Ankern ohne Aussenborder, geht gar nicht . . .

Die Tage in Albufeira vergingen wie im Fluge. Wir hatten für das Anlegen in weiser Vorausahnung um Marinerounterstützung gebeten, denn es waren nur noch Liegeplätze mit Wind von achtern verfügbar. Bald stellten wir fest, die meisten Boote am Steg waren nicht bewohnt. Uns störte das nicht, denn von den Bars unterhalb der bunten Gebäude hörten wir genug Livemusik. Auch wenn die Lokale noch nicht voll waren, es wurden gefühlt täglich mehr Touristen, überwiegend aus England. Wir sahen uns auf verschiedenen Spaziergängen den Ort und seine Umgebung an. Immerhin war es angenehm, überall noch ein Plätzchen zu finden. Im Clube Pesca e Nautica Desportiva, einem Fischlokal in dem meist Einheimische speisen, hätten wir ohne Reservierung keinen Platz bekommen. Dafür war der Robalo (Wolfsbarsch) dann auch besonders lecker.

Typisch für Albufeira, die bunten Gebäude mit Restaurants parterre . .
Einer der Strände von Albufeira . . .
Ein etwas exklusiverer Strand . . .

Unweit des Hafens hielt direkt in unserer Nähe ein Kleinwagen an. Der Fahrer winkte uns freudig zu und stellte sich als Viktor vor, er wäre der Chef der Marina ( nach 4 Jahren hat er uns wiedererkannt???) und hätte heute seinen 66. Geburtstag. Seiner Frau würde ein großes Hotel gehören. Als Geschenk reichte er Dörte und danach Felix ein Fläschchen Parfüm. Dann erzählte er in Portugal wäre es Brauch, die Kinder der armen Leute zu beschenken und dafür wollte er dann Geld von uns haben. Bei Felix fiel der Groschen zuerst, er hatte in seinem Berufsleben an Autobahnraststätten ähnliche Geschichten erlebt. Nachdem wir mit dem Parfüm als Segler sowieso nichts anfangen konnten, gaben wir ihm seine Geschenke zurück. Wütend und schimpfend fuhr er fort. Später kam er nochmal in unsere Nähe. Nachdem er uns erkannte, fuhr er schnell weiter. Im Hafenbüro war man an der Geschichte sehr interessiert, denn ein weiterer Hafenlieger hatte so etwas erlebt . . .
Nach 3 Tagen waren die Vorräte aufgefüllt, die Wäsche gewaschen und wir wollten an den Anker.
Unser Ziel, die Lagune vor Culatra, erreichten wir kurz vor Hochwasser. So konnten wir die kräftigen Strömungen an der Einfahrt bei Farol vermeiden.
Wir waren froh, hier endlich mal wieder ankern zu können. Das Ankerfeld war gut besucht, ohne das es überfüllt war und die Abstände der Boote zu gering.

Ankerplatz in der Einflugschneise von Faro . .
Trotzdem kuschelig . . .


Es dauerte an diesem Sonntagnachmittag nicht lange, da schrieb Stefanie von der Shuenga.
Sie war aus der Heimat zurück an Bord und hatte reichlich frischen Spargel und Thüringer Bratwürste mitgebracht. Zumindest der Spargel sollte frisch gegessen werden. So haben wir uns für den nächsten Tag an der Tonne 21 in der Ria Formosa verabredet.
Die Anfahrt klappte problemlos, da Matthias uns auf eine kritische Stelle hingewiesen hatte, wo eine zusätzliche kleine grüne Tonne ausgelegt worden war. Einige Tage später konnte Dörte mit ihrem SUP dort einen deutschen Segler mit seiner Decksalonyacht hoch und trocken bewundern . . .
Wir erreichten die Shuenga und konnten nicht weit weg einen guten Ankerplatz finden, sodass einem leckeren Spargelessen nichts mehr im Wege stand. Außerdem gab‘s natürlich viel zu erzählen.

Abendstimmung in der Ria Formosa, unweit vom Flughafen Faro . . .


In den nächsten Tagen stellte sich heraus, unser Außenbordmotor war ein unzuverlässiger Geselle. Obwohl wir mehrmals alles gecheckt und gereinigt haben, bereits in Bootsnähe versagte der Tohatsu immer wieder, sodass wir nicht unabhängig an Land kamen. Dank der Hilfe der Shuengacrew konnten wir einige Landausflüge gemeinsam machen.

Fröhliche Stimmung mit der Shuengacrew . .

Trotz eines neugekauften Kraftstofffilters, der Aussenborder stockte immer wieder. Erst nachdem Matthias uns seinen Elektroaussenborder ausgeliehen hat, war ein unabhängiges Ankerleben möglich. Durch die Entfernung zu Faro war das allerdings grenzwertig. Selbst mit Strömung hin und Strömung zurück erreichte der Akku seine Grenze. Trotzdem konnten wir uns die schöne Altstadt von Faro in Ruhe ansehen und trafen uns per Zufall in einem empfohlenen Sushi- Restaurant.

Um in den Bootshafen von Faro zu kommen, musste man unter dieser Eisenbahnbrücke durch . .
Das alte Stadttor von Faro, nicht ohne Storchennester . . .
Unterwegs mit dem E-Aussenborder . . .


Da auch Dörtes SUP-Aktivitäten und das einfache Schwimmen am Boot stark stromabhängig waren (=2x pro Tiede), wollten wir nach Culatra zurück. Vorher nahmen uns Stefanie und Matthias noch zu einer außergewöhnlichen Tour mit. Im letzten Tageslicht sind wir mit dem Schlauchi hinter dem Flughafen Faro zum Praia de Faro gefahren.

Kurz vor Niedrigwasser wird die Fahrrinne immer schmaler . .

Nach einem schönen Abendessen im Restaurant Elementos, mit Tisch an der Lagune , fuhren wir bei zunehmender Dunkelheit mit GPS-Unterstützung zu unseren Booten zurück. Puuh, das war aufregend.

SUPen ging hier nur um HW und NW wenn die Strömung gering war . .


Am nächsten Tag sind wir Anker auf gegangen und nach Culatra zurück motort. Bei auflaufendem Wasser zunächst gegen den Strom, später mit dem Strom.

Von nun an war der E-Aussenborder in seinem Element. Keine große Strömung und die Entfernungen eher kurz. Bei gemäßigtem Energieeinsatz konnten wir nun CO2 -neutral an Land kommen, denn den Akku haben wir mit Solarenergie wieder aufgeladen . . .

Die Lagunenlandschaft bei Faro. Links die Ria Formosa, rechts der Ankerplatz bei Culatra . . .

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