Altstadt, Stränden, Restaurants und Strandbars. Bei verschiedenen Spaziergängen wurde die nähere und weitere Umgebung auf dieser Seite erkundet. Dabei haben wir dann zum ersten Mal auch Sinkholes entdeckt, große Löcher im Gestein, deren Grund je nach Tidenstand vom Meerwasser überspült wird. Meist führten diese Wanderungen zu oder an interessanten Plätzen vorbei, wo wir dann gern mal verweilten. Besonders gern erinnern wir uns an die Besuche in Caneiros Beach und im Club Nau.

Blick über die Ankerbucht des Rio Arade zu den Hotelanlagen am Praia da Rocha
Eindrucksvolles Farbenspiel an einsamen Stränden . .
Am Praia dos Caneiros in fröhlicher Runde . .
Hier hat uns die Bedienung das Sabrieren einer Flasche Cava vorgeführt . .
An diesem Sinkhole spülte das Meer den Untergrund . .
Das Castelo de São João do Arade in der Nachmittagssonne . .
Ausgelassene Stimmung mit Live-Musik im Club NAU . .
Rückfahrt mit TT Shuenga . .

Als noch spannender und abwechslungsreicher stellte sich die Küste in westlicher Richtung dar. Zu normalen Zeiten tobt hier an der Praia da Rocha das Touristenleben. Kilometerlange feine Sandstrände und Bar an Bar mit entsprechender Musikbeschallung, alles gefüllt mit urlaubshungrigen Touristen. Wir hatten das Glück fast menschenleere Strände vorzufinden und viele geschlossene Bars mangels Gästen.
Für eine Wanderung bis nach Alvor hatten wir einen Tag mit Niedrigwasser um 10.00 gewählt. So konnten wir den größten Teil der Strecke unten am Strand laufen. Die vielen Sandstein-Felsen erstrahlten in der Vormittagssonne und ergaben bei jedem neuen Schritt eine andere Perspektive. Beeindruckende Bilder boten sich immer wieder.

So sind wir munter am Strand entlang gelaufen, bis wir kurz vor dem Praia do Alemão die Wasserkante verlassen mussten. Nun ging es teilweise steil bergauf, durch zeitweise bewaldete Stücke, aber immer möglichst an der Steilküste entlang, um die beeindruckende Aussicht in vollen Zügen genießen zu können. Oberhalb von João de Arens Beach stießen wir auf die nächsten Sinkholes, das Größte hatte sicher einen Durchmesser von 25 m und war entsprechend umzäunt. Die Steilküste wurde in diesem Abschnitt immer wieder von kleinen Barrancos (Geländeeinschnitten) unterbrochen, die bei starken Regenfällen das Wasser zum Meer geleiten und im Laufe von Jahrhunderten immer weiter ausgewaschen wurden. Diese Barrancos konnten wir entweder weitläufig umgehen, oder man wählte einen direkteren Weg steil runter und auf der anderen Seite steil wieder rauf. Dabei mussten Hände und Hosenboden öfter unterstützend helfen.

Das Gruta das Baratas von einer Aussichtsplattform. . .
Durch den Baranco ist kürzer . . .


Auf der Höhe von Praia da Prainha landeten wir schließlich vor einem großen Zaun, der entlang eines recht tiefen Barrancos die Villa Nautilus Alvor vom Rest der Welt abtrennte. Wir irrten zunächst durch die bewaldete Gegend, wohl wissend, dieses Anwesen landeinwärts umgehen zu müssen. Während die Frauen einen weniger steilen, etwas längeren Weg fanden, kraxelten die Männer mehr am Zaun entlang. Diese deutlich steilere Route war teilweise von dornigem Gebüsch gesäumt, sodass Felix hinterher einige Dornen in den Zehen steckten. Danach wurde die Wegstrecke angenehmer, teils durchquerten wir eine weitere leere Ferienanlage. Später konnten wir über eine Treppe wieder das Strandniveau erreichen.

Am Praia dos Tres Irmaos boten sich atemberaubende Farben . . .
Wenige Schritte weiter am gleichen Strand . . .

Die letzten Kilometer bis Alvor gingen vorbei an zunehmend länger werdenden Stränden und später auf einem über dem Tidenbereich der Lagune von Alvor gebauten Holzweg. Von hier hatten wir einen schönen Blick auf die ankernden Boote, die Tierwelt im Watt und die Berge um Monchique.

In dieser Pflanzenwelt lebten viele Haubenlerchen . .
Fischerboote in Alvor . . .

In Alvor waren wir schon vor vielen Jahren, aber wir haben den Ort nicht wieder erkannt. Es hatte sich viel verändert. So haben wir uns nach einem kleinen Drink wieder auf den Rückweg gemacht.
Dieser sollte noch von einem Besuch im Restaurante Atlantida unterbrochen werden, einem Tip den Stefanie bei Facebook entdeckt hatte. Hier hat es uns bei gutem Service und leckerem Essen sehr gut gefallen. Das war ein Supertip.

Eine Cataplana zu dritt, sehr lecker . .


Der Rückweg verlief dann zunächst unspektakulär. Die Ferienanlagen wurden gleich umgangen und einem Wanderführer gefolgt. So erreichten wir die Sinkholes recht bald. Danach konnten wir bald wieder an den Strand hinunter. Zwischenzeitlich hatte die Flut den Höhepunkt überschritten, aber da waren noch einige Sandsteinfelsen um die wir herum mussten. Alternativ hätten wir auch zur Steilküste hinauf gekonnt. Auf ein kleines Bad waren wir mit Badezeug vorbereitet. So haben wir dann an der ersten Untiefe das Badezeug angelegt, alles gut verstaut und dann herum um den Felsen.

Auf dem Rückweg war das Farbenspiel wieder ganz anders . . .
Auf dem Hinweg waren wir mehr landeinwärts gelaufen . .

Die Wellen waren nicht so hoch, aber bis Brusthöhe wurden wir trotzdem nass. Parallel dazu bewölkte sich der Himmel immer mehr. Wir liefen am Strand entlang bis zur nächsten Felsengruppe. Der Wasserstand war einfach noch zu hoch. So haben wir noch eine Strandbar für eine Pause besucht, um dem Wasserablauf noch etwas mehr Zeit zu geben. Vorher wurden die nassen Sachen gegen trockene getauscht. Der Barkeeper empfahl uns noch eine halbe Stunde zu warten. . .

Der Fotograf hat den Anderen den Vortritt gelassen . .
Matthias bei der Umrundung eines der letzten Felsen . .


Uns war das zu lang. So haben wir es früher versucht, die letzten Felsen zu umgehen. Da wir zu Matthias keinen Sichtkontakt mehr hatten, erfuhren wir erst später wie es ihm ergangen war. Felix mit Rucksack ging als 3. los. Mit dem Handy in der Hosentasche. Zunächst ging alles mit der Wassertiefe klar. Doch nachdem er schon um die letzte Felsenecke herum war und das Wasser flacher wurde, trat er in eine Unterwasservertiefung rein, kam ins Straucheln und Hose, T-Shirt und Handy waren nass. Mit vereinten Kräften wurde das Handy getrocknet, abgeschaltet und aus der Hülle befreit. Gottseidank war die Feuchtigkeit überwiegend äußerlich. Von nun an lief jeder mit feuchten Sachen weiter. Nachdem wir die letzten Sandsteinfelsen am Miradouro dos Tres Castellos durch einen Höhlengang unterwandert hatten, konnten wir die Rest-Wegstrecke bis zu den Booten aufrechten Ganges zurück legen.
Mit einer weiteren Trocknungsaktion fürs iPhone und einer heißen Dusche für uns haben wir diese aufregende Wanderung gut überstanden . .


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