Zurück auf der Vulkaninsel . .

Seit Anfang April sind wir wieder an Bord.
Eigentlich völlig unspektakulär, wenn nicht Eurowings versucht hätte, uns nachdem der Hamburg-Direktflug wenige Wochen vor dem Termin gestrichen wurde, einige Tage verspätet über Stuttgart nach La Palma zu bringen. Wir haben das zum Anlass genommen und mit Lufthansa über Frankfurt neu gebucht. So konnten wir die Dimensionen dieses wohl größten deutschen Flughafens kennenlernen. . .

Auf La Palma angekommen, musste alles sehr schnell gehen, denn 3 Tage später erwarteten wir Besuch. So wurde das Boot im Eiltempo hergerichtet, die Abdeckungen gewaschen, getrocknet und verstaut. Zwischendurch gab es nachts noch kräftige Regenschauer, begleitet von Sturmböen. Das Wetter war für diese Jahreszeit schon ungewöhnlich.
Für unsere Gäste wurde die Achterkajüte ausgeräumt und alles frisch gemacht. Erfreulicherweise konnten wir auf einem Nachbarboot bei Regula und Thomas einige größere Teile zwischenlagern, denn die beiden haben sich längst einen Landsitz auf der Insel erworben.
Am Dienstag kam dann unser Besuch. Inken und Christian aus dem heimatlichen Kiel. Es war ihr erster Besuch auf den kanarischen Inseln, so hatten wir uns einige Aktivitäten überlegt, um die kurze Besuchszeit gut zu nutzen.

Auffüllen unserer Wasservorräte mit frischem Quellwasser an der Auffahrt zur Cumbrecita . .


Die 1. Wanderung ging natürlich auf den Hausberg zum Mirador del Time. Nach einer Pause in der Bar am Mirador sind wir dann noch weiter nach La Punta gelaufen um dort frisches Biobrot zu kaufen. Zurück ging es mit dem Bus. Bei schönem Wetter haben uns später noch einen Sundowner gegönnt.

An einem Aussichtspunkt an der El Time Wand . .


Nachdem die beiden sich schnell eingelebt haben, stand der jüngste Vulkan der Insel, immer noch namenlos, auf dem Tagesprogramm. An verschiedenen Orten haben wir uns dem Grauen genähert, auch für uns war es wieder eindrucksvoll.

Mit Baggern und anderen Großgeräten wird auf dem Lavastrom in La Laguna gearbeitet . .
Hier verlief einmal die LP 2 in den Süden der Insel . . .


Nachmittags wurde noch ein erstes Bad im Atlantik genommen, der an vielen Stellen von den vorangegangenen Stürmen so aufgewühlt war, dass die Brandung nur im geschützten Teil von Puerto Tazacorte ein sicheres Bad zuließ.
Nachdem wir vom Abendessen zurück kamen, luden uns unsere Nachbarn Carmen und Holger von der SY Aplysia noch zu einem Getränk ein. Der Abend fand seinen Höhepunkt bei Gitarrengesang von Holger und Christian . . .

Ausgelassene Stimmung auf der Aplysia . .

Die Wanderung am nächsten Tag von Las Tricias durch Drachenbaumhaine und blühende Gärten führte an den Buracas (Wohnhöhlen der Ureinwohner) und einigen Felszeichnungen vorbei. Dabei waren auch immer mal einige steilere Kletterpartien zu bewältigen.

Drachenbäume in ganzer Pracht . .
Steiler Aufstieg in üppiger Natur . .
Nisperos am Wegesrand . .

Am späteren Nachmittag hatten wir noch eine Reservierung im Restaurante Azul, wo wir mit einem leckeren Essen diesen schönen Tag beschlossen.


Wir waren uns schnell einig, nur jeden 2. Tag zum Wandern zu nutzen. Mehr wäre einfach zu anstrengend geworden. Außerdem wollten wir ja auch mal baden oder Zeit für kleinere Erkundungen in der näheren Umgebung haben.
Für eine Fahrt zum höchsten Berg der Insel, dem Los Muchachos, sollte schon möglichst gute Sicht mit nur wenigen Wolken sein. Schließlich haben wir den Sonntag dazu ausgewählt und waren im Nachhinein sehr zufrieden. Nach kurvenreicher Anfahrt sind wir von Los Andenes die letzten Km auf der Vulkanroute bis zum Gipfel aufgestiegen. Beeindruckende Fernsichten bis zum Teide/Teneriffa, Gomera und El Hierro und natürlich in die Caldera de Taburiente machen diese Wanderung immer wieder interessant.

Blick in einen der größten Abbruchkrater der Welt, in Bildmitte der Bejenado, den neuen Vulkan verdeckend, im Hintergrund El Hierro . . .
Zwischengipfel am Pico Fuente Nueva, links im Hintergrund Teneriffa mit dem Teide . . .
Der Gipfel ist erreicht . . .

Nach einer Brotzeit auf dem Gipfel haben wir dann den 1,5 stündigen Rückmarsch angetreten. Durch veränderten Sonnenstand präsentierte sich die Vulkanschlucht dabei mit immer neuen Farbschattierungen.


Den Montag haben wir u.a. für den Einkauf von Lebensmitteln und einen Rundgang durch Los Llanos genutzt. Dabei haben wir auch das La Tasquita entdeckt, wo wir gegen Abend verschiedene Tapas gegessen haben.

Perfekte optische Täuschung, kein Fass weit und breit . . .


Ein weiterer Punkt auf der Aktivitätenliste sollte eine Fahrt in den Süden der Insel werden. Bedingt durch die Zerstörungen des letzten Vulkanausbruchs, war das nur auf der Ostseite der Insel möglich. So sind wir zeitig Richtung Santa Cruz de La Palma gestartet und später nach Süden abgebogen. In Los Canarios haben wir den Wagen am Besucherzentrum stehen lassen und sind die letzten km bis zum Leuchtturm von Fuencaliente gewandert. Der Weg führte unterhalb des Vulkans San Antonio vorbei an den Weinbergen und dem Roque Teneguia zum Volcan Teneguia. Diesen konnten wir leider nicht mehr besteigen, wie noch im November 2020. Der gefährliche Teil zum Gipfel war abgesperrt.

Hier ging’s nicht mehr weiter . .

Zurück haben wir uns eine Abkürzung über das weiche Lavafeld gesucht und sind schließlich wieder auf den offiziellen Wanderweg gestoßen.
Die dichte Wolkendecke und die geringe Fernsicht ließen uns von den umliegenden Inseln nichts sehen.

Die Leuchttürme und die Salinen von Fuencaliente sind fast erreicht . . .


Die Rückfahrt mit dem Bus über Las Indias war auf den schmalen, steilen Straßen nichts für schwache Nerven. In Los Canarios mussten wir der Bar Parada noch einen Besuch abstatten. Leider hatten sie von den berühmten Mandelkeksen nur noch eine Tüte vorrätig, die wir gleich mit einer Tasse Kaffee zusammen genossen. . .
Für die Rückfahrt hatten wir noch einen Abstecher in die Inselhauptstadt geplant. Der Rundgang durch Santa Cruz bei zunehmend blauem Himmel, ließ uns die immer noch nicht wieder zurück gekehrten Touristen vermissen.

Die berühmten Balkone von Santa Cruz de La Palma in schöner Blütenpracht . .


Für unseren langsam zunehmenden Appetit fanden wir nach einigen Anläufen schließlich das Restaurante Chipi-Chipi. Es sollte eine angenehme Entdeckung werden. Wir saßen Coronakonform, wählten für den Hauptgang Kaninchen- und Ziegenfleisch aus und waren sehr zufrieden. Die Bedienung kümmerte sich und die Preise waren auch zurückhaltend. Da gehen wir doch gern mal wieder hin.
Der vorletzte Tag unserer Besucher war durch den Ehrentag der Bordchefin geprägt. Nach einem 2 stimmigen Gesang durch Inken und Christian überraschten unsere Nachbarn Carmen und Holger mit einer weiteren musikalischen Einlage. Zwischen vielen Telefonaten und weiteren Gratulanten gab es den ersten Sekt.


Nachmittags sind wir zum Kuchen essen nach Los Llanos gefahren und haben den Abend in fröhlicher Runde im El Balcon verbracht.

In fröhlicher Runde . . .


Am nächsten Tag lief alles wie am Schnürchen. Inken und Christian packten eilig ihre Taschen und so konnten wir rechtzeitig zum Flughafen fahren.
Eine schöne Woche war wie im Fluge vergangen . . .


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