Lanzarote, immer wieder schön . .

Der Besuch in der Marina Rubicon verlief zunächst recht typisch. Festmachen am Anlegesteg, 20 Ltr. Diesel übernehmen, Anmeldeformalitäten. Felix war schon aufgefallen, dass der Marinero die Bootslänge peilte und danach einen kurzen Funkspruch mit dem Büro hatte. Hier saß Elsemiek, eine nette Holländerin, die wir schon in 2017/18 getroffen hatten. Sie sagte dann bald, wir müssten 12,5m bezahlen, da der Anker vorn überstehen würde. So hatten wir es nun schriftlich, das Boot war größer geworden. . .

Der Anlegesteg in der Marina Rubicon, wo jeder Neue anbinden muss . .


Mit einer Stunde Reserve hatten wir einen Leihwagen im Nachbarort Playa Blanca angemietet, uns schon die Busverbindung herausgesucht und waren dann etwas spät gestartet. Noch in Rubicon kamen wir an einem Taxistand vorbei, stiegen in das wartende Fahrzeug ein und ab ging es. Wir sind dann direkt beim Autovermieter ausgestiegen, zahlten mit Trinkgeld 3,50 und alles war gut. Die Busfahrt hätte auch ähnlich viel gekostet. . .
In diesen Tagen hatte Dörte ein Zahnproblem. Felix hatte Elsemiek schon nach einem Tip gefragt, sie fuhr bis nach Arrecife. Ein deutscher Zahnarzt in Playa Blanca war nach einer Internetrecherche mehr für die unverschämte Höhe seiner Rechnungen, als für die Qualität seiner Arbeit bekannt. Mehrere Anrufe bei der gut beurteilten Praxis in Arrecife führten zu nichts. So haben wir weiter gesucht und in Tias eine Praxis gefunden, die gleich am nächsten Tag einen Termin frei hatte.
Das Ergebnis des Besuchs und eine Rücksprache mit der heimatlichen Zahnärztin ergab, die verschriebenen Medikamente einzunehmen und die weitere Behandlung in die Zukunft zu verschieben.

Meersalzgewinnung bei den Salinas de Janubio . .
Lago Verde, die grüne Meerwasserlagune. Das Grün kommt durch Algen zustande, die sich hier gebildet haben
Strand und Fischerhafen bei El Golfo . .


Am Dienstag war es dann auch Zeit mal wieder einen Lidl aufzusuchen und einige Vorräte aufzufüllen. Nachdem eine Filiale wegen Renovierung geschlossen war, landeten wir schließlich in Puerto del Carmen, auch ein größerer Ferienort. Gleich auf dem Weg in den Supermarkt kamen uns Elke und Ulli entgegen, von der SY Christina. Nachdem der Klönschnack immer länger wurde, verabredeten wir uns in einer kleinen italienischen Bar, um zunächst unsere Einkäufe erledigen zu können. Später trafen wir uns am vorgesehenen Plätzchen und hatten noch viel zu erzählen. In stockfinsterer Nacht sind wir schließlich zurück gefahren.
Wir wollten die Zeit mit dem Leihwagen auch nutzen, um einige Sehenswürdigkeiten anzusehen.
Ein Besuch bei den Feuerbergen im Nationalpark Timanfaya war für uns wieder sehr beeindruckend. Eine solche Ansammlung von Vulkankratern findet man auf den kanarischen Inseln nur hier. Und die immer wieder beeindruckenden Farbspiele der Gesteinsschichten, die je nach Zusammensetzung und Sonnenstand von ockerfarben, über rötliche oder erdige Brauntöne bis zu grauen und schwarzen Lavaformationen reichen. Immer wieder schön.

Die Touristen werden mit Bussen auf schmalen Wegen durch den Nationalpark gefahren. .
Eine solche Vielzahl von Vulkanen findet man nur auf Lanzarote . .
Einige Vulkane sind auch heute im Innern heiß. Wasser schießt nach wenigen Sekunden als Dampf wieder aus dem Loch . .


Ulli hatte uns noch einen Geheimtipp für eine Weinkellerei, die Bodegas Guiguan S.L. gegeben. Diese Bodega liegt so unscheinbar an der Straße, dass wir zunächst vorbei gefahren sind.
Der Chef kam gleich und zeigte uns stolz seine flüssigen Reichtümer. Wir konnten die verschiedenen Weinsorten probieren und haben natürlich auch einige Flaschen mitgenommen.

Blick auf einen Teil der Weinberge . .

Zurück sind wir über die Weinstraße der Insel, mit der Bodega La Geria und Rubicon, gefahren. Hier halten die Busse mit den Touristen normalerweise an, da müssen die Weinproben dann auch bezahlt werden. Wir haben uns die Weinanbaugebiete mit ihren für Lanzarote so typischen Lavasenken und Schutzmauern mal intensiv angesehen. Da versteht man dann auch, dass so keine Billigweine gewonnen werden.

Weinanbaugebiet bei der Bodega La Geria

Wir wollten uns natürlich auch einige neue Sehenswürdigkeiten ansehen. Dörte hatte dazu einige Tips aus dem Internet geladen, die in unserem Reiseführer nicht zu finden waren. Da war z.B.
Stratified City , eine Steinsammlung, die im Laufe von Jahrtausenden durch Erosion entstanden ist.

Diese Steinformationen haben uns an die Raukas auf der Insel Gotland erinnert . .


Manchmal werden Besuchsplanungen aber auch durch äußere Ereignisse zunichte gemacht. Wie z.B. am Samstag den 21.05. . Überall waren Straßen gesperrt. Egal wo wir hinwollten, keine Durchfahrt oder riesige Umleitungen. Felix war schon ziemlich genervt, er war gefahren. Schließlich sind wir in Haria gelandet, im Tal der 1000 Palmen und Wohn- und Schaffensort von Manrique. Letztlich kamen wir dort auch nicht hin, aber wir erfuhren hier, was eigentlich los war. Lanzarote Ironman. Über 1300 Teilnehmer quälten sich schwimmend, laufend und mit dem Fahrrad über die Insel . . .

Ortsdurchfahrt durch Haria . .


Wir sind schließlich über Umleitungen zurück nach Arrecife gefahren, haben in der Marina einen Kaffee getrunken und einen Blick auf die Stege geworfen. Natürlich haben wir auch bekannte Boote gesehen.

In Sichtweite der Marina in Arrecife haben wir diese neue Skulptur entdeckt: Ein Fischer kämpft im hohen Seegang mit einem Marlin . . .


Der Sonntag sollte einige Besonderheiten bringen. Zunächst sind wir nochmal nach Teguise gefahren. Hier ist sonntags ein bekannter Markt. Wir waren vor einigen Jahren bereits dort gewesen und hatten insbesondere die Erinnerung an ein schlechtes Essen abgespeichert. Diesmal haben wir essenstechnisch mehr Glück gehabt und haben danach zum ersten Mal den ganzen Markt gesehen. Es war alles sehr touristisch, trotzdem hat uns die Größe beeindruckt. Markttypische Früchte, Gemüse oder auch Gebäck wurden aber praktisch nicht angeboten. Da haben wir uns nach La Palma gesehnt. . .

Die Kirche von Teguise, gleich neben dem Markt . .


Wir hatten aber noch ein anderes Ziel. Die Berge oberhalb vom Playa de Famara mit dem Mirador Risco de Famara. Dazu hatten wir extra die Wanderschuhe mitgenommen. Wir haben den Wagen an der Straße abgestellt und sind die letzten 1,5km bis zu einem Hochplateau auf staubigen Wegen gegangen. Kamen an einer Ziegenfarm vorbei und wurden öfters von Pkws überholt, deren Insassen nicht die Zeit zum Laufen hatten.

An dem Plateau angekommen, hatten wir einen tollen Blick auf die Strände und die Kiter die dort in der Brandung unterwegs waren. Nach Osten konnte man die Buchten von Graciosa sehen. Diese schienen leer zu sein, oder waren wir zu weit weg?
An diesem Plateau sollten auch noch Höhlen sein, die man mit etwas Geschick besteigen können sollte. Bei den Windverhältnissen, ca. 6 Bft, hatten wir keine Lust so nahe an die Kante zu gehen, obwohl wir einen Bereich gefunden hatten, der von Höhlen durchzogen war. So sind wir noch auf einen anderen Felsvorsprung gestiegen, der durch einen schmalen Grat mit dem Plateau verbunden war. Auch hier konnten wir die beeindruckende Fernsicht genießen. Der Rückweg war von dem befriedigenen Gefühl geprägt, endlich mal wieder einige km gelaufen zu sein.

Blick vom Plateau in Richtung Graciosa . .
Hier könnte der Einstieg in die Höhlen sein, war uns an dem Tag zu gefährlich . . .
Blick auf die Strände von Famara . .
Selfie auf der Felsklippe . .


Für einen Kaffee haben wir nochmal in Teguise Halt gemacht. Dabei haben wir den Palacio del Marques entdeckt, mit einem windgeschützten Innenhof und einer netten deutschsprachigen Bedienung.

Ein gemütliches Plätzchen im Palacio . .


Für die bevorstehende Weiterreise haben wir uns dann noch einen Relaxingtag an den Papagayo-Stränden gegönnt. Etwas windgeschützt an den Felsen wurde es teilweise richtig heiß, sodass wir uns in dem klaren Wasser immer wieder abkühlen mussten. Trotzdem es war Genuss pur. . .
Dank einem Tip von Stefanie haben wir in Playa Blanca noch einen Asiaten aufgesucht und mal wieder Sushi gegessen. Der meinte es mit seinen Gästen wohl besonders gut. Die Rollen waren vergleichsweise groß und dick, sodass wir gar nicht so viel essen konnten, wie die Augen gern gewollt hätten. Für sein Geschäft war das wohl nicht so gut . . .
Im Zuge der Törnvorbereitung haben wir den neuen Windmesser zum zweiten Mal angebaut. Dieses Mal stimmte die Verdrahtung und er nahm wie gewohnt seine Arbeit auf. Dem nächsten Törn stand nichts mehr im Wege.

Ein Blogbericht von Lanzarote ohne ein Windspiel von César Manrique geht gar nicht . . .

4 Gedanken zu “Lanzarote, immer wieder schön . .

  1. Wieder mal ein schöner interessanter Bericht. Wir starten am 14. Juni auf unsere große Tour. Am 12.Juni haben wir noch die Konfirmation von unserer Enkeltochter Celina.
    Euch weiterhin viel Spaß und neue Eindrücke.
    Gruss Karin u Ingo

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  2. Hallo Dörte, hallo Felix, Euer Bericht beschert uns schöne Erinnerungen: den Timanfaja Nationalpark fanden wir auch besonders beeindruckend mit der Busfahrt durch die Kraterlandschaft. Alles Gute für Euch. LG Brita und Klaus-Ferdinand

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