La Palma, unglaublich . .

Die erste Woche, nach unserer Rückkehr nach La Palma, war geprägt von dem ab Freitag einsetzenden Starkwind aus südlichen Richtungen und der durch Calima und den Vulkan verursachten Luftver-schmutzung. Da war regelmäßige Decksreinigung angesagt. Wir lagen mit dem Bug im Wind und hatten alle wichtigen Festmacherleinen doppelt ausgebracht.

So konnten wir diverse Tage und Nächte die schweren Böen abwettern. Die Landungsboote der Marine blieben bald wegen des Seegangs auch im Hafen, sodass die Versorgung des von der Lava abgeschnittenen Ortes Puerto Naos wieder unterbrochen war. Selbst das Tankschiff für die Wasserversorgung der Bananenplantagen konnte bei dieser Wind- und Seegangsrichtung nicht mehr in Tazacorte anlegen und verbrachte die Tage auf See.
Wir hatten uns einen Leihwagen gemietet und konnten so in den Nordwesten der Insel fahren. Dort war deutlich weniger Wind und die Wolkendecke riss bald auf, sodass wir dort bei sonnigem Wetter wandern und die Blüte der Mandelbäume bewundern konnten.

Die Wanderung von Las Tricias zu den Höhlen (Buracas) war wieder schön, wir waren schon einige Jahre nicht mehr dort gewesen.

Bei den Höhlen findet man seltene Schriftzeichen der Ureinwohner . .
Unterwegs wurden wir häufiger mal beobachtet . .

Unser Wunsch, unterwegs noch etwas zu essen, entwickelte sich zu einem kleinen Problem. Wegen der wenigen Touristen, bedingt durch Corona und den Vulkan, waren einige Restaurants geschlossen, einige hatten Ruhetag. So sind wir schließlich in Puerto Tazacorte gelandet, im Kiosko Montecarlo. Es dauerte nicht lange, da gesellte sich die Samjicrew zu uns, auf der Suche nach einem Plätzchen für einen Sundowner. Leider haben uns Qualität und Preis des Fischgerichtes nicht überzeugen können.
Bei einem Spaziergang durch die Bananenplantagen im Umfeld des Hafens, konnten wir den Zugang zu einem Strand erkunden, der obwohl direkt vor der Marina gelegen, zuletzt wegen des Neubaus einer Fischverarbeitung, für uns nur mit dem Beiboot erreichbar war.

Bananenplantage, vom Wind durchweht, teils neu angepflanzt . .
Bananenstauden warten auf den Transport . .

Oberhalb der Marina fanden wir die Anfänge einer vor Jahren begonnenen schönen Promenade, die mal bis Puerto Naos führen sollte. Dann ging wohl vorzeitig das Geld aus . .
Mit dem Abklingen des Starkwindes wurde die Luft auch wieder klarer, es gab häufiger blauen Himmel und natürlich wurde es auch wieder wärmer. Wir hatten das Gefühl, jeder war froh, endlich wieder schönes Wetter zu haben. Man konnte wieder schwimmen gehen und der Strand füllte sich, zumindest am Wochenende, mit Einheimischen und wenigen Touristen. Mit einigen anderen Crews haben wir uns dann am Strand zum Sundowner getroffen und die wärmenden Sonnenstrahlen bis zuletzt genossen. Summerfeeling im Januar . .

Nachdem viele Palmeros zu ihren von der Lava verschonten Häusern zurück durften, waren die Straßensperren auch gelockert worden. So haben wir die Gelegenheit genutzt, soweit wie möglich an die Lavaberge heran zu fahren und uns dann zu Fuß auf den Weg gemacht.
Es war schon sehr bedrückend und gespenstisch direkt davor zu stehen. Überall war der Schwefelgestank und die Strahlungswärme des langsam abkühlenden Gesteins zu spüren.
Hauptverbindungsstrassen endeten plötzlich unter der meterhohen Lavaschicht. Alles was sich ihr in den Weg gestellt hatte, war gnadenlos untergewalzt worden. Ganze Ortschaften verschwanden so von der Landkarte. Diejenigen, die Glück hatten, wo die Lava knapp an ihrem Haus oder Grundstück vorbei gelaufen war, waren nun emsig dabei, alles wieder herzurichten und die Schäden zu beseitigen.

Die Straße nach Puerto Naos verschwindet unter meterhoher Lava . .
Die traurigen Reste von La Laguna, hier verschwand ein ganzer Ort . .
Dieses Bild entstand direkt hinter den Gebäuden des vorigen Bildes . .

In dieser Zeit haben wir uns auch mit einigen Crews und Freunden zum gemütlichen Plausch an Bord getroffen. Davon ist uns ein Abend in besonderer Erinnerung geblieben. Mit Heidi und Frank saßen wir einige Stunden beim Klönschnack zusammen. Nachdem sie den Heimweg angetreten hatten und wir den Abwasch erledigten, kam bald eine WhatsApp-Nachricht. Frank vermisste sein Handy und fragte nach, ob dieses bei uns an Bord liegen würde. Nachdem wir alles untersucht hatten, sogar auf dem Steg wurde gesucht, konnten wir nur eine negative Rückmeldung geben. Bald danach meldete sich Frank nochmal und fragte, ob wir eine starke Taschenlampe hätten. Natürlich, als Bootsleute waren wir ausgerüstet. Er hatte sein IPhone mit Hilfe der Suchfunktion über iCloud am Strand entdeckt und ein Bild davon auf Heidi‘s Handy geschickt. So ausgerüstet sind wir dann nach Mitternacht zum Strand von Puerto Tazacorte gegangen, wo die beiden am Nachmittag gewesen waren. Während die Brandung am Strand rauschte, versuchten wir durch häufiges Anwählen des vermissten IPhones und ableuchten des schwarzen Strandes, das gute Stück wieder zu finden. Eine wahre Sisyphusarbeit, denn es steckte in einer dunkelgrauen Klapphülle. Schließlich haben wir die Suchposition nochmal neu interpretiert und weiter am Rückweg der beiden gesucht. Am Aufgang vom Strand zur Promenade fand Frank schließlich das von einem unbekannten Finder auf einer Steinmauer abgelegte Gerät, leise vor sich hinklingelnd. Es war unglaublich und Frank überglücklich . .

Mit dem neuen Vulkan macht die Insel jetzt eigene Wolken . .

Ein Gedanke zu “La Palma, unglaublich . .

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